Kurz kritisiert, Vol. 12: Von Freunden, Monstern und Helden!

Und schon wieder kommt die nächste Ladung Kurzkritiken, wieder größtenteils mit ein paar eher unscheinbaren Filmen aus diesem Kinojahr. Dieses Mal widme ich mich in Kurzfassung den Filmen „Asterix im Land der Götter„, „Der Richter„, „Fünf Freunde 4„, „Kind 44„, „Selma„, „Miss Meadows„, „Monsters: Dark Kontinent„, „The Lazarus Effect„, „Horns„, „The D Train“ und „Lauras Stern„.

Asterix im Land der Götter
(FR 2014)
Nach einigen mehr oder weniger gelungenen Realfilmen kommt der gallische Held wieder in Animationsform ins Kino, zum ersten Mal in 3D. Auf Basis des Comics „Die Trabantenstadt“ müssen die Gallier sich mal wieder Cäsar und seinen Legionen widersetzen. Dabei wirkt der neue Film tatsächlich mal wieder wie ein „normaler“ Asterix-Film, nicht so überzogen wie die letzten Kinoauftritte. Der Film ist rund, amüsant und doch irgendwie nichts Besonderes. Für Asterix-Fans auf jeden Fall ein netter Ausflug in die nostalgische Zeit, als Asterix und seine Comics noch toll waren.

Der Richter – Recht oder Ehre
(USA 2014)
Bei diesem spannenden Gerichts- und Familiendrama sind neben Robert Downey Jr., Robert Duvall auch Vera Farmiga, Billy Bob Thornton und Vincent D’Onofrio mit von der Partie. Der Film erzählt die Geschichte eines erfolgreichen Anwalts, der seinen Vater, einen angesehenen Richter, vor Gericht wegen möglichen Totschlags verteidigt, obwohl die beiden seit Ewigkeiten zerstritten sind. Nicht zuletzt dank der tollen schaupielerischen Leistungen kann der Film auch auf emotionaler Ebene überzeugen.

Fünf Freunde 4
(DE 2015)
Bereits zum vierten Mal werden die neuen „Fünf Freunde“ in ein Kinoabenteuer geschickt, das wie schon beim dritten Teil im Vergleich zu den Vorlagen etwas zu überdimensioniert daher kommt. Dieses Mal geht es nämlich auf Schatzsuche in der Wüste. Wer aber auch schon die anderen drei Teile mochte, kann sich auch diesen hier anschauen. Hoffen wir mal, dass der sicher kommende fünfte Teil wieder etwas „bodenständiger“ wird.

Kind 44
(USA/UK 2015)
Spannend und verstörend zeigt dieser Film, wie in den 50ern die Sowjetunion unter dem Motto, es gäbe im Paradies keine Serienmörder, einem Agenten Steine bei der Suche nach einem brutalen Kindermörder in den Weg legt. Mit Tom Hardy, Gary Oldman, Noomi Rapace, Vincent Cassel und Charles Dance ist der Film zudem toll besetzt und auch dramaturgisch und optisch gut umgesetzt. Ein interessanter und beunruhigender Einblick in die damalige sowjetische Denkweise.

selmaSelma
(USA 2014)
Martin Luther King ist sicher eine der bedeutendsten amerikanischen Persönlichkeiten des letzten Jahrtausends, doch ein Ereignis hat in den 60ern die Rechte der Schwarzen in Amerika am deutlichsten beeinflusst und das war der u.a. von King organisierte Protestmarsch von der Kleinstadt Selma aus bis nach Montgomery. Nachdem die ersten Versuche trotz friedlichen Protestes von der Staatsgewalt brutal zurückgeschlagen werden, wächst auch in der Bevölkerung der Unmut. „Selma“ widmet sich diesem Protest und den Versuchen Kings, den Präsidenten Lyndon B. Johnson zu Gesetzesänderungen zu bewegen. Toll gespielt und großartig in Szene gesetzt. David Oyelowo spielt King einfühlsam ohne Heldenstatus und auch die u.a. mit Tim Roth, Martin Sheen und Tim Wilkinson besetzten Nebenrollen machen ihre Sache gut.

