„Resturlaub“ – Tommy Jauds zweiter Roman im Kino

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Tommy Jaud ist mit seinen lustigen Romanen wie „Vollidiot“ oder „Hummeldumm“ vermutlich aktuell einer der unterhaltsamsten Autoren, doch nach der absolut misslungenen Verfilmung von „Vollidiot“, die nicht nur am schlechten Skript, sondern vor allem an Hauptdarsteller Oliver Pocher krankte, ist jetzt mit „Resturlaub“ die zweite Verfilmung eines Jaud-Romans im Kino, die hat keinen Pocher, aber auch nicht wirklich etwas zu bieten, was der Originalität der Vorlage gerecht werden könnte. Wie schon bei „Vollidiot“ sollte man hier lieber auf das von Christoph Maria Herbst gelesene Hörbuch zurückgreifen.

Pitschi kann nicht verstehen, warum seine Freunde in den Dreißigern erwachsen werden müssen und als auch Pitschis Freundin von Hochzeit, Kind und Haus im Grünen schwärmt, bricht in ihm die Panik aus. Auf dem Flugplatz simuliert er einen Überfall, um dem gemeinsamen Urlaub mit Freundin und Freunden zu entgehen und flüchtet mal eben nach Argentinien, um dort nach seinem Glück zu suchen.

Jauds zweiter Roman war etwas reifer, schon dem Roman fehlte der fast an Comedy grenzende Humor von „Vollidiot“, trotzdem gab es auch hier viele lustige Einfälle und Anekdoten. Die Verfilmung konzentriert sich in typischer „Komödie aus Deutschland“-Manier auf alle plumpen Kalauer-Elemente und hetzt so durch die ideenreiche Vorlage, nur um dabei dessen Originalität komplett zu ignorieren. Wenn im Roman eine Frau wie eine Ente spricht, muss man sich hier Martina Hill holen, die wie bei „Switch“ mit übelster Heidi-Klum-Stimme so übertreibt, dass es nur noch lächerlich wirkt. Klar, es gibt schlechtere Filme, und man kann „Resturlaub“ auch sicher einfach mal schauen, ohne großen Schaden davon zu tragen, aber wenn man im Abspann liest, dass Tommy Jaud selber als Drehbuchautor seine Vorlage so radikal kastriert hat, will man lieber keine weitere Verfilmung seiner Romane mehr sehen.

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