„Interstellar“ – Nolan schickt McConaughey ins All!

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Die Filme von Christopher Nolan können (fast) immer mit großartiger Optik, bombastischem Sound, interessanten Plots und guten Darstellern punkten, entsprechend gut macht sich auch „Interstellar“ auf der großen Leinwand. Um den alten Vorwürfen entgegenzuwirken, seine Filme würden emotionslos sein, setzt Nolan hier an vielen Stellen auf Gefühle und Zwischenmenschliches. Allerdings nimmt sich auch dieser Film zu ernst, die Handlung hat so einige gigantische Logiklücken und die Emotionen wirken leider so, als hätte sie jemand ohne Emotionen ins Drehbuch geschrieben. Das macht „Interstellar“ nicht zu einem schlechten Film, aber eben auch nicht zu dem großen, epischen Drama, das er gerne wäre. Den Weg ins Kino ist er aber trotzdem wert.

Inhalt

In einer nahen Zukunft ist die Menschheit stark dezimiert und versucht in einer immer schlechter zu bewirtschaftenden Welt zu überleben. Der Farmer und ehemalige Pilot Cooper bekommt die Chance, in einer geheimen Weltraummission einen Weg für die Rettung der Menschheit zu finden, muss dafür aber seine beiden Kinder zurück lassen. Zusammen mit ein paar Wissenschaftler fliegt er durch ein Wurmloch in der Nähe des Saturns, um in der dahinter verborgenen Galaxis einen bewohnbaren Planeten zu finden. Viele unberechenbare Ereignisse, beeinflusst durch Raum und Zeit, machen es immer unwahrscheinlicher, dass die Mission Erfolg hat und Cooper seine Kinder noch zu Lebzeiten wiedersehen könnte.

Review

Die Idee ist natürlich ambitioniert und interessant, der ganze Film rasant und optisch beeindruckend gefilmt, wie schon „Inception“ von Hans Zimmer mit bombastischer Musik unterlegt, die Effekte können sich sehen lassen, die Schausspielerriege von Matthew McConaughey, Anne Hathaway und Jessica Chastain über Michael Caine und Casey Affleck bis zu Matt Damon, John Lithgow und Topher Grace ist super besetzt und spielt dazu auch noch gut, alles ein großartiges Fundament für einen einzigartigen Film. Und da liegt auch das Problem von „Interstellar“! Der Film versucht unentwegt, großartig zu sein, stolpert dabei aber über die eigene Logik und die selbst auferlegte Gefühlsschiene. Klar ist „Interstellar“ Science-fiction, aber wenn eine Handlung ständig versucht so zu tun, als wäre alles wissenschaftlich fundiert und total klug durchdacht, sollte dies auch so sein und nicht so oft das logische Denken des Zuschauers anzweifeln.

Dabei nutzt Nolan gerade die Besonderheiten von Raum und Zeit im Weltraum, um den Film spannend und originell wirken zu lassen, wer sich einfach zurücklehnt und nichts hinterfragt, kann hier eine grandiose Achterbahnfahrt erleben. Hätte er einfach einen spannenden SciFi-Film gedreht und nicht das „Epos zur Rettung der Menschheit“ und sich am Ende etwas mehr getraut und dem Film ein düstereres Ende und vielleicht eine etwas stimmigere Auflösung gegeben, „Interstellar“ hätte deutlich besser punkten können.

Fazit

Untern Strich bleibt der Film ein typischer Nolan-Film, seine Fans werden also nicht in erster Linie enttäuscht aus dem Kino gehen. Der Film ist trotz fast drei Stunden Länge kurzweilig und den Besuch im Kino auf jeden Fall wert, wer nicht zu viel hinterfragt, könnte hier vielleicht sogar das Highlight des Kinojahres sehen. Leider ist mir das nicht immer gelungen.

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