Nur noch 13 Folgen nach Staffel 6 für „Game of Thrones“?

Nun haben die „Game-of-Thrones“-Produzenten Weiss und Benioff erstmals gesagt, dass man wohl eine Teilung der finalen Staffel anstrebe: 7 Folgen Staffel 7, 6 Folgen Staffel 8. Über das Serienende wurde schon viel diskutiert; zum einen, da bereits die am Montag anlaufende 6. Staffel weit über den Inhalt der bisher erschienenden Bücher hinausgeht und das Ende zuerst im Fernsehen zu sehen sein wird, bevor man es lesen kann. Zum anderen aber auch, ob es noch eine 8. Staffel geben wird oder nicht (die Verträge der Schauspieler waren für 7 Staffeln ausgehandelt). Sind die zwei kurzen finalen Staffeln eine gute oder schlechte Idee?

Grundsätzlich finde ich es sehr begrüßenswert, eine Serie nicht unnötig in die Länge zu ziehen, sondern so zu beenden, wie es inhaltlich Sinn macht. Insofern habe ich noch vor ca. einem Jahr dafür plädiert, die Serie mit einer kompletten 7. Staffel zu beenden. Nach allem, was nun schon über die 6. Staffel herausgekommen ist, sieht es jedoch so aus, als wenn wir uns am Ende der kommenden Staffel nach wie vor nicht wirklich nah am Ende der Buchreihe befinden werden. George R. R. Martin hat Buch 6 und Buch 7 als seinen dritten Akt der Geschichte bezeichnet. Dieser würde mutmaßlich mit nur noch 10 oder 13 Folgen nach der 6. Staffel sehr kurz ausfallen, gerade da es in der Serie bisher bereits jede Menge Leerlauf gegeben hat und sich einige Charaktere staffelweise nicht oder nur sehr langsam entwickelt haben. Die Gefahr, dass das Ende gehetzt wirkt, besteht auf jeden Fall.

Die Hintergründe für verkürzte Staffeln sind nachvollziehbar: Die Produktion ist so gigantisch geworden, dass 10 Folgen pro Jahr schlichtweg nicht mehr zu realisieren sind. Beide Produzenten sind auch merklich ausgebrannt, fertig mit den Nerven und betonen, dass gerade die Produktion der 6. Staffel ein einziger logistischer Albtraum gewesen sei. Der Produktionsaufwand dürfte zum Ende der Geschichte auch nicht kleiner werden, stehen sicherlich einige Schlachten bevor. Zudem gibt es nun keine Buchvorlage mehr, so dass auch der Drehbuchprozess schwieriger geworden ist (und mich generell skeptisch stimmt, waren bisher die Adaptionen oft gut, die neu erfundenen Elemente hingegen eher schlecht).

Insofern finde ich es sinnvoll, die Folgenzahl pro Jahr zugunsten der Qualität zu verringern. 13 Folgen klingen in meinen Ohren dann aber doch zu wenig dafür, alle Handlungsstränge zufriedenstellend zu beenden und nicht nur schnell das Ende abzuspulen. Seit Staffel 2 leidet die Serie unter den vielen Figuren und Handlungssträngen, was immer dann deutlich wird, wenn oft gerade die Folgen sehr gut funktionieren, in denen man sich auf wenige Stränge beschränkt. Ich bedauere, dass die Serie von Staffel zu Staffel immer simpler wurde und die Komplexität der Vorlage immer weiter aufgegeben wurde und die Geschichte, Hintergründe und Dialoge vereinfacht worden sind (gegipfelt im peinlichen Dorne-Plot der 5. Staffel).

Nun so schnell die Serie zu einem Ende zu bringen, klingt danach, alles auf einen platten Endbattle zwischen White Walkern und Drachen zu reduzieren. Viele weniger eindeutige Figuren oder Plots der Bücher, die dieses Gut-Böse-Ende ergänzen und ausdifferenzieren könnten, sind in der Serie mittlerweile der Schere zum Opfer gefallen.

Zum Ende hin sollte also die verringerte Figuren- und Plotzahl genutzt werden, wieder zu mehr Tiefe, Figurenentwicklung und Komplexität zu gelangen, was alles im Laufe der Serie abgenommen hat. Ich sehe nicht, wie – gerade nachdem der Weg bis dahin teils sehr langsam war – alle Figuren sowie die Geschichte generell so schnell zu einem gerechten Ende kommen sollen.

Aber letztlich hängt viel von Staffel 6 ab: Wenn wider Erwarten die kommende Staffel stark in der Handlung voranschreitet (heißt: Dany muss in Westeros landen und/oder die Mauer muss fallen), könnten 13 Folgen passen. Insgesamt klingen zwei kürzere Staffeln mit jeweils 8 Folgen allerdings erzählerisch sinnvoller und wären meine Präferenz.

Aber lassen wir uns überraschen, ob die Serie – mittlerweile ohnehin nur noch lose auf den Büchern basierend – zu einem gelungenen Ende finden kann oder nicht. Freuen wir uns erstmal auf Staffel 6! Denn trotz der unübersehbaren Schwächen ist „Game of Thrones“ nach wie vor ein Serienhighlight.

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