Kurz kritisiert, Vol. 10: Von Reisen und anderen Abenteuern!

Und wieder widme ich mich kurz ein paar Filmen, die mir in den letzten Monaten entgangen sind oder es gar nicht erst zu uns ins Kino geschafft haben, in den meisten Fällen durchaus zurecht. Wirklich überzeugen kann von den Filmen „Hectors Reise„, „Northmen„, „Bernie„, „Left Behind„, „Outcast„, „Maps To The Stars“ und „Die Pinguine aus Madagascar“ nämlich leider keiner so richtig.

Hectors Reise oder Die Suche nach dem Glück
(DE 2014)
Simon Pegg kann lustig sein und aufgrund der Story vom Langweiler, der plötzlich sein Leben hinter sich lässt, um überall auf der Welt nach dem Rezept zum Glücklichsein sucht, hätte ich hier irgendwie eine Komödie mit einer interessanten „Sinn des Lebens“-Ansicht erwartet. Doch die Situationen, die die Hauptperson durchlebt, sind irgendwie nicht originell genug und für einen Film fehlt ein wenig der rote Faden. „Hectors Reise“ kann man durchaus anschauen, hier und da schmunzeln und die ein oder andere philosophische Ansicht mitnehmen, aber er bleibt leider doch hinter seinen Möglichkeiten zurück.

Northmen – A Viking Saga
(CH, DE, SÜDAFRIKA 2014)
Oh man, wer hat denn den Film verbrochen? Wikinger und ein Mönch kloppen sich mit irgendwelchen Rittern, die eine Prinzessin zurückwollen, die eigentlich auch Hexe ist. Auf so einen Quark muss man erst mal kommen. Doch der mit höchtens aus Serien bekannten Darstellern besetzte „Northmen“ ist dazu noch so grottenschlecht inszeniert und gespielt, dass er auch kein Potential entwickelt, ein kultiges B-Movie zu werden. Dieser Film ist einfach nur schlecht!

Bernie – Leichen pflastern seinen Weg
(USA 2013)
Ich hatte mich gefragt, wo eigentlich Jack Black geblieben ist und bin dabei über diesen zwei Jahre alten Film von „Boyhood“-Regisseur Richard Linklater gestolpert. Jack Black spielt hier einen übermäßig sozial eingestellten Beerdigungsunternehmer, der von einer reichen, alten Dame dermaßen genervt wird, dass er sie aus Versehen töten und danach über Monate ihren Tod verschleiert. Als er überführt wird, sind wegen seines Beliebtheitsgrades fast alle auf seiner Seite. Der Film ist nett inszeniert, Black spielt gut und die auf einer wahren Begebenheit beruhende Handlung einigermaßen originell. Einen Meilenstein von Jack Black habe ich hier leider nicht finden können, aber doch einen guten Film, den man sich mal gönnen kann.

Left Behind
(USA 2014)
Komisch, irgendwie traue ich Nicholas Cage immer noch gute Filme zu, aber auch dieser Film über die Apokalypse, in der plötzlich ein Großteil der Menschen spurlos verschwindet und ein Pilot versucht, zu seiner Tochter zurückzukehren, ist alles andere als gut. Vielleicht ist der Film ja der Auftakt zu einer interessanten postapokalytischen Reihe, aber so alleine wirkt er einfach nur unbefriedigend und die biblisch angehauchte Handlung vom Weltuntergang nicht wirklich überzeugend. Aber vielleicht war das ja auch wieder nur ein Fehlgriff von Cage?

Outcast – Die letzten Tempelritter
(USA 2014)
Ok, nach diesem Film sollte ich Nicholas Cage dann völlig abschreiben. Hayden Christensen wird in dieser Welt kein Schauspieler mehr werden, das erwartet ja auch keiner, aber auch Cage macht sich hier in erster Linie lächerlich. Irgendwelche ehemaligen Kreuzritter mischen in einer chinesischen Rache- und Erbfolge-Streiterei mit, am Ende sind irgendwie fast alle tot und wirklich Sinn gemacht hat auch nichts. Dem Film den Zusatz „Die letzten Tempelritter“ zu geben, um sich an einen der letzten immerhin mittelmäßigen Filme von Cage zu klammern, macht die Peinlichkeit dann komplett rund. Ein weiterer Rohrkrepierer auf dem Konto von Nicholas Cage!

Maps To The Stars
(USA 2014)
Filme von David Cronenberg waren schon immer irgendwie verstörend, das war schon bei Klassikern wie „Die Fliege“, „Crash“ oder „Naked Lunch“ so. Doch nach „Cosmopolis“ ist jetzt auch dieser Film einfach nur noch absurd und nervig, dabei versucht er irgendwie ein ätzendes Bild von Hollywood zu vermitteln. Letzten Endes bietet „Maps To The Stars“ aber nur eine Reihe fertiger Charaktere, die aber alle nicht fertig genug sind, um wieder cool zu wirken. Da helfen auch Julianne Moore, Mia Wasikowska, John Cusack und Robert Pattinson nicht, Moore übertreibt, Cusack hatte offensichtlich keine Lust und Wasikowska und Pattinson bleiben hinter ihren Möglichkeiten zurück. Weit weg von Gesellschaftskritik, einfach nur anstrengend.

Die Pinguine aus Madagascar
(USA 2014)
Die „Madagascar„-Reihe war nicht unbedingt ein Meilenstein der Animationswelt, aber die Pinguine hatten immerhin ein paar Lacher auf ihrer Seite. Das reicht zwar nicht für einen ganzen Film, aber immerhin kann man hier und da schmunzeln und sich einigermaßen nett unterhalten lassen. Wer die „Madagascar“-Filme mochte, wird hier sicher auch zufrieden sein, und als Animationsfilm erfindet er das Rad nicht neu, aber hat immer hin hier und da seine guten Momente. Noch mehr Fortsetzungen tun dann allerdings echt nicht mehr not.

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