Kurz kritisiert, Vol. 8: Von Diana, Liberace und Mandela

Wieder mal habe ich ein paar Filme aus den Kinojahren 2013 und 2014 nachgeholt, denen ich mich hier immerhin in Kurzform widmen möchte. Hier kommen daher die Kurzkritiken zu „Inside WikiLeaks„, „Diana„, „Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand„, „Der blinde Fleck„, „Für immer Single?„, „Liberace„, „Anchorman 2“ und „Mandela„, interessanterweise fast alle mit einem Bezug zu berühmten Persönlichkeiten und Ereignissen der Geschichte des späten 20. Jahrhunderts.

Inside WikiLeaks – Die fünfte Gewalt
(USA 2013)
Ich bin ein absoluter Fan von Benedict Cumberbatch und Daniel Brühl, auch einen Blick hinter die weltveränderden Ereignisse von Julian Assange und WikiLeaks zu bekommen, ist ein interessanter Ansatz, doch der Film kann nicht wirklich überzeugen, gerade zu Assange lässt sich kein Bezug aufbauen, auch wenn Cumberbatch mal wieder sein Bestes gibt. Unterm Strich kann man dem Film gerade wegen der Schauspieler eine Chance geben, wirklich bahnbrechend Neues erfährt man allerdings nicht.

Diana
(UK/FR 2013)
Prinzessin Diana ist wohl einer der wenigen Menschen der Weltgeschichte, der bei fast jedem in erster Linie positive Assoziationen hervorruft, ein Biopic ist dann natürlich gleich ein Wagnis. Die Schnulze, die Regisseur Oliver Hirschbiegel hier allerdings aus den letzten Lebensjahren Dianas bastelt, ist in erster Linie anstrengend, der Versuch, einen Blick hinter die Fassade Dianas zu bekommen, gelingt nur bedingt, will der Film doch irgendwie gar nicht zu dem Menschen passen, den man aus den Medien zu glauben kannte. Dabei liegt es gar nicht unbedingt an den Hauptdarstellern Naomi Watts und Naveen Andrews, sie können aber nicht wirklich gegen das zu seichte Drehbuch anspielen.

Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand
(SCHWEDEN 2013)
Filme aus Dänemark oder Schweden können fast immer mit ihrem originellen Stil und Humor punkten, das gilt auch für diesen Film. Die Handlung eines alten Mannes, der auf eine wirklich verrückte Lebensgeschichte und dabei ähnlich „Forrest Gump“ auf zahlreiche berühmte Persönlichkeiten getroffen ist, jetzt aus dem Altersheim flieht um noch was vom Leben zu haben und durch einen dummen Zufall plötzlich einen Koffer voller Geld im Gepäck und dann gleich einen Trupp fieser Gauner auf den Fersen hat, ist originell und unterhaltsam. Wer nordische Filme mag, sollte auch hier auf seine Kosten kommen.

Der blinde Fleck – Täter. Attentäter. Einzeltäter?
(DE 2013)
Bis heute gibt es Ungereimtheiten darüber, wer 1980 für den Anschlag auf das Oktoberfest verantwortlich war, es gab aber einige Hinweise auf die rechte Szene. Angesichts aktueller Ereignisse widmete man sich in diesem Film den Recherchen von Ulrich Chaussy, der seit dem Attentat über Jahrzehnte versuchte, die Hintermänner ausfindig zu machen, aber immer wieder auf Widerstand stieß. Die Thematik ist interessant, doch wirklich überzeugen kann der Film nicht, ohne wirkliche Erkenntnisse bleibt auch hier alles spekulativ und bringt einen der Wahrheit nur bedingt näher.

Für immer Single?
(USA 2014)
Mann will keine feste Bindung, trifft Traumfrau, stellt seine Freiheitsprinzipien in Frage und stellt dann Liebe über Sex. Eine nicht unbedingt neue Thematik, die auch hier nicht unbedingt originelle neue Ansätze bietet. Herausgekommen ist eine mittelmäßige Komödie, in der Zac Efron und Miles Teller, inzwischen gefühlt in jedem zweiten Film dabei, ganz offensichtlich ihren Spaß hatten, die aber nicht gerade mit einer interessanten Handlung oder einer wirklichen Spannungskurve punkten kann. Muss man defintiv nicht gesehen haben.

Liberace – Zu viel des Guten ist wundervoll
(USA 2013)
Ohne Zweifel, Michael Douglas und Matt Damon spielen wirklich großartig, der Film ist fantastisch ausgestattet und bietet einen mitunter schon erschreckenden Einblick in den Umgang mit Homosexualität und Aids in den 80ern. Ich habe definitiv nichts gegen Homosexuelle, aber auch mir war dieser Film doch insgesamt irgendwie „zu schwul“, das klingt vielleicht komisch, wird aber jeder verstehen, der beispielweise „Milk“ oder „Brokeback Mountain“ gesehen hat. Liberace kommt einfach zu „tuckig“ rüber und die Sexszenen nehmen recht viel Zeit in Anspruch. Das macht „Liberace“ zu keinem schlechten Film, aber eben doch etwas anstrengend.

Anchorman 2 – Die Legende kehrt zurück
(USA 2013)
Ich war lange Zeit ein Fan von Will Ferrell, allerdings konnte er in den meisten Fällen eher als Nebendarsteller punkten. So konnte ich „Anchorman“ auch nur bedingt etwas abgewinnen, war hier bei der Fortsetzung allerdings verblüfft, wie lustig diese geworden ist und wie viele der abgedrehten Gags wirklich zünden können. Wer also mal wieder Lust auf eine niveaulose Komödie hat, der kann hier fürs Heimkino auf jeden Fall einen Versuch riskieren.

Mandela – Der lange Weg zur Freiheit
(UK/SÜDAFRIKA 2013)
Das Leben Nelson Mandelas kann man in drei Abschnitte einteilen: Die Zeit als Anwalt und Freiheitskämpfer, die Zeit im Gefängnis und die Zeit danach als Staatsoberhaupt. Der Film konzentriert sich auf die ersten beiden Bereiche, bietet viele interessante Einblicke in das Leben und den Charakter Mandelas und auch seiner Frau, allerdings wirkt alles leider etwas gehetzt. Der Film ist auf jeden Fall gut, aufwenig inszeniert, ambitioniert gespielt und optisch großartig in Szene gesetzt, aber eben doch irgendwie lückenhaft und eben auch nicht zu Ende erzählt. Vielleicht hätte man Mandela tatsächlich eine ganze Trilogie gönnen sollen, genug Stoff dafür hätte es sicher gegeben, wenn man sich mal vor Augen führt, woraus alleine „Invictus“ einen ganze Filmhandlung ziehen konnte.

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