„Red State“ – Kevin Smith hetzt Cops auf Fanatiker

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Seine letzten Flops „Cop Out„, „Clerks 2“ und „Zack and Miri Make a Porno“ haben einen fast vergessen lassen, dass Kevin Smith auch für Geniestreiche wie „Dogma“ oder „Mallrats“ verantwortlich war. Mit „Red State“ betritt der Regisseur jetzt allerdings Neuland, denn trotz etwas schwarzen Humors ist sein neuer Film ein harter, brutaler Horrorfilm, bei dem religiöse Fanatiker auf rücksichtlose Cops treffen. Unbarmherzig schont Smith keinen seiner Darsteller und lässt dabei kein gutes Haar an übertriebener Gläubigkeit und befehlsgesteuerten Regierungsbeamten. Ein neuer Geniestreich ist „Red State“ zwar nicht geworden, aber für Genrefans auf jeden Fall ein Geheimtipp.

Drei Jungs suchen ein ältere Prostituierte auf, werden betäubt und finden sich gefangen in einer Kirche wieder, wo ein wahnsinniger Priester seiner kleinen Gemeinde eine sehr spezielle Auslegung des Christentums nahebringt, indem er mit ihnen Schwule und andere in ihren Augen Unwürdige hinrichtet. Als ein Dorfcop einen Schuss hört und kurzerhand von den Fanatikern erschossen wird, muss der feige Sheriff handeln und ruft eine Terroristenbekämpfungseinheit zur Hilfe. Doch die Kirchenbesetzer sind ebenso bewaffnet und ein brutales Gemetzel zwischen beiden Seiten beginnt, obwohl sich auch Kinder und Jugendliche in der Kirche befinden.

Dass Kevin Smith sich endlich mal einen anderen Film vornimmt als seine pubertären, peinlichen Komödien war längst überfällig und würde man es nicht wissen, hätte mal wohl kaum den pummeligen „Silent Bob“ auf dem Regiestuhl vermutet. Seine Handschrift merkt man jedoch in den Dialogen und dem schwarzen Humor, den die Schauspieler großartig auf die Leinwand bringen. Smith hat sich dafür eine gute Mischung aus alternden Stars wie Michael Parks und John Goodman ausgesucht, die er mit Serienstars aus „True Blood„, „Scrubs“ und „Breaking Bad“ interessant vervollständigt. So lebt der Film nicht in erster Linie von bekannten Gesichtern, sondern von seiner verrückten und immer wieder überraschenden Story. Für zarte Gemüter ist „Red State“ allerdings nichts, da der Film einige sehr brutale Szenen zu bieten hat und da er keine wirklichen Identifikationsfiguren hat, keinen Charakter zu verschonen.

Nach den letzten Rohrkrepieren hätte ich Smiths Ankündigung, nur noch einen letzten Film nach diesem drehen zu wollen, fast schon positiv entgegen gesehen, jetzt würde ich mir fast wünschen, dass er noch ein paar andere Arbeiten abseits seiner Zotenkomödien auf die Leinwand bringt.

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