Kurz kritisiert, Vol. 9: Vom Schicksal, Marathon und Tod!

Und hier kommen die letzten Kurzkritiken für dieses Jahr, dabei sind dieses Mal „Katakomben„, „Grace of Monaco„, „Fünf Freunde 3„, „Das Schicksal ist ein mieser Verräter„, „Wenn ich bleibe„, „Sein letztes Rennen„, „Nymph()maniac„, „[REC] 4“ und „Monty Python Live (Mostly) – One Down Five To Go„.

Katakomben
(USA 2014)
Und wieder ein Horrorfilm, der auf Klaustrophobie, Schreie und wackelnde Kameras setzt. Die Grundidee, archäologischen Hinweisen auf der ganzen Welt zum in den Katakomben unter Paris versteckten Stein der Weisen zu folgen, aber damit das Tor zur Hölle zu öffnen, ist im ersten Moment ganz nett, wird aber letztendlich immer blöder, unlogischer und peinlicher. Trotz des für einen Horrorfilm gelungenen Settings ist das Gruseligste bei diesem Film leider letztendlich doch die Handlung.

Grace of Monaco
(USA/FR 2014)
Nicole Kidman spielt Grace Kelly, die sich zwischen ihren neuen Aufgaben als Fürstin von Monaco und ihrer Passion als Schauspielerin entscheiden muss. Das kommt zwar nicht übermäßig kitschig daher, aber so richtig überzeugen kann der Film auch nicht, weiß er doch selber nicht, was er eigentlich sein will. Auch Nicole Kidman und Tim Roth können nicht wirklich überzeugen. Grace Kelly ist sicher eine Persönlichkeit, über die man einen Film drehen könnte, dieser hier ist allerdings nur mittelmäßig gelungen.

Fünf Freunde 3
(DE 2014)
Und tatsächlich geht es jedes Jahr weiter mit neuen Abenteuern der legendären Fünf Freunde. Wie schon die ersten beiden Teile ist auch dieser für Kinder spannend und nett aufbereitet, mit neuen Nebendarstellern wie Sky du Mont, Nora von Waldstätten und Michael Kessler gut besetzt, aber mit seiner Urwaldgeschichte doch schon recht weit weg von den eigentlichen Vorlagen. Wer die anderen Neuverfilmungen mochte, wird aber auch mit dieser gut klar kommen. Und in Kürze kommt dann ja auch schon der vierte Teil.

Das Schicksal ist ein mieser Verräter
(USA 2014)
Es ist vermutlich kaum möglich, einen Film über an Krebs erkrankte Jugendliche zu drehen, der nicht einen gewissen Tränendrüsenanteil hat und leicht am Kitsch vorbeischrammt, doch dieser hier schafft es tatsächlich, sich der Thematik auf eine sehr unaufdringliche und mitunter sogar amüsante Art zu nähern. Neben der gefühlvollen Handlung sind es vor allem die Hauptdarsteller Shailene Woodley und Ansel Elgort, die dem Film seinen besonderen Charakter verleihen, aber auch Willem Dafoe in einer grandiosen Nebenrolle als frustrierter Schriftsteller trägt seinen Teil dazu bei. Mit einer Träne im Augenwinkel, aber doch immer mit einem kleinen Lächeln kann man den beiden vom Schicksal getroffenen Jugendlichen zuschauen, wie sie sich nicht unterkriegen lassen und vielleicht mehr aus ihrem eingeschränkten Leben machen als manch anderer.

Wenn ich bleibe
(USA 2014)
Das mit dem Kitsch sieht bei „Wenn ich bleibe“ schon anders aus, auch wenn Chloe Moretz wie immer gut spielt. Aber die Handlung des nach einem Autounfall im Koma liegenden Mädchens, das dabei nahezu alle Menschen verloren hat, die ihr etwas bedeuten und nun als Außenstehende zuschaut, was im Krankenhaus passiert und dazu ihr Leben Revue passieren lässt, um sich zu entscheiden, ob sie noch einen Sinn zum Weiterleben findet, ist einfach zu kitschig. Schön ist der Anteil, den der Bezug zur Musik bei dem Mädchen und ihrem Freund einnimmt, aber auch das kann den Film nicht aus dem Mittelmaß retten.

