„Jurassic World“ – Die Rückkehr in den DinoPark!

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Unabhängig von meiner Begeisterung für Dinosaurier ist „Jurassic Park“ bis heute ein filmischer Meilenstein für mich, der bis heute überzeugen kann, auch wenn die beiden Fortsetzungen damals schon nicht mehr den gleichen Level halten konnten. Entsprechend hoch war meine Erwartungshaltung und meine Vorfreude, angeheizt von spektakulären Trailern, als ich endlich die Neuauflage bzw. dritte Fortsetzung des Saurier-Meisterwerks im Kino sehen konnte. Leider blieb der Film in vielen Aspekten hinter meiner Erwartung zurück, vielleicht auch gerade deshalb, weil er im Vergleich zum über 20 Jahre alten „Jurassic Park“ eigentlich nur verlieren konnte.

Inhalt

Viele Jahre nach den Vorfällen im „Jurassic Park“ wurde John Hammonds Vision eines Erlebnisparks mit echten Dinosauriern doch noch umgesetzt. Täglich lassen sich Tausende Besucher von geklonten Urzeittieren begeistern. Gleichzeitig züchten die Wissenschaftler weiter und haben einen wirklich gefährlichen Hybriden erschaffen. Als dieser trotz aller Sicherheitsmaßnahmen ausbricht und sich als wahre Killermaschine entpuppt, ist kein Besucher, aber auch kein Saurier mehr sicher auf der Insel.

Rezension

Vielleicht erst mal vorab: „Jurassic World“ ist kein schlechter Film! Außerdem tritt er das Erbe von „Jurassic Park“ keinesfalls mit Füßen, ganz im Gegenteil, viele Einstellungen sind eindeutig als Verbeugung und Hommage an den ersten Teil zu sehen. Der Park ist interessant konzipiert, die Saurier gekonnt in Szene gesetzt und der Film nicht mit überflüssigen Fun Scenes ruiniert worden. Selbst die beiden im Mittelpunkt stehenden Kinder nerven nicht, was in einem solchen Film schon was heißen will.

Doch damit wären wir dann schon bei den zahlreichen Kritikpunkten angekommen. Zum einen wirkt der Film viel zu sehr wie ein Remake, zu ähnlich ist die Handlung, zu wenig Neues hebt den Film von seinen Vorgängern ab. So ist mir nicht klar, warum auch „Jurassic World“ so lange braucht, um wirklich zu starten. In den 90ern waren Dinosaurier auf der großen Leinwand etwas Besonderes, hier hätte man nicht erst eine gefühlte halbe Stunde warten müssen, bis die ersten wirklichen Saurieraufnahmen kommen. Generell merkt man letztendlich auch nicht, dass dieser Film so viel mehr Saurierarten als „Jurassic Park“ zu bieten hat, schließlich bekommen wieder in erster Linie T-Rex, Velociraptoren und natürlich der neue Indominus Rex die meiste Screentime. Die coolste Neuerung ist vermutlich der Mosasaurier in seinem Wasserbecken, allerdings hat man von dem nahezu alle Einstellungen schon im Trailer gesehen. Generell beglückwünsche ich alle, die sich vor dem Film keinen Trailer angesehen haben, dort wurden nämlich mal wieder fast alle guten (Dinosaurier-)Szenen und elementaren Handlungsstränge gespoilert, was einem auch wieder einen Teil der Spannung und Begeisterung nimmt.

Kommen wir zu den Darstellern. Wie bereits erwähnt spielen Ty Simpkins und Nick Robinson die Quoten-Kiddies ohne großen Nervfaktor, allerdings auch ohne einprägsame Leistung. Chris Pratt ist cool, aber insgesamt doch mit einem zu schlichten Charakter versehen, sodass er keinesfalls an seine Performance in „Guardians of the Galaxy“ heranreicht. Bryce Dallas Howard wirkt blass und mitunter schon fast nervig und selbst Vincent D’Onofrio kann aus seiner Rolle nicht wirklich was herausholen.

Als nostalgisches I-Tüpfelchen ist der Film ok, aber ansonsten kann er nicht viel mehr als die beiden anderen Fortsetzungen überzeugen. Nicht mal wirkliche Überraschungen, Schockeffekte oder bedrückende Spannung hat der Film zu bieten, zu vorhersagbar und harmlos kommt die Handlung daher. Die wenigen coolen Ideen wie die dressierten Raptoren werden nicht genug ausgespielt, der neue Indominus Rex ist alles andere als ein neues Gruselmonster, dass alle Saurier davor in den Schatten stellt. Da war ja fast der Spinosaurier im dritten Teil noch cooler.

