„Cloud Atlas“ – Ambitionierter, aber zu wirrer Maskenball

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Es gibt Filme, die wollen nichts aussagen, andere verschleiern ihre Aussage und bieten viel Interpretationsmöglichkeiten und dann eben noch Filme wie „Cloud Atlas“, die ihre offensichtliche Botschaft einfach nicht vermitteln können. Denn statt die verschiedenen Handlungsstränge zu einem Gesamtkonzept und roten Faden zu verbinden, bieten die Wachowski-Geschwister und Tom Tykwer leider nur einen Haufen bekannter Schauspieler in immer wieder anderer Maske und eine Sammlung netter Geschichten quer durch Genre und Zeit, die einfach nicht zueinander passen wollen und den fast dreistündigen Film zeitweise zur echten Tortur werden lassen.

Über zahlreiche Jahrhunderte hinweg begegnen sich ein paar Personen immer wieder in den verschiedensten Varianten, von der Entdeckungsfahrt mit dem Schiff und der Komposition eines genialen Musikstücks über die Flucht aus dem Altenheim bis zum Überlebenskampf in einer fernen Zukunft vor und nach dem Weltuntergang. Trotz des langen Zeitraums merken die Personen, dass sie irgendwas miteinander verbindet.

Leider kann ich nicht sagen, wie die Romanvorlage aufgebaut ist und ob es dort besser gelingt, das Verbindungskonstrukt der Hauptpersonen, das Zeit und Raum überwindet, besser darzustellen. Im Film gibt es natürlich die ein oder anderen Personenkonstellationen, die immer wieder auf einander treffen, andererseits gibt es im Gegenzug auch so gar keine Verbindungspunkte zwischen den Personen, die hier von den gleichen Schauspielern verkörpert werden. Die Musik soll vermutlich ein Bindeglied sein, kommt aber auch zu selten vor, zudem hat nur eine Person wirklich Visionen seiner vergangenen Versionen.

Schade, denn die Grundidee ist nicht schlecht und die Regie-Trio Wachowski und Tykwer ist sicher sehr ambitioniert an das Projekt herangegangen, doch will „Cloud Atlas“ als Gesamtwerk nicht funktionieren. Zu wenig passen die Geschichten zueinander, schon alleine der Stil und die Ernsthaftigkeit widersprechen sich zu sehr, denn wenn eben noch jemand einem brutalen Angriff zum Opfer oder Attentat zum Opfer fällt oder anderswo ums Überleben kämpft, sind lustige Szenen über die Flucht aus dem Altersheim absolut deplatziert. Vermutlich musste für den Film sehr viel von der Vorlage gekürzt werden, das für den Film verwendete Stückwerk ist so aber leider nichts Halbes und nichts Ganzes.

Offensichtlich ging auch die offensichtliche Begeisterung der Schaupieler, sich in Unmengen verschiedene Personen umwandeln zu lassen, etwas nach hinten los, vermutlich wurden ihnen mehr Personen zugewiesen als vom Buch vorgesehen, und so widersprechen auch hier die Rollen oft der Möglichkeit, eine Kontinuität der einzelnen Grundcharaktere aufrecht zu erhalten. Spaß hat das Starensemble um Tom Hanks, Halle Berry, Jim Broadbent, Hugo Weaving, Jim Sturgess, Ben Whishaw, Susan Sarandon und Hugh Grant bei diesem Maskenball aber auf jeden Fall gehabt, was den Film immerhin dann doch hier und da noch etwas unterhaltsam macht.

Ich muss allerdings zugeben, dass ich nach der ersten Stunde kurz davor vor, das Kino zu verlassen, so zäh zogen sich die einzelnen Handlungsstränge, so plump und dann wieder so pathetisch wurde die Story immer weiter in die Länge gestreckt, dass man gar nicht drüber nachdenken wollte, wie man noch fast zwei Stunden durchhalten könnte. Auch die beeindruckende Optik, die der Trailer hatte erhoffen lassen, blieb aus. Die zweite Hälfte kam dann zum Glück ein wenig kurzweiliger daher, doch wirklich überzeugen konnte sie auch nicht, denn auch Erklärungen der Stimmen aus dem Off halfen nicht, die Botschaft auch in Bildern zu übertragen.

„Cloud Atlas“ wird den meisten als der Film in Erinnerung bleiben, wo Schauspieler viele Rollen gespielt haben und es immer mal wieder was zum Lachen und zum Trauern gab. Leider nicht mehr, auch wenn bei der interessanten Vorlage viel mehr möglich gewesen wäre. Schwer zu sagen, ob mit weniger Lauflänge, weniger Episoden und weniger Mehrfachbesetzungen der rote Faden plausibler hätte vermittelt werden können. Ein cineastisches Highlight ist der Film auf jeden Fall nicht geworden.

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3 Kommentare

  1. Der Film ist extrem Verwirrend. Zum einen gelingt es ihn überhaupt nicht Botschaft an Zuseher zubringen. Andereseits haben einige Geschichte das Thema Freiheitsentzug wo leute aufgrund ihrer.
    Anderseits werden aber diese Themen in paar Geschichten zu spät eingeworfen und bei einer anderen zu früh beendet. Außerdem selbst wenn die Geschichte ein ähnliches Thema hat, gibt keine anderen zusammen hange.
    Dem folgt das der film sehr lang ist sehr viele langatemige Szene hat.
    Wiederum versucht die Regie gefühl einzubauen was einige male gelingt, sowie ein paar lustige Szene um die Stimmung zu lockern und 1 Schocker Szene die das Niveau eine 16 Fsk hat und ekelhaft krank ist.
    Das Problem des Film ist das er nicht zusammen passen will und zu lang ist. Wahrscheinlich wird das Buch zu komplex und schwierig verfilmen gewesen sind. Man hätte bessere Regisseure nehmen sollen. Die Schauspielerisches Leistung des Cast(Tom Hanks,…) ist meines erachtens Gut.
    Die Orte sind gut gewählt.
    Ich gebe den Film 2,5 von 5 Sternen.

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