Sein letztes Rennen
(DE 2013)
Dass sich Dieter Hallervorden auf seine alten Tage noch als guter Schauspieler und nicht nur als Klamaukexperte hervortut, hätte wohl kaum einer erwartet, aber seine Darstellung eines ehemaligen Marathonweltmeisters, der ins Altersheim gesteckt wird und sich noch mal aufrafft, um einen letzten Marathon zu laufen, kann sich tatsächlich sehen lassen. Wäre da nicht das kitschige, unsinnige Ende wäre der Film wirklich gelungen, einfühlsam und schon fast spannend ist die Handlung, so begleitet man den Rentner, der sich gegen alle Kritik und Widerstände zur Wehr setzt, um seinen letzten Tagen noch einen Sinn zu geben. Auch Heike Makatsch als überforderte Tochter macht eine gute Figur. Wie gesagt, wenn das Ende nicht wäre, ein absoluter Geheimtipp.

Nymph()maniac Vol. 1 & Vol. 2
(DÄ/DE/FR/UK/BE 2013)
Ok, ich habe den Film nicht durchgehalten, aber im Director’s Cut von um die sechs Stunden Weltstars zwischen Porno und Gewalt zuzuschauen, musste dann echt nicht sein. Es steht mir damit sicher nicht zu, ein Urteil nur aufgrund des Anschauens im Schnelldurchlauf zu fällen, aber was Lars von Trier mit diesem Film vermitteln wollte, erschließt sich mir nicht mehr. Auch „Antichrist“ war schon absolut grenzwertig, aber immer noch unter künstlerischen Aspekten interessant, hier fehlt mir endgültig der Zugang und ich kann absolut nicht verstehen, wieso sich neben seiner Stammbesetzung Charlotte Gainsbourg und Willem Dafoe auch Stars wie Stellan Skarsgard, Shia LaBeouf, Christian Slater, Jamie Bell oder Uma Thurman bereit erklärt haben, hier mitzumachen. Aber vielleicht findet sich ja irgendwer, der durchgehalten hat und mir die Daseinberechtigung dieses Zweiteilers erklären kann.

[REC] 4: Apocalypse
(SP 2014)
Der spanische Horrorfilm „[REC]“ war als Wackelkamera-Zombie-Thriller damals ein echtes Highlight, dem Film folgte ein solider zweiter Teil, ein überflüssiges Remake und ein dritter Teil, der zwar unterhalten konnte, aber sich nicht unbedingt an die ersten beiden Teile anfügte. Mit „[REC] 4“ werden nun nicht nur alle drei Teile zusammengeführt und eine Auflösung über den Ursprung der Zombie-Epidemie präsentiert, der Film kann auch mit guter Spannung, fröhlichem Splattern und einer netten Handlung punkten. Man verzichtet hier zwar fast vollständig auf den Handkamera-Stil, kann so aber ganz andere Möglichkeiten zum Schocken nutzen. Nichts wirklich Neues, aber ein gelungener Abschluss der Reihe und für Fans der anderen Teile definitiv empfehlenswert.

Monty Python Live (Mostly) – One Down Five To Go
(GB 2014)
Die Wiedervereinigung und damit gleichzeitig der legendäre letzte Live-Auftritt der britischen Kulttruppe Monty Python ist zwar kein Kinofilm, sollte aber wenigstens kurz Erwähnung finden. Im aufwendig inszenierten Auftritt aus dem April 2014 spielen und singen die noch lebenden, aber deutlich in die Jahre gekommenen Pythons John Cleese, Eric Idle, Michael Palin, Terry Jones und Terry Gilliam noch mal die besten Sketche und Songs ihrer Karriere. Wer den „Flying Circus“ und die Filme schon geliebt hat, für den ist dieser nostalgische Trip in die Humorgeschichte ein absolutes Muss. Danke, Jungs, dass ihr euch für diesen grandiosen Abschied noch mal zusammengerauft habt!

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