„Die fantastische Welt von Oz“ – Netter Fantasyfilm!

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Wenn Sam Raimi sich der Fantasywelt von Oz widmet, hätte dabei eine sehr gruselige Version herauskommen können, allerdings entschied sich der Regisseur von „Tanz der Teufel“ und der alten „Spiderman“-Trilogie für eine kindgerechte Version der Vorgeschichte des Filmklassikers „Der Zauberer von Oz“. Wenn man sich darauf eingestellt hat, bekommt man einen netten, bunten Fantasyfilm, der einen zwar gut unterhalten kann, aber auch hinter seinen Möglichkeiten zurückbleibt. Mit James Franco, Mila Kunis, Rachel Weisz, Michelle Williams und Zach Braff hat man zwar einen recht guten Cast gewählt, doch wirklich überzeugen kann keiner. Trotzdem kann man dem Film gerne eine Chance geben, man sollte nur nicht zu viel erwarten.

Oz ist ein Jahrmarktzauberer in Kansas, der eines Tages mit einem Heißluftballon in einen Wirbelsturm gerät und dann in das Fantasieland Oz befördert wird. Dort empfängt man ihn als den großen Zauberer, der laut einer Prophezeiung das Land von der bösen Hexe befreien und wieder Frieden bringen wird. Mit der Aussicht auf den Thron und die Schätze von Oz, übernimmt der Betrüger die Rolle des mächtigen Zauberers, bis er merkt, welche Gefahren auf ihn warten. Dank ein paar neuen Freunden beginnt er jedoch, seine Aufgabe ernst zu nehmen.

James Franco spielt ein arrogantes, egoistisches Arschloch von Zauberer, das passt zwar am Anfang, aber eine wirkliche Entwicklung merkt man während des Films nicht. Auch die anderen Charaktere sind hier und etwas überzeichnet und kitschig geraten. Zudem nutzt der Film die Möglichkeiten der Fantasiewelt recht unspektakulär, es gibt zwar viele bunte Bilder, natürlich in 3D, aber irgendwie nichts Besonderes, auch die Fantasiewesen sind nicht gerade außergewöhnlich ausgewählt, auch wenn der fliegende Affe und das Porzellanmädchen noch zu den besten Charakteren des Films gehören. Bis auf ein paar Gruselmomente bleibt die Spannungskurve auch recht gering, was natürlich größtenteils an der Handlung liegt, die sehr schlicht daher kommt und bis auf wenige überraschende Wendungen sehr vorhersagbar und kinderfilmtypisch mitunter etwas unsinnig daher kommt. Auch die lustige Idee, die Handlung in der realen Welt in 4:3 und schwarz-weiß zu zeigen, verliert schnell ihren Reiz, dafür ist der Prolog einfach zu lang.

Trotzdem ist der Film nicht schlecht, man muss ihn halt als Kinderfilm sehen und da bietet er alles, was er braucht. Ich rechne Sam Raimi zudem hoch an, dass er dem jungen Publikum zuliebe auf jegliche Brutalität verzichtet, auch die Handlung kommt eben deshalb so schlicht daher, weil sie auf Kinder ausgerichtet ist. Wer sich damit anfreunden kann oder sogar einen schönen Film für die ganze Familie sucht, der kann hier auf jeden Fall ins Kino gehen.

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Ein Kommentar

  1. Auch unabhängig der unschönen, bunten, komplett animierten „Alice im Wunderland“-Optik, der wirklich jegliche Autentitzität oder immerhin ein wenig Charakter fehlt, ist der Film einfach nicht besonders gut. Die Charaktere sind unglaublich blass und – wie schon geschrieben – selbst James Franco macht keine wirkliche Entwicklung durch; nimmt nur alles selbstverständlich in Kauf, stellt niemals Fragen, will dafür stets einen Batzen Gold und grinst sich schelmisch durch die Bluescreen-Welten. Die Story ist ziemlich an den Haaren herbeigezogen und weder spannend noch logisch, sondern dient nur leise im Hintergrund als unsinniger Motivator für die nächste CGI-Einlage.
    Schade, ich hatte mich im Vorfeld auf den Film gefreut; aus der Idee hätte man sicher etwas draus machen können und auch der Cast könnte ein schlechterer sein!

    Nachtrag: Wieder einmal eine ironisch gemeinte Gratulation an die deutsche Titelvergabe: Aus „Oz – The Great and Powerful“ hat man „Die fantastische Welt von Oz“ gemacht, obwohl es bereits den Film „Oz – Eine fantastische Welt“ (im Original übrigens „Return to Oz“) gibt. Man kann sich nur an den Kopf fassen. Komisch, dass „The Wizard of Oz“ nicht zu „Die Welt des fantastischen Oz“ oder so übersetzt wurde …

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