Miss Meadows
(USA 2014)
Es ist ruhig geworden um Katie Holmes, die mit ihrer Darstellung einer Frau, die für die Einhaltung ihrer bizarren rundum guten Weltansicht auch zu drastischeren Mitteln greift, um das Böse in Schach zu halten. Doch als sie sich verliebt und schwanger wird, muss sie sich entscheiden, wie sie ihr Leben weiterleben will. „Miss Meadows“ ist ein spezieller Film und sicher nicht jedermans Sache, aber trotzdem nicht uninteressant. Vor allem Katie Holmes kann in ihrer Rolle überzeugen.

Monsters: Dark Kontinent
(UK 2014)
Monsters“ war ein Außenseiter unter den Horrorfilmen und hob sich daher von der Masse ab, mit „Dark Kontinent“ wird die Alieninvasion jetzt fortgesetzt und in ein Kriegsszenario im Nahen Osten versetzt. Das funktioniert an sich auch gar nicht schlecht, will sich aber nur bedingt an den ersten Teil anfügen. Gut gemacht und auch inhaltlich interessant bleibt er trotzdem hinter dem ersten Teil zurück. Trotzdem können sich die Monsteranimationen auch hier wieder sehen lassen.

The Lazarus Effect
(USA 2015)
Immer wieder wird man sich dem Thema Wiederbelebung im Kino widmen, doch dieser Film erinnert eher an „Flatliners“ als an „Frankenstein“. Ein netter Horrorthriller für zwischendurch mit einer sehr unterhaltsamen Olivia Wilde in der Hauptrolle. Spannend mit gut gesetzten Schockeffekten und ein paar netten Wendungen. Nichts Großartiges, aber für einen gemütlichen Herbstabend auf der Couch trotzdem in Ordnung.

Horns
(USA 2013)
Zwei Jahre verspätet kommt der Horrorfilm von Alexandre Aja mit Daniel Radcliffe auch bei uns in Kino. „Horns“ kann vor allem mit der Machart punkten, aber auch Radcliffe zeigt erneut, dass er viel mehr kann als „Harry Potter“. In düsteren, oft verstörenden Bildern folgt man einem Mann, dessen große Liebe brutal ermordet wurde und den alle für den Mörder halten. Interessant ist hierbei, dass von vorherein offen bleibt, ob er nicht tatsächlich der Mörder ist. Als ihm plötzlich Hörner wachsen und seine Mitmenschen anfangen, ihre dunkelsten Gedanken mit ihm zu teilen, nutzt er diese düstere Gabe, um herauszufinden, was wirklich in der Mordnacht passiert ist. Als Horrorfilm tatsächlich recht originell und spannend bis zur letzten Minute.

The D Train
(DE 2015)
Hey, Jack Black macht ja doch noch Filme, aber ob dieser sein musste, würde ich doch anzweifeln. Black spielt einen Loser, der für ein Ehemaligentreffen fast schon besessen einen ehemaligen Mitschüler gewinnen will und dabei etwas übers Ziel hinausschießt. James Marsden spielt diesen recht souverän, aber auch nicht so, dass er der Sympathieträger des Films wäre. Irgendwie nerven alle in dem Film, die Handlung auch, damit irgendwie der ganze Film. Schade, auch für Jack Black scheinen die besten Zeiten bereits vorbei zu sein. Vielleicht gelingt ihm ja irgendwann noch ein Filmcomeback wie auf musikalischer Ebene mit seiner Band Tenacious D.

Lauras Stern
(DE 2004)
Zuletzt ein kleiner Ausflug zu einem schon etwas älteren Zeichentrickfilm für Kinder. „Lauras Stern“ kommt im Stil der japanischen Klassiker wie „Das wandelnde Schloss“ daher, ist aber auch schon für ganz Kleine in seiner ruhigen und gefühlvollen Machart sehenswert. Ein wirklich schöner Kinderfilm und für meine kleine Tochter eine tolle Auswahl als erster Spielfilm, den sie mit uns zusammen anschauen durfte. Für uns stehen jetzt natürlich auch noch die Serie und die beiden anderen Filme von „Lauras Stern“ auf dem Zettel.

Bildergalerie (zum Vergrößern anklicken)


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