„The Artist“ – Netter, aber überbewerteter Stummfilm!

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Die Idee heutzutage einen Stummfilm über das Ende des Stummfilms zu drehen, ist ohne Zweifel ein kleiner Geniestreich. „The Artist“ gelingt es, den Stil alter Stummfilme zu kopieren, eine nette Liebesgeschichte zu erzählen und gleichzeitig eine Hommage an das Filmemachen an sich auf die Leinwand zu bringen. Doch unterm Strich bleibt der Film eben doch nur ein nettes Experiment, das zwar an sich als gelungen betrachtet werden kann, aber meiner Meinung nach nicht die Anerkennung und die Auszeichnungen verdient, mit denen der Film und die daran Beteiligten derzeit überhäuft werden.

Inhalt

George Valentin ist der Star der Stummfilmzeit Hollywoods in den späten Zwanzigern, doch als er sich gegen die aufkommende Technik des Tonfilms sträubt, ist seine Karriere schnell am Ende. Ausgerechnet die junge Peppy Miller, der Valentin zu ersten kleinen Nebenrollen verhalf, wird der große Star der neuen Art des Filmemachens. Während Valentins Leben immer weiter bergab geht, wird sie immer erfolgreicher, und doch scheinen die Karrieren der beiden irgendwie weiterhin miteinander verwoben zu sein.

Review

Jean Dujardin ist sicher einer der besten französischen Schauspieler und auch mit Bérénice Bejo und den mit John Goodman, Malcolm McDowell, James Cromwell und Penelope Ann Miller prominent besetzten Nebenrollen hat man eine gute Auswahl getroffen. Insgesamt ist der Film sehr rund und wirkt tatsächlich so, als hätte man ihn schon vor fast 100 Jahren gedreht. Regisseur Michel Hazanavicius wagte ein für die heutige Filmwelt sehr spezielles Experiment mit „The Artist“, zeigt aber, dass er sein Handwerk versteht.

Und doch konnte mich der Film insgesamt nicht überzeugen, zu schlicht war die Handlung und auch die schaupielerischen Leistungen waren sicher nicht schlecht, aber oscarwürdig dann doch nicht. Ich hatte mit anspruchsvolleren Aufnahmen, einer komplexeren Geschichte und deutlich ausdrucksstarkerem Schaupiel gerechnet, das Ergebnis hingegen war ein gelungener Stummfilm, der aber weit hinter seinen Möglichkeiten zurück blieb. Schade, dass man die wenigen surrealen Momente nicht weiter ausgebaut hat, wie z.B. den Albtraum Valentins, in dem er plötzlich immer mehr Geräusche hören kann. Diese kleine Szene bringt zum Ausdruck, was man aus der Idee alles hätte machen können, aber dann doch zugunsten einer sicher amüsanten und gefühlvollen Geschichte über die Liebe zum Film und zum anderen Geschlecht leider nicht weiter ausgebaut hat.

Fazit

Filmfreaks sollten den Film sicher gesehen haben, denn es ist in einer Filmwelt voller Effekte und donnernder Sounds schon interessant, mit wie wenig Dialog(-tafeln) ein Film auskommen kann, ohne dass man den Faden verliert und trotzdem immer weiß, was in einem Film gerade umgeht. Wie gesagt ein kleiner Geniestreich für Fans des speziellen Films, aber sicher nicht für die Masse gemacht.

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