„Carrie“ – Überflüssiges, wenig originelles Remake

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Ein damals noch unbekannter Schriftsteller namens Stephen King konnte Anfang der 70er gleich mit seinem ersten Roman „Carrie“ bei Lesern und Kritikern punkten, eine großartige Verfilmung des Stoffes durch Brian De Palma folgte kurz darauf. Aus irgendeinem Grund entschied man sich jetzt für eine Neuverfilmung, die aber dem Original absolut nicht das Wasser reichen kann und sowohl inhaltlich als auch dramaturgisch nicht überzeugt. Das Remake bleibt blass und kopiert die alte Verfilmung absolut unoriginell. Leider können auch Chloe Grace Moretz und Julianne Moore die stümperhafte Neuauflage nicht retten.

Inhalt

Carrie ist ein Außenseiter und steht unter der Kontrolle ihrer fanatischen Mutter. Als sie in der Schule ihre erste Periode bekommt, wird sie von ihren Mitschülerinnen gehänselt, weiß aber selber nicht, was mit ihr passiert. Die beteiligten Schülerinnen werden bestraft, ihre Anführerin zudem vom Schulball ausgeschlossen. Während sie Rache an Carrie nehmen will, möchte eine andere Mitschülerin Carrie helfen. Carries Mutter versucht ihre Tochter noch mehr zu unterdrücken, doch Carrie hat übersinnliche Kräfte, die immer stärker werden.

Rezension

Die Verfilmung von Brian De Palma ist einfach großartig, hier wurde die Vorlage emotional und spannend umgesetzt, der Film funktioniert sowohl als Drama als auch als Horrorfilm, optisch ist alles stimmig, vor allem der Showdown hat es wirklich in sich, zudem ist die Besetzung mit Sissy Spacek, John Travolta, Nancy Allen und Piper Laurie einfach klasse.

Im Remake wirkt alles wie eine müde Kopie, vieles wurde fast 1:1 aus De Palmas Verfilmung übernommen, allerdings hier ohne jeglichen Stil. Wie zu erwarten wurde der Showdown zwar deutlich heftiger inszeniert, doch kommt er nicht ansatzweise an die alte Umsetzung heran und vermag nicht mal halb so sehr zu gruseln. Dazu kommt, dass in der Neufassung der finale Auslöser für das Schulmassaker fehlt, Carrie mordet hier einfach drauflos, obwohl die meisten Leute ihr gar nichts getan haben.

Die vielschichtige Handlung wird hier einfach abgespielt, kein Charakter bekommt wirklich Tiefe. Der alten Filmhandlung wurde ein Online-Video der Hänselei bei Carries Periode hinzugefügt, ansonsten hat man sich beim Remake absolut nichts Neues einfallen lassen. Eigentlich sind Chloe Grace Moretz als Carrie und Julianne Moore als ihre fanatisch religiöse Mutter gar nicht so schlecht besetzt, doch auch sie bleiben angesichts des uninspirierten Drehbuchs weit hinter ihren Möglichkeiten zurück.

Während angesichts der nicht mal ansatzweise umgesetzten Buchvorlage von „ES“ eine Neuverfilmung sicher eine gute Idee wäre, tat es bei „Carrie“ überhaupt nicht not. Wenn man dann allerdings auch noch so etwas Stümperhaftes abliefert, ist das doppelt peinlich.

Bildergalerie (zum Vergrößern anklicken)


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