„Life of Pi – Schiffbruch mit Tiger“ – Beeindruckend!

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Das Kinojahr endet mit einem Film, der einen nicht nur bewegt, sondern auch optisch wirklich umhaut. Ang Lee hat sich der Aufgabe angenommen, die als unverfilmbar geltende Romanvorlage fürs Kino zu adaptieren und dabei wirklich Großartiges geleistet. Obwohl der Großteil des Films nur die Hauptperson, einen Tiger, ein Rettungsboot und das Meer zeigt, lernt man hier wohl mehr über den Sinn des Lebens als in allen anderen Filmen diese Jahres. „Life of Pi“ bietet neben wirklich atemberaubenden Bildern eine rührende Geschichte, die einen zum Weinen, zum Lachen, zum Mitfiebern und zum Nachdenken bringt.

Pis Vater hat einen Zoo in Indien, besonders der Tiger beeindruckt ihn schon als Kind. Als die Familie aus wirtschaftlichen Gründen den Zoo aufgeben muss und mitsamt den Tieren nach Kanada auswandern will, zerstört ein Sturm alle Pläne, denn das Schiff sinkt und nur Pi kann in einem Rettungsboot überleben. Allerdings nicht nur er, denn auch der Tiger hat das Unglück überlebt und erhebt ebenso Anspruch auf das Rettungsboot.

„Life of Pi“ stellt nicht nur verschiedene Glaubensrichtungen in Relation, der Film verdeutlicht auch mit einer interessanten Konstellation, wozu ein Mensch in Extremsituationen fähig ist, wenn er nur seinen Verstand, seine Fähigkeiten und seine Hoffnung richtig kanalisiert. Pis Beziehung zu dem Tiger, einem Wesen, mit dem er gerne Freundschaft teilen würde, das er aber immer wachsam als totbringenden Feind einordnen muss, bietet die Grundlage für eine schöne Erzählung über Gut und Böse, über Freund- und Feindschaft und was geteiltes Leid für Möglichkeiten bietet.

Diese tiefgehende Geschichte bekommt noch mehr Tiefgang durch die einzigartigen Bilder, mit denen der Überlebenskampf von Mensch und Tiger in Szene gesetzt wird. Fluoriszierende Krillschwärme, sich im Meer spiegelnde Wolkenformationen, der Ozean ist hier nicht nur eine blaue Wasserfläche, sondern mittels Computertechnik zu einem wahren Augenschmaus umgewandelt worden, auf jeden Fall ein Tipp für die große Leinwand in 3D. Ein rundum gelungener Film, der gleichermaßen was fürs Herz und fürs Auge ist.

Bildergalerie (zum Vergrößern anklicken)


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