Und jetzt ist Peter Jackson George Lucas.

Nun ist die „Hobbit“-Trilogie mit der Extended von „Die Schlacht der fünf Heere“ vollständig abgeschlossen (Rezensionen: Teil 1, Teil 2, Teil 3) und es ist bitter, dass Peter Jackson einen ähnlichen Weg wie George Lucas eingeschlagen hat. Wer hätte zu “Herr der Ringe”-Zeiten ahnen können, dass er in die gleichen Fallen tappt – insbesondere, da der Star-Wars-Schöpfer doch so viel Kritik und Spott ernten musste. Aber die “Star Wars”-Prequel-Trilogie und die “Hobbit”-Trilogie weisen erstaunliche Ähnlichkeiten auf, sodass man mit trauriger Mine sagen muss: Peter Jackson hat viele genauso enttäuscht wie George Lucas.

Natürlich ist nicht alles an den „Hobbit“-Filmen schlecht, ebenso wenig wie bei den „Star Wars“-Prequels, und beide Vorgeschichten haben natürlich ihre begeisterten Fans. Und doch sind gerade viele von denen, die die jeweils alte Trilogie geliebt haben, eher enttäuscht. Bemerkenswert ist, wie sehr die erzählerische und inszenatorische Qualität der „Hobbit“-Filme der „Herr der Ringe“-Trilogie unterlegen ist. Während auch die alten „Star Wars“-Filme eher außergewöhnliche Popcorn-Action boten, halte ich zumindet „Die Gefährten“ tatsächlich für ein Meisterwerk.

Doch unglücklich ist, dass Peter Jackson anscheinend – wie George Lucas – nun machen konnte, was er wollte. Und das bedeutet CGI, Slapstick und Bluescreen bis zur Unendlichkeit. Echte Sets und die grandiosen Miniaturen von „Herr der Ringe“ wurden geopfert, um Schauspieler unbeholfen in Greenscreen-Räumen umherspringen zu lassen. Es zeigen sich teils geradezu erbärmlich schlechte Animationen wie die Zwergen- und Elbenheere in „Hobbit 3“, die mindestes so sehr nach Copy-paste aussehen wie die legendären Gunganer am Ende von „Episode 1“ oder die Klonkrieger (trotz 10 bis 15 Jahre CGI-Entwicklung).

Auch ihren Hang zu ‚Funscenes‘, die dem möglichen realistischen oder sogar düsteren Ton der Filme entgegenstehen, haben beide Regisseure in ihren Prequel-Trilogien eindeutig zu sehr ausgereizt. Die Filme verkommen zu Over-the-Top-Action, sei es die Schlacht der fünf Heere oder das Duell zwischen Anakin und Obi-Wan. Die Charaktere kommen zu kurz; trotz großartiger Schauspieler wie Ewan McGregor oder Martin Freeman wirken die Filme mehr zusammengebastelt als charakterlich schlüssig.

Ich kann sagen, dass bei beiden Regisseuren eine klare, sehr ähnliche Entwicklung von der Original-Trilogie über Prequel 1 zu Prequel 3 zu beobachten ist, leider eine negative, die sich insbesondere in immer künstlicherer Visualität und generischer CGI-Action zeigt. Sowohl „Episode I“ als auch „Eine unerwartete Reise“ stechen visuell noch positiv hervor. Doch in beiden Vorgeschichten-Trilogien wirkt die Action meist nicht spannend oder interessant, sondern über weite Strecken ausgedehnt und langweilig.

Schade! Während ich zu „Herr der Ringe“-Zeiten so sehr gehofft habe, dass Peter Jackson auch noch den „Hobbit“ inszeniert, wünschte ich nun, es hätte doch ein anderer getan. Ob del Toro die bessere Wahl gewesen wäre, bleibt fraglich. Vielleicht sollte man ambitionierten Regisseuren nicht zu viel Geld zur Verfügung stellen, dann denken sie vielleicht auch mehr über die Story und weniger über die Technik nach.

Letztlich zwei große vertane Chancen. Hoffen wir, dass zumindest „Star Wars“ mit der neuen Sequel-Trilogie wieder ein wenig rehabilitiert wird!

Verwandte Artikel

Ein Kommentar

  1. www.youtube.com/watch?v=SQkygZdZ_Vk

    Ein kleiner EInblick in die chaotische Produktion des „Hobbit“ – Peter Jackson war einfach nur noch völlig am Ende, hatte keinen Plan und hat spontan improvisieren müssen. Das erklärt zumindest einige Probleme der „Hobbit“-Trilogie.

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.