„Der Biber“ – Mel Gibson spielt für Jodie Foster mit Puppen!

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Mel Gibson ist nach einigen Entgleisungen in Hollywood nicht mehr gerne gesehen, da dachte sich seine Freundin Jodie Foster, mit einer Charakterrolle könnte sie ihn wieder aus der Versenkung holen. Doch „Der Biber“ verwirrt mehr als dass er begeistern kann, immer schwankend zwischen unfreiwilliger Komik und einer sehr eigenwilligen Darstellung einer schweren Depression. Trotz souveränder Darstellungen der Hauptdarsteller Gibson, Foster und Anton Yelchin hat man von allen schon mehr Leistung gesehen. Die Idee ist interessant, die Herangehensweise an eine Krankheit wie Depression ebenfalls, das Ergebnis aber eher seltsam.

Walter Black leidet nach einigen Rückschlägen im Leben an einer schweren Depression. Als er sich gerade das Leben nehmen will, entwickelt er durch eine Biber-Handpuppe ein zweites Ich, das das alte Leben abhakt und völlig neu durchstartet. Obwohl Walter nur noch mit der Handpuppe kommuniziert, fasst seine Familie wieder Vertrauen und auch seine Firma startet erneut durch. Doch gerade seine Frau will ihren alten Mann zurück, der immer mehr von seinem neuen Biber-Ich in den Hintergrund verdrängt wird.

Mel Gibson ist irre, das wissen wir nicht nur aus seinen Rollen in „Mad Max“, „Lethal Weapon“ oder „Braveheart“ oder seinen gewaltätigen Regiearbeiten „Passion Christi“ und „Apocalypto“. Jodie Foster wollte mit ihrer Regiearbeit offensichtlich nicht nur dem bitteren Thema Depression mehr Raum geben, sondern gleichzeitig ihrem Kumpel Mel Gibson nach fremdenfeindlichen Äußerungen und Alkoholismusexzessen eine filmische Therapie gönnen. Doch trotz vermutlich passend eingesetzter schauspielerischer Leistungen wirkt seine Rolle doch mitunter sehr lächerlich. Auch die sofortige Kompensation der Depression und das Abgleiten ins Schizophrene stellen vielleicht keinen typischen Verlauf der Erkrankung dar. Trotz der gefühlvollen und bewegenden Ansätze übertreibt der Film zu sehr, um tatsächlich überzeugen und unterhalten zu können.

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