„The Way Back“ – Überlebenskampf auf der Flucht

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Der bereits 6-fach oscarnominierte Regisseur Peter Weir („Die Truman Show“, „Master and Commander“) liefert mit „The Way Back“ kraftvolle Bildgewalt ab. Das Ausbrechen einer kleinen Truppe von Insassen eines sibirischen Arbeitslagers in den 1940er Jahren und ihrem anschließenden beeindruckenden Marsch von 6.000 km bis nach Indien beruht auf wahren Begebenheiten. Mit den nicht gerade unbekannten Gesichten von Ed Harris, Colin Farrell und Saoirse Ronan sowie so einigen trotz der ernsten Thematik eines Überlebenskampfes auflockernden Momenten kann der Film das Interesse des Zuschauers halten, auch wenn er sehr langsam ist.

Inhalt

Ende des 2. Weltkrieges brechen sieben Häftlinge, darunter Janusz (Jim Sturgess), Mr. Smith (Ed Harris) und Valka (Colin Farrell), aus einem Arbeitslager in Sibirien aus. Zunächst noch von den Wärtern verfolgt, werden Hunger und Durst schon bald die größeren Probleme der Gruppe, die mit der Polin Irena (Saoirse Ronan) unerwartet Zuwachs bekommt. Um sich ihrer Freiheit sicher zu sein, planen die Flüchtlinge einen Fußmarsch, der vom sibirischen Wald über die Mongolei und Tibet bis nach Indien führen soll …

Rezension

Das große Plus des Films sind zweifelsfrei die beeindruckenden Landschaftsaufnahmen der unterschiedlichen Gegenden wie die von eisigen Seen, riesigen Höhlen oder der trockenen Wüste. Der Film ist relativ handlungsarm, visuell dafür um so fesselnder. Es geht im Film dann eben doch um übergreifende Elemente wie den Wert des Lebens und die Bedeutung von Freundschaft angesichts des Todes.

Durch die schleppende Thematik und langsame Erzählweise (gerade in der Wüste) wird eine trostlose Atmosphäre aufgebaut. Interessanterweise wird diese triste Darstellung nicht im Stil eines „Gerry“ von Gus Van Sant realistisch ausgereizt, sondern immer wieder mit humoristischen Einlagen gelockert, was ich als ein wenig kontraproduktiv gesehen habe, es aber den Film deutlich leichter anzuschauen gemacht hat. Man merkt dann eben doch, dass es sich hierbei trotz der sich dafür anbietenden Thematik nicht um einen absoluten Independentfilm handelt, der auf harte Weise das Schicksal der real existiert habenden Menschen schildern will, sondern der dann eben doch genügend unterhaltsame Elemente einbaut.

Auch mit den fähigen und bekannten Darstellern Ed Harris, Colin Farrell, Saoirse Ronan und selbst in einer kleinen Nebenrolle Mark Strong, allesamt angeführt von dem eher unbekannten Jim Sturgess, geht Regisseur Peter Weir eine gute Wahl ein, die allerdings auch eine risikoarme Wahl ist. Dadurch, dass er so bekannte Gesichter gewählt hat, bekommt der Film eher die Wirkung einer fiktiven Unterhaltungsgeschichte als einer authentischen Darstellung.

Fazit

„The Way Back“ bietet neben einer dichten Atmosphäre und weitläufigen, spektakulären Landschaftsaufnahmen von Schneestürmen in sibirischen Wäldern bis hin zu Hitzeflimmern in der mongolischen Wüste fähige Schauspieler, die ihre Personen sympathisch machen. Auch wenn das Erzähltempo sehr langsam ist und es dem Film sicherlich nicht unbedingt geschadet hätte, teilweise ein wenig zu raffen, drückt er dennoch die Trostlosigkeit und Langwierigkeit der Geschichte aus, die unglaublicherweise mehr oder weniger tatsächlich so stattgefunden hat. Wer Naturaufnahmen und eine ansonsten recht inhaltsarme Geschichte von Flüchtlingen, die in fortwährendem Überlebenskampf ohne Ausrüstung 6.000 km durch extreme Landschaften wandern, interessant findet, sollte diesem Film auf jeden Fall eine Chance geben, auch wenn er an vergleichbare Filme wie „Into the Wild“ leider nicht herankommt. Ab 30. Juni 2011 läuft der Film in den Kinos.

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