„Verblendung“ – Gelungene Neuauflage!

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Die schwedische Verfilmung von Stieg Larssons berühmter „Millenium“-Trilogie liegt noch nicht lange zurück, schon erwartet uns eine amerikanische Version des Stoffs. Allerdings hat man nicht nur mit Regisseur David Fincher, der zuletzt mit „The Social Network“ und „Benjamin Button“ punkten konnte, sondern auch mit dem großen Staraufgebot eine gute Auswahl getroffen. Wer die schwedische Version von „The Girl with the Dragon Tattoo“ schon kennt, bekommt hier dank Finchers Einfluss eine optisch und akustisch überaus gelungene Version der allerdings kaum veränderten Handlung, einzig Rooney Mara kann trotz hervorragender schauspielerischer Leistungen Noomi Rapace als Lisbeth Salander nicht das Wasser reichen.

Als der Journalist Mikael Blomkvist vom Großindustriellen Henrik Vanger engagiert wird, um das Rätsel um seine vor vielen Jahren verschwundene Nichte aufzuklären, warnt er diesen gleich vor seiner seltsamen Familie. Doch bei seinen Recherchen stößt Blomkvist auf grauenvolle Entdeckungen. Hilfe bekommt er von einer Computerexpertin, die mit ihrem Aussehen und Verhalten jedoch allen Konventionen widerspricht.

Die schwedische Version von „Verblendung“ war rundum gelungen, daher musste man sich schon fragen, ob die Amerikaner eine europäische Vorlage denn überhaupt umsetzen können. Allerdings stellt Finchers Version natürlich eine Neuinterpretation der Buchvorlage und nicht ein Remake der schwedischen Verfilmung dar, auch wenn sich die gesetzten Schwerpunkte kaum unterscheiden. Immerhin wurde der Handlungsort in Schweden belassen und nicht wie zu befürchten gewesen wäre, nach Amerika oder Kanada verlegt. Was Finchers Version der schwedischen voraus hat, sind auf jeden Fall die ästhetische Optik und der fesselnde Sound, was die spannende Geschichte gut zu unterstützen vermag.

Bei der Darstellerwahl hat man einige große Namen aufbieten können, neben Daniel Craig in der Hauptrolle und Newcomerin Rooney Mara sind auch Stellan Skarsgård, Robin Wright, Christopher Plummer und Joely Richardson auf der Darstellerliste vertreten. Der wirkliche Glücksgriff ist aber wohl mit Regisseur David Fincher gelungen, der sich nach „Sieben“ und „Zodiac“ nun ein weiteres Mal dem Thema Serienmord widmet. Fincher ist bekannt für hervorragend inszenierte Charakterstudien, was auch die „Millenium“-Trilogie zu einer perfekten Vorlage macht.

Wer also die schwedische Verfilmung nicht kennt, kann auf jeden Fall auch mit der amerikanischen beginnen, zudem man hier hoffen kann, dass die beiden Fortsetzungen „Verdammnis“ und „Vergebung“ besser gelingen als die schwedischen, die hier leider nicht die Klasse des Erstlings erreichen konnten. Sollte man David Fincher auch für die Fortsetzungen bekommen, stehen die Chancen gut, am Ende eine rundum stimmige Verfilmung der gesamten Trilogie zu bekommen.

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