Kurz kritisiert, Vol. 13: Von Monstern, Wikingern und Boxern!

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Zum Jahresabschluss folgen noch ein paar Kurzkritiken zu einigen Kinofilmen aus 2015, die ich erst jetzt schauen konnte und mich immerhin kurz noch dazu äußern möchte. Das sind dieses Mal „Sinister 2„, „Everest„, „Hitman„, „Escobar„, „Slow West„, „Mara und der Feuerbringer“ und „Southpaw„.

Sinister 2
(USA 2015)
Nachdem mich der gruselige erste Teil so richtig kalt erwischt hatte, dachte ich mir, es würde bei der Fortsetzung so weitergehen, doch die kann weder so schocken noch so überraschen wie der erste Teil. Die Super-8-Aufnahmen sind zu überzogen, die Handlung etwas konfus fortgeführt und alles irgendwie etwas unrunder als der Erstling. Als Fortsetzung aber trotzdem guckbar, wenn auch nicht mit soviel Gänsehautfaktor wie vorher.

Everest
(USA 2015)
1996 kamen bei einer Besteigung des Mount Everest acht Bergsteiger ums Leben, dieses u.a. mit Jake Gyllenhaal und Josh Brolin besetzte Drama stellt das Ereignis spannend und einfühlsam, mit eindrucksvollen Bildern, bombastischem Sound und tollen schauspielerischen Leitungen nach. Nicht nur für Fans des Bergsteigens sehenswert und in diesem Bereich vermutlich einer der besten Filme.

Hitman – Agent 47
(USA 2015)
2007 wurde die Computerspielvorlage „Hitman“ um einen programmierten Killeragenten schon mal recht erfolglos verfilmt, warum man das jetzt erneut versucht und wieder gescheitert ist, erschließt sich mir nicht so ganz. Insgesamt funktioniert „Agent 47“ als Actionfilm, kann ein paar nette Wendungen und Stunts bieten, sich aber keinesfalls aus der Mittelmäßigkeit herausarbeiten. Vermutlich wie damals wieder keine Grundlage für ein fortsetzungsträchtiges Franchise.

Escobar – Paradise Lost
(USA 2014)
Drogenbaron Pablo Escobar hat seinerzeit Kolumbiens Bevölkerung in zwei Lager gespalten, da er sich zum einen für die Bevölkerung einsetzte, auf der anderen Seite mit unvergleichbarer Brutalität sein Geschäft und seine Interessen verteidigte. Das kommt in diesem Film auch rüber und doch kratzt er nur an der Oberfläche, da er den Fokus auf einen erfundenen jungen Amerikaner setzt, der in die Familie Escobars einheiratet. Benicio Del Toro ist dabei die perfekte Besetzung für Pablo Escobar und spielt diesen erwartungsgemäß großartig, Josh Hutcherson macht seine Sache auch ganz vernünftig, sein Charakter will sich allerdings nicht so richtig in die Thematik einfügen. Immerhin schreckt der Film vor vielen brutalen Entwicklungen nicht zugunsten eines Happy Ends zurück, was ihn insgesamt doch noch aus dem Mittelmaß heraushebt.

Slow West
(USA 2015)
Wie der Titel schon erwarten lässt, handelt es sich hier um einen sehr ruhigen Western, der mit Michael Fassbender und Kodi Smit-McPhee gut besetzt wurde. Die Handlung um einen Jungen, der auf der Suche nach seiner steckbrieflich gesuchten großen Liebe von einem Außenseiter begleitet wird, ist schlicht und doch irgendwie originell, aber auf keinen Fall etwas für den typischen Westernfan. Trotz einiger Gewaltszenen wird erst im Showdown richtig geschossen, dann aber richtig. Die Beweggründe der Charaktere sind etwas verworren, was den Film aber eher unterstützt als ihm schadet. Fassbender, der derzeit gefühlt in jedem zweiten Film mitspielt, kann auch hier wieder überzeugen.

Mara und der Feuerbringer
(DE 2015)
Es ist grundsätzlich immer lobenswert, wenn sich deutsche Filmemacher an großen Fantasyfilmen versuchen, aber diesem zuzuschreiben, er könne sich mit der „Unendlichen Geschichte“ messen, ist dann doch weit gefehlt. Ex-„RTL Samstag Nacht“-Star Tommy Krappweis konnte für die Verfilmung seines eigenen Romans über ein junges Mädchen, dass sich dank einer Gabe in die germanische Mythologie versetzen kann, zwar Jan Josef Liefers, Christoph Maria Herbst, Esther Schweins und Heino Ferch gewinnen, wirklich punkten kann aber eigentlich nur Lilian Prent als Mara. Als Regiedebüt ganz ok, als Fantasyfilm allerdings aufgrund der hanebüchenen Handlung und der mittelmäßigen Effekte nicht unbedingt erste Liga.

Southpaw
(USA 2015)
Und wieder ein Boxerdrama, dass zwar mit guten Darstellungen von Jake Gyllenhaal, Rachel McAdams und Forest Whitaker und einer mitunter recht gefühlvollen Handlung um einen erfolgeichen Boxer, der nach einem Schicksalsschlag alles verliert und sich nicht nur im Ring grundlegend ändern muss, um sein Leben wieder in den Griff zu bekommen, punkten kann, insgesamt aber nur knapp der Mittelmäßigkeit entkommt. Am beeindruckendsten ist wohl die körperliche Entwicklung von Gyllenhaal, dessen muskelbepackter Körper so gar nichts mehr mit „Donnie Darko“ zu tun hat.

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