„Der Gott des Gemetzels“ – Polanski lässt Eltern zoffen!

nur miesschlechtfast mittelmäßigmittelmäßigfast gutgutfast sehr gutsehr gutfast einzigartigfast einzigartig   8,33 (3 Stimmen)
Loading...

Wenn einfache Theaterstücke auf die Kinoleinwand gebracht werden, wirkt es einerseits seltsam, dass die Handlung nahezu in nur einem Raum spielt, andererseits lenkt nichts von den Darstellungen der Schauspieler ab. Regisseur Roman Polanski hat sich für sein kleines Kammerspiel mit Jodie Foster, Christoph Waltz, Kate Winslet und John C. Reilly vier Schauspieler ausgewählt, die hervorragend in die Rollen der beiden Elternpaare passen, deren Gespräch über einen Konflikt ihrer Söhne immer mehr eskaliert. Wer auf derart minimalistische Filme steht, wird auf jeden Fall begeistert sein, für andere könnte das Szenario allerdings zu schlicht daher kommen.

Nachdem ein Schuljunge einem Klassenkameraden in einem Streit zwei Zähne ausgeschlagen hat, treffen sich die Eltern der beiden zu einem klärenden Gespräch. Die Diskussion zwischen den mit sehr unterschiedlichen Ansichten ausgestatteten Paaren eskaliert immer mehr, allerdings auch zwischen den Partnern, denn das Thema entwickelt sich immer weiter Weg vom Konflikt der Kinder und spätestens nachdem noch Alkohol mit ins Spiel kommt, offenbart jeder der vier mehr seiner Schwächen.

Polanski zeigt eindrucksvoll, dass man nicht viel für einen guten Film braucht und dass gute Schauspieler auch ohne Action, Spezialeffekte und große Kulissen den Zuschauer bei Laune halten können. Mit der Auswahl hat Polanski ein gutes Händchen bewiesen, Waltz als großkotziger Anwalt, Foster als pazifistische Intellektuelle, Winslet als Bürofrau mit schwachem Magen und Reilly als gutmütigem, schlichtem Brummbär passen perfekt in die Rollen und sorgen für eine interessante Konstellation von Charakteren.

Ebenfalls großartig ist der Titel des Films, der im ersten Moment so gar nicht passen will und dann doch so passend zur Diskussion der Paare passt. Wer meint, dass hier nur Eltern über ihre Kinder sprechen, täuscht sich, denn natürlich bewegt sich ein solches Konfliktgespräch zwischen Erwachsenen schnell von diesem Fokus weg und führt mitunter zu sehr überraschenden Verbündungen zwischen den Protagonisten. Ein kleiner, großer Film für alle Fans von Filmen abseits des Popcornkinos.

Bildergalerie (zum Vergrößern anklicken)


Verwandte Artikel

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.