„The Master“ – Kriegsveteran trifft auf Sektenführer!

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Regisseur Paul Thomas Anderson ist für Geniestreiche wie „Boogie Nights“, „Magnolia“ und „There Will Be Blood“ verantwortlich, was schon eine gewisse Erwartungshaltung hervorruft. Allerdings kann „The Master“ nicht in gleichem Maße überzeugen. Das liegt aber keinesfalls an den Darstellern Joaquin Phoenix, Philip Seymour Hoffman und Amy Adams, die hier wohl mit ihre besten Leistungen zeigen, was vollkommen berechtigt zu Oscarnominierungen von allen dreien führte, wenn auch keiner die Trophäe mit nach Hause nehmen konnte. Ihr eindrucksvolles Spiel belebt den Film, allerdings kann die Handlung nicht wirklich überzeugen und so auch nicht über die volle Lauflänge fesseln.

Kriegsveteran Freddie Quell ist ein Rebell und ein Unruhestifter, der durch Zufall an Lancaster Dodd gerät, den Anführer einer philisophischen Sekte. Dieser nimmt ihn in seiner Bewegung auf und versucht ihm seine Ansichten näher zu bringen. Während Freddie sich einerseits in der Gemeinschaft wohlfühlt, kommt er trotzdem nicht damit klar, sein eigenes Ich zu verleugnen, so verliert er immer wieder die Beherrschung.

Erwartet hatte ich eigentlich ein kritisches Scientology-Porträt, bekommen habe ich ein Schaupielduell dreier wirklich begnadeter Schauspieler. Joaquin Phoenix ist wirklich der rebellische und verwirrte Kriegsvetaran mit all seinen Macken, er spielt ihn nicht nur, und auch Philip Seymour Hoffman und Amy Adams stellen ihre Charaktere wirklich überzeugend dar. Was dem Film aber fehlt, ist ein roter Faden, eine greifbare Botschaft, eine wirklich fesselnde Geschichte. „The Master“ lebt von der Konfrontation seiner Charaktere, diese macht den Film auch tatsächlich sehenswert, aber eine Geschichte, die einen über den Abspann hinaus bewegt und möglicherweise zum Nachdenken anregt, hätte den Film zu einem weiteren Meisterwerk machen können.

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