„The Homesman“ – Tommy Lee Jones‘ Western kann punkten!

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Mit „The Homesman“ riskiert Tommy Lee Jones den Drahtseilakt, als Regisseur, Drehbuchautor und Hauptdarsteller auf vielen Hochzeiten gleichzeitig zu tanzen. Doch sein Western kann absolut überzeugen, auch wenn oder gerade weil er kein typischer Western ist. Die Handlung ist vielschichtig, folgt keinem vohersagbaren Schema und kann einen immer wieder emotional packen und verwirren. Dabei ist der Film unheimlich ruhig inszeniert. Während der Film schon inhaltlich und optisch überzeugen kann, hat man auch mit dem Cast einfach gut ausgewählt, denn nicht nur Tommy Lee Jones und die mal wieder grandiose Hilary Swank können voll und ganz überzeugen, auch die mit prominenten Namen wie Miranda Otto, William Fichtner, John Lithgow, James Spader, Hailee Steinfeld oder Meryl Streep besetzten Nebenrollen bereichern den Film ungemein. „The Homesman“ ist sicher nicht jedermans Sache, aber auf jeden Fall ein Geheimtipp!

In einem kleinen Siedlerdorf im amerikanischen Westen bewirtschaftet die spröde aber intelligente Mary Bee Cuddy eine Farm. Doch als sie sich anbietet, drei offensichtlich verrückt gewordene Frauen zu einer weit entfernten Gemeinde zu bringen, weiß sie, wie gefährlich und anstrengend dieses Unternehmen werden wird. Hilfe bekommt sie von einem grummeligen Außenseiter, dem sie das Leben gerettet hat. Dieser kennt sich dank seiner unrühmlichen Vergangenheit beim Militär mit den Gefahren im Westen aus, aber mit drei verrückten und einer sehr speziellen Frau unterwegs, kommt auch er an seine Grenzen.

Wieder einmal geht einem eine Darstellung von Hillary Swank an die Nieren, Tommy Lee Jones hat sie perfekt besetzt und vermag es mit seinem Film eine wirklich unschöne Variante des Siedlerlebens im Wilden Westen zu zeigen, geprägt von übermächtigen Männern und dem Einfluss der Kirche. Was den Film so besonders macht, ist nicht nur die Konstellation der fünf Reisenden, sondern die Entwicklung, die diese nimmt und einen immer im Unklaren lässt, was als nächstes passiert, zu unberechenbar sind sie alle. Was dann aber passiert, ist selten das, was man erwartet.

„The Homesman“ ist ein Abgesang auf den glorreichen Wilden Westen, ruhig aber spannend und immer wieder überraschend inszeniert, mit tollen Schauspielern und einer großartigen Optik. Man kann immer nur wieder verblüfft sein, was alternde Schauspieler doch immer noch für Überraschungen parat haben.

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