„Hugo Cabret“ – Fantasievoller Kinderfilm von Scorsese

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Wenn man eine Regiearbeit von Martin Scorsese sehen will, erwartet man reale Settings, düstere Ganoven und nicht unbedingt eine Freigabe unter 16 Jahren. Doch jetzt überrascht er mit einem Kinderfilm in 3D, der nicht nur sehr gefühlvoll und zugleich spannend ist, der mit farbenfrohen Kulissen, einem mitreißenden Soundtrack und atemberaubenden Kamerafahrten daher kommt und sich zudem auf besondere Weise dem Thema Film widmet. Abgerundet wird das kleine Meisterwerk mit einer bis in die Nebenrollen großartig besetzten Darstellerriege, zu denen z.B. Ben Kingsley, Christopher Lee und Jude Law zählen.

Nachdem auch sein Vater gestorben ist, lebt Hugo bei seinem Onkel in den Gewölben des Pariser Bahnhofs in der 1930er Jahren und zieht die Uhren auf. Außerdem versucht er einen Roboter zu reparieren, den sein Vater hinterlassen hat. Doch als ihn der alte Spielzeugmechaniker beim Stehlen von Ersatzteilen erwischt und in Hugos Handbuch Aufzeichnungen zu den defekten Roboter entdeckt, löst Hugo bei dem Mechaniker offensichtlich tief verborgene Emotionen aus. Zusammen mit dessen Enkelin begiebt er sich auf eine abenteuerliche Suche danach, welches Geheimnis hinter dem Roboter steckt und was der Mechaniker damit zu tun hat. Außerdem muss Hugo sich immer vor dem Stationsvorsteher in acht nehmen, der ihn zu gerne erwischen und ins Waisenhaus schicken würde.

Das Wort „zauberhaft“ klingt eigentlich zu kitschig und doch trifft es hier sehr gut. Die Atmosphäre, die Optik, der Sound, kombiniert mit einer leichten und doch tiefgründigen Geschichte, die wirklich Jung und Alt zu begeistern vermag, hat Scorsese mal wieder gezeigt, was er alles drauf hat. Dabei profitiert der Film natürlich von den Kinderstars Asa Butterfield und der schon in „Kick-Ass“ großartigen Chloe Moretz, aber auch Ben Kinsley als alter Mechaniker mit einem großen Geheimnis, Sacha Baron Cohen als Stationsvorsteher oder Christopher Lee, Jude Law, Emily Mortimer und Richard Griffiths in kleinen Nebenrollen beleben die Geschichte.

Wenn man es nicht wüsste, würde man den Film für französisch halten und das nicht, weil er in Paris spielt. Die Musik, die Dramaturgie – das alles erinnert ein wenig an Filme wie „Die fabelhafte Welt der Amélie“. Große Action sucht man hier natürlich vergeblich, aber der Film weiß zu unterhalten, mitzureißen und zu verzaubern. Nach allen Nominierten für den Oscar, die ich in letzter Zeit gesehen habe, hat dieser mich nicht nur technisch überzeugt, sondern wirklich begeistert.

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