„Frank“ – Schräge Feel-good-and-sad-Show von Fassbender

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„Frank“ ist eine ziemlich skurrile Dramödie mit starker Indie-Rock-Note. Im Film geht es darum, dass ein abgedrehter Experimental-Musiker immer einen Pappmaschee-Kopf trägt, auch außerhalb der Bühne. Durch dieses surreale Musikszenario führt uns mit Domhnall Gleeson, Maggie Gyllenhaal und vor allem Michael Fassbender ein stark besetzter Cast, der diesen außergewöhnlichen Film um eine exzentrische Außenseiterband belebt und zugänglich macht und zum Mitfühlen einlädt. Von Witz bis Depression ist in dieser merkwürdigen Musikergeschichte alles dabei.

Inhalt (Pressetext)

Frank ist der exzentrische Frontmann der experimentellen Rockband Soronprfbs und buchstäblich der Kopf der Band. Denn Frank trägt ständig einen übergroßen Pappmaché-Kopf auf seinen Schultern und dies nicht nur bei den skurrilen Live-Shows, sondern auch im Alltag. Nicht mal die Bandmitglieder haben je sein Gesicht gesehen. Als der Keyboarder ausfällt, engagiert Frank spontan den Tagträumer Jon als Ersatz. Und obwohl der erste gemeinsame Auftritt zum Desaster verkommt, darf der Debütant bleiben. Hochmotiviert zieht Jon mit der Band in die irischen Wälder, um ein Album aufzunehmen. In der abgelegenen Hütte dämmert ihm allmählich, worauf er sich eingelassen hat …

Rezension

Während die erste Filmhälfte auf eine sonderbare Art und Weise geradezu brüllend komisch ist und der skurrile Witz im Mittelpunkt steht, wird die zweite Filmhälfte ernster und beide zentrale Figuren machen eine Entwicklung durch. So steht der Film irgendwie zwischen Komödie und Drama, ‚Feel-good‘ wechselt sich mit ‚Feel-sad‘ ab. Dies ist gelungen, führt aber zu einem merklichen Tonwandel im Film. Wer eine ausschließlich irrwitzige Funparade erwartet, sollte gewarnt sein, dass gerade zum Schluss eher ein melancholischer Grundton herrscht.

Die abgefahrene Geschichte, in der ein „Musiker“ einen Pappmaschee-Kopf trägt und diesen niemals ablegt, wurde sogar von einer wahren Gegebenheit inspiriert: Der Komiker Chris Sievey (2010 gestorben) hat sich mit einem großen Pappmaschee-Kopf als Kunstfigur Frank Sidebottom einen Namen gemacht, als er mit seiner Band durch Großbritannien reiste. Der Film spitzt dies nun ein wenig zu.

Dabei bleibt der Film aberwitzig und abgedreht, mit dem (wie immer) sympathischen Domhnall Gleeson hat man aber stets einen Anker, an dem man sich in diesem Wahnsinn festhalten kann. Gleeson spielt hier souverän seine typische Rolle des netten jungen Mannes von nebenan, der sich naiv auf den Weg ins Leben aufmacht. Man kann gespannt sein, ob Gleeson mit „Star Wars 7“ zeigt, dass er auch anders kann.

Der wahre Star des Films ist dann aber ganz klar Fassbender. Es gelingt ihm, dass sich der Zuschauer mit Voranschreiten der Zeit ein immer besseres Bild vom Menschen unter der Maske machen kann. Da man Fassbenders Gesicht den Film über also nicht sieht, muss er allein über Gestik und Stimme performen – und darin ist er mal wieder brilliant. Hier handelt es sich zweifelsohne um einen der derzeit besten und vor allem wandelbarsten Schauspieler Hollywoods!

Die Fokussierung auf die beiden Hauptfiguren führt auch dazu, dass der Film trotz Längen nie langweilig wird. Das ausgeflippte Meisterwerk, das man sich erhofft hat, ist der Film allerdings nicht. Dafür begibt er sich zum Schluss teilweise zu sehr in bekannte Gewässer. Dennoch ist er zweifelsohne etwas Besonderes, auch innerhalb des Dramödien-Genres, und sollte gerade Freunden von Indie-Filmen nicht entgehen. Lustig, berührend, skurril, bemitleidend, liebevoll und traurig – der Film ist vieles.

Fazit

Schräge Dramödie, die zwar kein Meisterwerk ist und seine Botschaft nicht leicht zu erkennen gibt, aber sicherlich als sehenswert bezeichnet werden kann. Die Schauspieler überzeugen, allen voran liefert Michael Fassbender eine fantastische Show ab, bei der man oft zwischen Lachen und Weinen hin- und herschwankt.

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