„jOBS“ – Besser als erwartet!

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Ashton Kutcher hat eine nicht unwesentliche Ähnlichkeit zu Steve Jobs, weshalb er wohl auch gecastet wurde – denn er ist nicht unbedingt für seine schauspielerischen Höchstleistungen bekannt. Doch er überrascht! Man merkt ihm an, wie sehr er versucht, den umstrittenen Charakter einzunehmen und es gelingt ihm insgesamt auch ziemlich gut: Mimik, Gestik und Sprache sind gut getroffen! Generell ist der Film im Vorfeld von Filmkritikern und Apple-Mitgründer Steve Wozniak dermaßen vernichtend beschrieben worden, dass er in Deutschland nicht in die Kinos kam. Der Film vertut auch in der Tat viele Chancen und bleibt zu oberflächlich, ist aber durchaus ansehbar.

Inhalt

Der ehrgeizige junge Steve Jobs (Ashton Kutcher) schafft es durch sein Charisma, schließlich bei den großen Konzernen in Silicon Valley zu landen und gründet zusammen mit seinem Freund Steve Wozniak (Josh Gad) die Firma Apple, die Geschichte schreiben sollte. Doch sein egozentrischer Charakter steht dem Menschen, der zwischen Genie und Wahnsinn schwankt, ständig im Weg …

Rezension

Der Film ist nett anzuschauen, bleibt aber im Großen und Ganzen recht durchschnittlich. Das ist bei einer dermaßen fesselnden Person wie Steve Jobs aber natürlich ziemlich enttäuschend, weshalb der Film bei den meisten Kritikern wohl gnadenloas durchfiel. Im Gegensatz zum filmtechnisch großartigen „The Social Network“ wird er der Figur aber vermutlich sogar eher gerecht als jener Mark Zuckerberg.

Zu respektvoll, Jobs trete teilweise Messias-gleich auf, so klangen einige Kritikpunkte. Angesichts der Tatsache, dass Jobs wohl noch deutlich größere Ausraster in der Firma gehabt hat, als hier gezeigt wird, mag das auch sicherlich zutreffend sein. Dennoch wird Jobs keinesfalls als sympathische Figur vorgestellt und ausschließlich verherrlicht; alleine sein übermäßiger Narzissmus ist stets präsent. Das hatte ich angesichts der Tatsache, dass dieser Film kurz nach seinem Tod erschienen ist, deutlich schlimmer befüchtet.

Dennoch bleibt der Film in eigentlich allen Aspekten ein wenig zu oberflächlich. Sämtliche Figuren inklusive Jobs selbst bleiben zu blass; auch Jobs‘ Leben außerhalb von Apple klammert der Film komplett aus. Für einen Film über die technischen Entwicklungen von Apple ist aber auch widerum zu wenig Fokus auf diesen Aspekt gelegt worden. Die große Konkurrenz zu Bill Gates‘ Microsoft wird z. B. fast gar nicht angesprochen. So ist der Film nett anzusehen, sieht trotz geringen Budgets auch hochwertig aus, wird aber weder der Thematik noch der polarisierenden Figur von Steve Jobs gerecht.

Für diejenigen, die nahezu nichts über Jobs wissen, ist er aber dennoch eine gute Möglichkeit, zumindest ein wenig mehr über den Apple-Gründer zu erfahren. Leider beschränkt sich das dann doch in den meisten Fällen auf bereits Bekanntes.

Wenngleich weniger hochwertiger produziert, ist der Fernsehfilm „Die Silicon Valley Story“ aus dem Jahr 1999 nicht minder sehenswert und informativer als „jOBS“. Er thematisiert die Konkurrenz zwischen Jobs und Gates stärker und trifft mit Noah Wyle in der Hauptrolle absolut ins Schwarze. Interessant ist auch, dass Aaron Sorkin („The Social Network“-Writer) momentan ebenfalls an einem innovativen Steve-Jobs-Biopic „iGOD“ arbeitet, das lediglich aus drei Szenen bestehen soll, die seine gesamte Entwicklung auf den Punkt bringen sollen.

Man kann gespannt sein, wie diese Figur in Zukunft filmtechnsich behandelt werden wird. „jOBS“ bietet Biopic-Durchschnittskost und gute schauspielerische Leistungen, schafft es aber nicht, der Legende Jobs oder der hochspanneden Geschichte Apples gerecht zu werden; dafür ist er viel zu seicht und routiniert.

Fazit

Wer ein tiefergehendes Figurenportrait oder eine detaillierte Entwicklungsgeschichte des Apple-Konzerns erwartet, könnte enttäuscht werden. Aber Ashton Kutcher macht seine Sache durchaus souverän, sodass der Film zumindest einen kleinen Einblick in die Karriere von Steve Jobs bietet.

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