„Project Almanac“ – Teenie-Zeitreise-Thriller-Logik-Desaster!

nur miesschlechtfast mittelmäßigmittelmäßigfast gutgutfast sehr gutsehr gutfast einzigartigfast einzigartig   5,50 (2 Stimmen)
Loading...

Irgendwie ist das Thema „Zeitreise“ seit „Zurück in die Zukunft“ ein Thema in Filmen, das mich immer wieder anzieht und doch wird es in nahezu jedem Film wegen inkonsequentem Umgang mit der Zeitreisenlogik und dümmlichen Storylines versaut. So auch in diesem Fall! „Project Almanac“ macht nicht nur überhaupt keinen Sinn, die Zeitreise-Logik wird ständig wieder umgeworfen und alles ist noch mit so dümmlichen Teenie-Problemen gekreuzt, sodass sich der Film irgendwo im Bereich von „A Sound of Thunder“ wiederfindet. Hoffentlich finde ich beim nächsten vermurksten Film dieser Art die Kraft, mich von dem Thema nicht wieder locken zu lassen.

David will mit seinen technischen Fähigkeiten in die Fußstapfen seines genialen, aber vor langer Zeit verstorbenen Vaters treten, als er sich plötzlich auf einer Videoaufnahme von seinem siebten Geburtstag selbst im Hintergrund sieht. Ihm und seinen Freunden ist klar, dass es ihnen offensichtlich gelingen wird, eine Zeitmaschine zu bauen, also suchen sie im Archiv seines Vaters und stoßen dort auf einen Rohbau der Maschine. Nach zahlreichen Fehlschlägen und technischen Verbesserungen gelingt es den Jugendlichen, sich zurück in die Zeit zu versetzen. Natürlich versuchen sie einiges zu verändern und manipulieren damit die Gegenwart. Als sie bemerken, dass ihre Veränderungen weitreichender sind als angenommen, versuchen sie alles wieder ins Lot zu bringen und machen so alles immer schlimmer…

Die Idee mit dem Video ist ganz cool, die weitere Grundhandlung wird zunehmend blöder und dann massakriert sich der Film mit seinen Zeitreisen selber. Zum Grundverständnis vielleicht noch mal die Erklärung, dass es eigentlich nur zwei Varianten des Zeitreisens gibt. Variante 1 (z.B. „Timeline“) nimmt an, dass die Zeitachse konstant ist und alles schon immer so war, die Zeitreisenden und ihre Aktionen eingeschlossen – damit wären diese schon immer Teil der Geschichte gewesen und könnten auch nichts verändern. Variante 2 (z.B. „Zurück in die Zukunft“) nimmt an, dass jede Veränderung die Zeitachse und damit alle Geschehnisse verändern. Diese Richtung schlägt auch „Project Almanac“ ein, doch irgendwann widerspricht sich alles. Manchmal sehen sich die Jugendlichen selber, dann ersetzen sie wieder ihr eigenes Ich und machen den gleichen Zeitsprung mehrfach. Selbst wenn man nicht so wie ich penibel auf diese Logik achtet, merkt man irgendwann, dass hier gar nichts mehr zusammen passt.

Aber das ist nicht das Schlimmste! Viel nerviger sind die Veränderungen, die die Jugendlichen vornehmen und die Beweggründe (auf Konzerte gehen, Frauen angraben, Schulkameraden verarschen, Referate verbessern…), die sie dazu antreiben. Jetzt mag mancher sagen, dass Jugendliche ja so ticken, aber von Jugendlichen, die eine Zeitmaschine bauen können, hätte ich deutlich mehr Intelligenz erwartet. Egal, nach der Zeit den Film zu schauen, verschwende ich gerade wieder zu viel Zeit mit diesem Film, daher mein kurzes Fazit: Schwachsinn, auf keinen Fall anschauen!

Verwandte Artikel

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.