Steven Spielberg: Der Superhelden-Film wird sterben wie der Western

Seit Jahren boomen die Superhelden-Filme derart, dass man das Gefühl hat, es gibt in Hollywood gar keine anderen Blockbuster mehr. Und während ich mich schon lange frage, wer diese immense Masse an fast identischen, weichgespülten 08/15-CGI-Orgien noch sehen will, prophezeite Steven Spielberg kürzlich dem Genre einen Niedergang wie dem Western. Mir spricht er damit aus der Seele, aber anscheinend gibt es noch immer eine breite Masse, die mittlerweile selbst die x-te Marvel-Serie schaut?

Spielberg argumentiert mit Mechanismen der Kinoentwicklung:

„There will be a time when the superhero movie goes the way of the Western. Right now the superhero movie is alive and thriving. I’m only saying that these cycles have a finite time in popular culture. There will come a day when the mythological stories are supplanted by some other genre that possibly some young filmmaker is just thinking about discovering for all of us.“

Auch mir ist es seit Jahren rätselhaft, wie sich die Comicbook-Filme und neuerdings auch -Serien unverändert populär halten könnten, sodass jetzt auch DC Marvels Erfolgsrezept folgen will und sein eigenes Superhelden-Universum startet. Doch muss es wirklich sein, dass mit der Superman-Batman-Wonder-Woman-Aquaman-etc.-Zusammenführung nun die „Justice League“ als Antwort auf die „Avengers“ aufbricht? Während die Nolan-„Batman“-Trilogie noch eigene Akzente setzen konnte, sieht der „Batman v Superman“-Film wieder nach Superhelden-Einheitsbrei aus, der nach dem ewig gleichen Prinzip verläuft.

In den nächsten Jahren erwarten uns „Deadpool“, „Batman v Superman“, „Wonder Woman“, „Aquaman“, „Captain America 3“, „Iron Man 4“, „X-Men 3“, „Wolverine 3“, „Suicide Squad“, „Gambit“, „Dr. Strange“, „Guardians of the Galaxy 2“, „Fantastic Four 2“, „Spiderman“-Reboot, „Thor 3“, „Justice Leaqgue“, „Black Panther“, „The Flash“, „Avengers 3.1“, „Avengers 3.2“, „Antman 2“, „Captain Marvel“, „Green Lantern“, „Shazam“ und noch so einige „Marvel Untitelt“-Projekte und viele spekulierte weitere Filme von „Superman 2“, „Batman“ bis „Sandman“, „Arrow“ und „Masters of the Universe“. Neben Serien wie „The Flash“, „Gotham“, „Supergirl“, „Marvels Agents of Shielt“, „Marvels Agent Carter“, „Marvels Jessica Jones“, „Marvels Defenders“, „Daredevil“, „Arrow“ etc.

Besonders die noch immer erfolgreiche Fortführung/Rebootung/Ausschlachtung bestimmter Figuren bis ins Unendliche ist einfach nur erstaunlich. Innerhalb kürzester Zeit gab es 3 verschiedene Hulks, Wolverine trat bereits sage und schreibe 7 mal auf der Leinwand auf, Iron Man 5x, auch für Batman ist direkt nach Nolans Abschluss ein Reboot geplant und für Spiderman ebenfalls. Aber diesmal ja ganz anders, weil – Batman hat eine andere Rüstung und trifft auf andere Superhelden und Spiderman ist jünger. Gähn.

Dass einige dieser Filme und Serien unterhaltsam sind, ist soweit ja nachvollziehbar, aber dass diese Superhelden-Filme auch nach Jahren mit der ewig gleichen Inszenierung und CGI-Visualität bei immer weniger einfallsreichen Ideen die breite Masse ins Kino locken können, finde ich schon außergewöhnlich. Ich zumindest bringe diesen Filmen im Großen und Ganzen nur noch ein relativ geringes Interesse gegenüber auf. Wobei die meist durchaus sehr guten Schauspieler (die dann allerdings oft in ihrem Rollenkorsett gefangen sind) und einige Ansätze der Filme ja durchaus nicht uninteressant sind.

Mal sehen, ob diese vor einigen Jahren ausgebrochene Welle tatsächlich in den kommenden Jahren etwas abflaut, bis dem Genre entsprechend dem Western ein Nischendasein oder zumindest ein Normalmaß an Blockbusterfilmen bevorsteht. Es deutet sich ja auch momentan mit „Mad Max“ und „Star Wars 7“ ein Hoffnungsschimmer an, dass die Greencreen-CGI-Action viele Leute mittlerweile langweilt und das Kino wieder Richtung echte Sets und Stunts gehen könnte. Mal schauen.

Quelle: EW

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