Fazit

Während ich diese Kritik schreibe, merke ich noch mehr, wie enttäuscht ich doch tatsächlich bin. „Jurassic World“ und die Rückkehr der Dinos auf die Kinoleinwand sollte mein Highlight des Jahres werden und hat doch auf so vielen Ebenen versagt. Vielleicht werde ich den Film zeitnah ein zweites Mal ohne große Erwartungen sehen und ihm vielleicht mehr Begeisterung entgegen bringen. Jetzt zieht es mich aber doch wieder eher zurück in den guten alten „Jurassic Park“ als in die aufgemotzte neue Version. Schade, das macht auch nicht so viel Hoffnung auf die beiden geplanten Fortsetzungen. Vielleicht gehe ich an die dann aber gleich mit etwas geringerer Erwartungshaltung heran.

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4 Kommentare

  1. Ich war vom Film nicht ganz so enttäuscht, hatte allerdings auch keine (!) Erwartungen – und habe mir keinen Trailer angesehen. Na<türlich ist die Story etwas dürftig und teilweise vorhersehbar, aber ich fand den Film insgesamt gut gemacht. Dass es immer noch vorkommt, dass eine Frau
    auf Stöckelschuhen durch den Urwald läuft (obwohl ausdrückjlich gesagt wurde: mit den Schuhen nicht), finde ich wirklich nervig. Aber die Saurier
    haben mir schon gefallen und auch der Park insgesamt.

  2. Ich bin nur zufällig in dem Film gelandet. Daher genauso wie Bernd… keine Erwartungen und mich zumindest an keinen Trailer erinnert.
    Wirklich toll war der Film nicht. Aber ich überlege auch, was diese Tatsache ändern könnte. Der Konflikt wird immer zwischen Mensch und Dino sein. Wirklich kämpfen gegen einen Dino, kann nur ein anderer Dino. Oder Bumblebee. Das wäre es doch, dann hätte ein Film rund um Bumblebee wenigstens wenigstens „Sinn“.

  3. Der Film war im Großen und Ganzen so ähnlich wie erwartet – also mittelmäßig. Man merjt, dass der Regisseur mit viel Herzblut und Liebe zum Original am Werk war – aber er hat einfach keinen guten Film abgeliefert. Viele Ideen und Ansätze haben mir gefallen (gerade die zwei kontroversesten: Raptor-Trainer und zusammengebastelter Dino – da sie die Ursprungsthemen klug fortsetzen), aber die Umsetzung war mau. Die Figuren waren blass und würde nicht Chris Pratt das dringend notwendige Charisma mitbringen, wäre das ein echtes Trauerspiel. Es wird so viel von Teil 1 geklaut, dass ich mich wirklich gefragt habe, ob ein Reboot dann nicht sinnvoller gewesen wäre.
    Der Film attestiert sich sein Problem selbst („Der Wow-Faktor kommt bei einfach nur Dinosauriern nicht mehr zu stande“) – aber zieht daraus keine Konsequenzen. Der Film versagt (trotzt einzelner gelungener Szenen) weitgehend darin, Atmosphäre und Spannung auszubauen – am besten wohl bei der in drei Einstellungen abgehakten Mosa-Saurier-Szene zu bemerken, die am ehesten noch einen Wow-Moment hätte erzeugen können, wäre sie nicht komplett im Trailer gewesen und hätte man sie atmosphärisch aufgebaut und inszeniert.
    Wirklich sehr enttäuschend und lächerlich wurde dann aber das Ende: Die Dinosaurier wurden derart vermenschlicht und haben sich einen lächerlichen Monster-Battle geliefert, dass ich dachte, ich spinne. Das war nicht „Jurassic Park“, sondern „Godzilla“ oder „King Kong“. Absolut missraten.
    Alles in allem ein unterhaltsamer Film, aber kein würdiger „Jurassic Park“. Er hat viel Potenzial gehabt, da viele einzelne Elemente gelungen sind, gute Schauspieler und ein Regisseur mit Interesse an der Sache dabei waren, aber die Umsetzung war leider nicht prall. Wenn man schon „Jurassic Park 3“ als Positivbeispiel heranziehen muss – denn die Flugsauerierszene war darin wirklich gelungen und hundertmal atmosphärischer als Dinosauerierszenen in „Jurassic World“ – dann ist bei dem Film einiges schiefgelaufen.

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