Schlechte Sandalenfilme, die keiner mehr sehen will

Es mag überraschen, dass gerade ich überhaupt keine Lust auf die anstehenden Sandalenfilme habe, die momentan eher ein Nischendasein fristen – schließlich bin ich ein Fan der Antike und der griechischen Mythologie. Aber die 2014 anstehenden zwei „Herkules„-Verfilmungen, „Pompeii“ oder „300: Rise of an Empire“ interessieren mich doch relativ wenig. Sie sehen alle gleich (schlecht) aus und langweilen schon mit den ersten Bildern. Kommt in dem Genre noch was Gutes?

Obwohl die Zeit der großen Sandalenfilme lange vorbei scheint, erscheinen ähnlich wie beim ebenfalls totgesagten Western immer wieder ein paar große („Gladiator“, „Troja“, „Alexander„), mittlerweile aber eher gering budgetierte Filme. Während ich mich noch sehr auf das „Kampf der Titanen„-Remake freute, das eine neue Welle von Filmen über die griechische Mythologie einzuläuten schien (siehe hier), ist mein Interesse nach ebendiesem, „Zorn der Titanen„, „Krieg der Götter„, „Der Adler der neunten Legion“, „Spartacus“ etc. erstaunlich gering. Sie alle scheinen „300“ visuell imitieren und inhaltlich noch unterbieten zu wollen.

So ist „Hercules: The Legend Begins“ von irgendeinem Unbekannten mit irgendwelchen Unbekannten, der Trailer sieht eher mies aus (siehe hier), Slowmotion-Muskelberge, Arenakram, mehr muss man eigentlich kaum noch drüber sagen. Wem das noch nicht „300“-nah genug war, versteht dann wohl die gebrüllte „Tonight, we…“-Ansprache im Trailer. Was das mit Herakles zu tun hat, weiß ich nicht so ganz. Der Film soll am 7 August 2014 in die Kinos kommen.

Dagegen wirkt ja fast schon Brett Ratners „Hercules: The Thracian Wars“ ambitioniert, sind mit Dwayne Johnson in der Titelrolle, Ian McShane, John Hurt und Joseph Fiennes immerhin ein paar bekannte Namen dabei. Aber wer erwartet ernsthaft von einem Film mit Dwayne Johnson mehr als stumpfes Hau-drauf? Der Filmstart ist der 10 Juni 2013.

Paul W. S. Andersons „Pompeii“ hat neben Emily Browning und Kit ‚Jon Snow‘ Harington dem Trailer nach (siehe hier) eine künstliche „300“-Optik, Arenakram und Muskelberge in Slowmotion zu bieten. Hurra. Als wenn man diese sehr interessante Thematik nicht auch anders inszenieren könnte. Der Film erscheint wohl schon im Februar 2014.

Und wer noch nicht genug Zeitlupen-Sixpacks in einer regnerischen CGI-Welt gesehen hat: Zu allem Überfluss bekommt neben den ganzen Nachmachern auch „300“ selbst ein Sequel. „300: Rise of an Empire“ hat ebenfalls einen charmlosen Langweiler in der Hauptrolle, da können auch Lena Headey und Eva Green wohl nicht mehr viel retten (Trailer: siehe hier). Filmstart ist der 6. März 2014.

Während man „300“ noch halbwegs Innovation zuschreiben könnte und dessen geringe Ansprüche sowie seine auf Visualität reduzierte Art noch einen gewissen Reiz hatte, scheinen sich alle weiteren Sandalenfilme daran zu orientieren, anstatt auch nur zu verzuchen, eine gute, intelligente oder wenigstens spannende Erzählweise bieten zu können. Die Götter sind mittlerweile eher komische Leute in Glitzer-Rüstungen und die Figuren allesamt blass und uninteressant. Da bilden die beiden „Kampf der Titanen“-Filme fast schon eine positive visuelle Ausnahme, wurde da immerhin auch mal an realen Orten gedreht. Gut waren sie leider dennoch nicht.

Ich würde mich wirklich über einen Film freuen, der ein wenig mehr als künstliche Optik, langweilige Klotz-Hauptpersonen, eine unlogische Alibi-Story und 08/15-Action zu bieten hat. Ob es so einen Film in naher Zukunft geben wird? Ich bezweifle es, da diese Mythologie/Antike-Schinken anscheinend langsam wieder (zu Recht) keinen mehr interessiert nach einem Film nach dem nächsten, die alle stupide und austauschbar wirken. Aber wer weiß?

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