„Open Windows“ – Nette Machart, ansonsten hanebüchen

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Nach „Grand Piano“ spielt Elijah Wood nochmal mehr oder weniger die gleiche Rolle – diesmal nicht am Klavier, sondern vor dem Laptop. Ex-Pornoqueen Sasha Grey versucht sich nach Soderberghs „The Girlfriend Experience“ diesmal (mit eher mäßigem Erfolg) im Echtzeit-Thriller-Genre, und ansonsten gibt es auch kaum nennenswerte Figuren in diesem Film. Die Grundidee klingt interessant: Der ganze Film ist nur die Darstellung einer Desktop-Oberfläche, auf der sich Video-Telefonie, Webcam-Übertragungen und Ähnliches abspielen und so eine Handlung erzeugt wird. Diese wird aber mit zunehmender Laufzeit immer dümmer …

Inhalt

Gone Girl

Nick (Elijah Wood) ist Super-Fan der Schauspielerin Jill (Sasha Grey). Unerwartet bekommt er durch einen Fremden die Möglichkeit, über das Internet Zugang zu ihrem Rechner zu erhalten. Plötzlich wird Jills Leben durch einen Unbekannten in Gefahr gebracht, sodass es an Nick liegt, sie zu retten – er erlebt am Bildschirm alles live mit …

Rezension

„Open Windows“ wird in Echtzeit und ausschließlich über den Bildschirm eines Laptops erzählt. Das ist neu und hätte auch zu einem guten Thriller im Stil von „Nicht auflegen!“ führen können, aber die wirklich lächerliche und in keiner Form plausible Geschichte verhindert das.

Elijah Wood schafft es, durch sein glaubhaftes Spiel den Film noch über weite Strecken vor dem völligen Untergang retten zu können, was ein wenig Anerkennung verdient. Sasha Grey hingegen kann in ihren Auftritten nicht wirklich schauspielerisch überzeugen. Das Skript gibt ihr aber auch kaum eine Chance. Das Verhalten der Personen ist nicht nachvollziehbar – egal, ob vom supernaiven Elijah Wood, dem französischen Hacker-Trio oder dem Plan des Oberbösen die Rede ist.

Nicht nur, dass der Film aus technischer Perspektive dank Hyper-Servern und Ping-Pong-Kameras lächerlich ist („Ich hab da mal einen Pfeil angebracht“), sondern er ergibt selbst innerhalb seiner selbst erdachten technischen Möglichkeiten keinen Sinn. Während der Film zwar durchweg ein hohes Tempo aufweist, flacht dadurch die Spannung immer weiter ab. Wenn man Gefesselte im Kofferraum einsperrt, dann natürlich nur mit Messer und Telefon. Wenn man ein Hacker ist, der ALLES kann, bekommt man natürlich nicht mit, was alles auf dem Desktop des Gehackten zu sehen ist. Ein Twist am Ende setzt dem Ganzen die Krone auf.

Besonders schade ist, dass interessante Ansätze nicht genutzt werden. So ist die Thematik um prominente Personen, die um den Verlaust ihrer Privatsphäre klagen (mit Homemade-Sexclip-Leaks gut getroffen), aktuell und an sich nicht uninteressant. Auch dachte ich, dass es vielmehr darum geht, dass ein Fan in eine Machtposition gesteckt wird, von seinem angehimmelten Star alles zu bekommen, was er will – leider gegen ihren Willen. Wie weit würde er gehen? Diese spannende Frage ist leider keine zentrale im Film – da hat die Werbung teilweise anderes suggeriert.

Fazit

Die Grundidee (ein Film nur als Desktop-Darstellung) ist interessant, die Umsetzung mies. Elijah Wood schafft es, durch sein souveränes Spiel noch für einen Ansatz an Authentizität (den das Echtzeit-Konzept ja fordert) gegen die lächerliche und mehr als unplausible Story herzustellen, aber mit zunehmender Laufzeit wird der Film immer abwegiger und schichtweg dämlicher. Kann man sich mal an einem verregneten Abend angucken. Muss man aber auch nicht.

Bildergalerie

alllost-g

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