„Thor“ – Der Donnergott als kunterbunte Comicfigur!

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Thor und Odin, nordische Gottheiten, fröhlich feiernd in Asgard in den düsteren Hallen von Walhalla, wohin die Wikinger kommen, wenn sie im Kampf sterben, ein Szenario, das immer wieder gerne als Grundlage für Filme genommen wurde. Also erwartet man eigentlich einen Film voller raufboldiger Nordmänner, die mit Äxten und Schwertern auf Wikingerbooten die Meere unsicher machen. Weit gefehlt, denn auch an den Gottheiten hat sich die Comicwelt bereits vergangen. „Thor“ bietet zwar seichte Unterhaltung für einen netten Kinoabend, aber trotzdem kann man sich schwer mit der futuristischen, bunten Comicversion anfreunden. Da kann auch der Einfluss von Shakespeare-Fan Kenneth Branagh als Regisseur nicht viel dran ändern.

Inhalt

Gerade als Thor von seinem Vater Odin dessen Position als König übernehmen soll, brechen alte Feinde in die Festung ein. Getrieben von Wut, Rachsucht und fehlender Selbstkontrolle startet Thor mit seinem Freunden einen Angriff auf die Feinde, entgegen den Anweisungen seines Vaters. Zur Strafe wird er seiner Kräfte beraubt und in die Welt der Menschen verbannt, um sein Temperament in den Griff zu bekommen. Dort trifft er auf die Wetterforscherin Jane und ihr Team, die nur zu gerne wüssten, wie der blonde Mann durch das Wurmloch am Himmel auf die Erde gekommen ist.

Review

Um den Grundstock für die geplante Verfilmung von „The Avengers“ muss Marvel schnell noch ein paar Comicverfilmungen aus dem Ärmel schütteln, damit auch Nicht-Comicfans wissen, welche Rolle „Thor“, „Iron Man“, „Captain America“ oder „Hulk“ in der gemeinsamen Comic-Rächertruppe spielen. Nachdem in den letzten Jahren mit „Watchmen“, „The Dark Knight“, „V wie Vendetta“ oder „Constantine“ tatsächlich ein paar ernstzunehmende, gelungene Comicverfilmungen die Leinwand beglücken durften, werden wir jetzt wieder in erster Linie mit bunten Superhelden befeuert, bei denen es leider in erster Linie nur um bunte Bilder, Popcorn-Action und recht einfallslose, mit besonderen Kräften oder Fähigkeiten ausgestattete Superwesen geht. So bietet auch „Thor“ nicht viel mehr als eine schlichte Story, nicht gerade vielschichtige Charaktere und dazu für die nordische Welt viel zu bunte Bilder.

Chris Hemsworth macht sich zwar gut als blonder Donnergott, aber wirkliches Schauspiel wird auch nicht von ihm erwartet, das trifft leider auch Natalie Portman, Anthony Hopkins und Stellan Skarsgård, die aufgrund sehr eindimensionaler Rollen mit wenig inhaltsträchtigen Dialogen auch weit hinter ihren Möglichkeiten zurück bleiben. Regisseur Kenneth Branagh versucht zudem krampfhaft, den Familienkonflikten in der Götterfamilie einen Hauch Shakespeare einzuflößen, aber auch das rettet nicht mehr viel. Allerdings tut der Film auch nicht wirklich weh, man schaut ihn an, weiß nicht so recht, was man damit anfangen soll, aber bekommt einen netten Comicfilm für zwischendurch. Das muss sich keiner anschauen, aber wer es riskiert, muss immerhin nicht gleich schreiend aus dem Kino laufen, im Vergleich zu den ganzen aktuellen Enttäuschungen im Kino leider schon eine positive Eigenschaft.

Ach ja, Fans der Marvelwelt wissen natürlich, dass sie wie schon bei „Iron Man“ und „The Incredible Hulk“ nach dem Abspann natürlich wieder eine kurze Szene zur Zusammenführung der „Avengers“ zu sehen ist, wen es interessiert, der kann ja bis zum Ende sitzen bleiben.

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