„Birdman“ – Keaton, Norton und Stone auf Oscarkurs!

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Es gibt immer wieder Filme, die einen komplett umhauen, weil sie einfach mal wieder etwas völlig Neues darstellen und wirklich auf jedem Level überzeugen können. „Birdman“ ist so ein Film! Eine absurde Story, die allerdings bewusst mit Parallelen zur Realität spielt, ein grandioser Cast, eine brillante Umsetzung bezogen auf Optik, Ton, Kamera und Regie, und ein nicht unwesentlicher Anteil Verrücktheit, der dem Film seinen ganz eigenen Stil verleiht. Nicht zu Unrecht ist der Film gleich für neun Oscars in fast allen Hauptkategorien nominiert, man darf gespannt sein, welche Trophäen tatsächlich abgeräumt werden.

Inhalt

Riggan Thomson hat seinen Hauptrollen als Superheld in den „Birdman“-Filmen keine Erfolge mehr vorweisen können, so versucht er sich an einem Broadwaystück, um als ernst zu nehmender Schauspieler im Gedächtnis zu bleiben. Doch seine problematischen Darsteller, die frustrierte Tochter, die enttäuschte Geliebte, die Ex-Frau, der kurz vor dem Nervenzusammenbruch stehende Manager und nicht zuletzt sein immer wieder zu ihm sprechender Alter Ego Birdman machen dieses Unterfangen nicht gerade zu einem leichten Unterfangen.

Review

Hmm, war Michael Keaton nicht auch zweimal Batman und danach kam eigentlich nichts mehr? Korrekt! Schon alleine die Tatsache, dass Keaton sich mit diesem Film tatsächlich ein Denkmal setzt, wie es sein Charakter gerne würde, macht den Film schon besonders. Keaton spielt wirklich großartig, hat aber mit Edward Norton, Emma Stone, Naomi Watts und Zach Galifianakis auch wirklich grandiose Nebendarsteller an seiner Seite, die alle voll und ganz überzeugen können.

Doch kommen wir zur Machart! „Birdman“ kommt bis auf das Ende quasi in nur einem Take daher, mit raffinierten Kamerafahrten werden Zeitsprünge überbrückt, was dem Film seinen ganz eigenen Charakter verleiht und dafür sorgt, dass man bis zum Ende konstant gut unterhalten und bei der Stange gehalten wird. Die daher größtenteils tatsächlich in wenigen Takes gedrehte Handlung zeigt ein weiteres Mal das Können der Darsteller, die sich aufgrund fehlender Schnitte hier fast wie auf der Bühne verhalten mussten. Die Filmcharaktere sind originell und gerade aufgrund diverser Verbindungen untereinander schon ein Garant für jede Menge skurrile Verwicklungen und Probleme. Und wäre das nicht genug, wechselt der Film auch immer wieder in die imaginäre Vorstellung des Hauptdarstellers, in der er übersinnliche Fähigkeiten hat, fliegen kann und mit seinem Alter Ego Birdman kommuniziert.

Fazit

Regisseur Alejandro Gonzalez Inarritu konnte schon mit „Babel“ und „21 Gramm“ sein Talent für außergewöhnliche Filme unter Beweis stellen, aber mit diesem Geniestreich ist ihm vermutlich sein Meisterwerk gelungen und er konnte Michael Keaton dazu verhelfen, sein altes „Batman“-Image abzulegen und echtes Talent zu zeigen. Der Film richtet sich natürlich nicht in erster Linie an die Fans von buntem, knalligen Popcornkino, trotzdem dürfte der Film auch bei Zuschauern punkten können, die sonst nicht auf Filme abseits der Norm stehen.

Bildergalerie


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