„Jack Reacher“ – Langweilig und uncool!

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Tom Cruise ist ein egomanischer Selbstdarsteller, der daher nur auf eine Handvoll wirklich gelungener schauspielerischer Leistungen zurückblicken kann. Da ich die Buchvorlagen zu „Jack Reacher“ nicht kenne, aber gehört habe, dass Reacher dort optisch nicht mal im Ansatz Cruise ähnelt, und man zudem die originellen Ansätze das Charakters sieht und wie sie zugunsten des Standard-Cruise-Charakters geopfert werden, kann man nur vermuten, dass Fans der Buchvorlage nicht gerade begeistert sein werden. Wer angesichts der Trailer nun einen actiongeladenen, spannenden und coolen Film erwartet, wird bitter enttäuscht werden, „Jack Reacher“ ist einfach nur langweilig.

Ein Heckenschütze ermordet eine Reihe Passanten am hellichten Tag, ein Verdächtiger ist schnell gefunden. Doch dieser verlangt nach Jack Reacher, der den Verdächtigen noch bei seinen Army-Zeiten bereits hinter Gitter gebracht hat. Reacher lebt unter dem Radar, taucht aber plötzlich bei den Ermittlungen auf, um den Verdächtigen endgültig verurteilt zu sehen. Doch dann stoßen er und die Verteidigerin auf einige Ungereimtheiten, die Reacher an der Schuld zweifeln lassen und ihm gewalttätige Verfolger an die Fersen heften.

Über Tom Cruise muss man nicht mehr viel sagen, der selbstironischen Darstellung in „Tropic Thunder“ folgten wieder nur stereotype Rollen als (geplant) coole, draufgängerische Helden ohne wirklichen Tiefgang. Der Charakter Jack Reacher hätte sicher mehr zu bieten gehabt. Auch die Handlung will trotz einer netten Grundidee einfach nicht wirklich zünden, auch die Actionsequenzen sind nach Schema F inszeniert und deutlich überschaubarer als vermutet.

Während Robert Duvall als kauziger Waffennarr noch die besten Momente des Films bestreitet und Rosamund Pike nicht mehr als der blonde weibliche Gegenpart ist, erschreckt einem am meisten die Darstellung von Werner Herzog. Hmm, werden jetzt einige grübeln, ist der nicht eigentlich Regisseur? Korrekt, Herzog ist nicht nur für Kinski-Klassiker wie „Fitzcarraldo“ oder „Aguirre“ verantwortlich, auch seine letzten Filme wie „Rescue Dawn“ konnten aufgrund der aufopfernden und beeindruckenden Machart überzeugen. Grundsätzlich kann ich nachvollziehen, dass es reizvoll sein muss, mal einen Bösewicht vor der Kamera zu spielen, aber schon die Sprechweise von Herzog macht seinen Einsatz als Schauspieler fast unmöglich. Das Schlimmste ist allerdings, dass sein Filmcharakter in den wenigen Filmminuten, die ihm vergönnt sind, eigentlich nichts tut als böse schauen und schnacken, man vergeblich auf die große Auflösung wartet, wer er als großer Unbekannter denn nun ist und was er will. Selten wirkte ein Bösewicht so überflüssig und unsinnig wie hier.

„Jack Reacher“ ist meiner Meinung nach nur was für Fans von Tom Cruise, Fans von spannenden Kriminalfällen und Actionfilmen werden hier nicht glücklich aus dem Kino kommen, und die Fans der Buchvorlage vermutlich am wenigsten.

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