Kurz kritisiert 14: Von Drummern, Königen und Politikern

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Hier kommen wieder ein paar Bemerkungen zu ein paar Monate älteren Filmen, die trotzdem Erwähnung finden sollten. Heute sind „Pay The Ghost“, „Whiplash“, „Kung Fu Panda 3“, „Daddy’s Home – Ein Vater zu viel“, „Ich und Earl und das Mädchen“, „Automata“, „Königin der Wüste“, „Macbeth“, „Jane Got A Gun“ und „Der Fall Barschel“ mit dabei.

Pay The Ghost
(USA 2015)
Nicholas Cage findet sich inzwischen fast nur noch in B-Movies wieder und auch hier handelt es sich trotz Regisseur Uli Edel eher um einen zweitklassigen Horrorfilm, in dem Kinder an Halloween von einem keltischen Geist in eine andere Welt entführt werden und ein Vater versucht, seinen Jungen wiederzubekommen. Der Film kann zwar mit einigen guten Schockmomenten und gruseliger Atmosphäre punkten, insgesamt ist er aber kein wirkliches Highlight. Kann man sich mal anschauen, muss man aber nicht.

Whiplash
(USA 2014)
Wer auf Musikfilme steht, sollte sich dieser Highlight nicht entgehen lassen. Miles Teller spielt einen jungen Ausnahmeschlagzeuger, der wirklich alles gibt, um die Ansprüchen des Leiters einer New Yorker Studioband zu erfüllen. Für diese Rolle erhielt J.K. Simmons sogar einen Oscar. Der großartig inszenierte Film kann nicht nur vom Zusammenspiel der beiden Darsteller profitieren, sondern auch von ein paar der beeindruckendsten Schlagzeugsoli, die ich jemals gesehen habe. „Whiplash“ gehört zu den wenigen Filme, die Musik nicht nur als Thema haben, sondern dieses auch leben. Sicher ein sehr spezieller Film, aber für Musikfans ein absolutes Muss!

kungfupanda3Kung Fu Panda 3
(USA 2014)
Bereits ein drittes Mal muss jetzt der „Kung Fu Panda“ ran, was nach einem in meinen Augen für Kinder zu heftigen zweiten Teil hier wieder mit etwas mehr Humor daher kommt. Der trottelige Panda muss mit seinem Freunden dieses Mal einem Gegner aus dem Jenseits mit der Macht zahlreicher Meister gegenübertreten. Dabei benötigt der Panda die Hilfe seiner gerade erst wiederentdeckten Pandasippschaft. Nett, aber weiterhin überflüssig.

Daddy’s Home – Ein Vater zuviel
(USA 2014)
Will Ferrell ist bekannt dafür, dass er sich für nichts schämt, das funktioniert in kurzen Nebenrollen großartig, in Hauptrollen eher weniger. So hat auch dieser Film wirklich lustige Momente, aber irgendwann geht einem der Weichei-Charakter von Ferrell, der um Frau und Stiefkinder mit einem durchtrainierten Draufgänger-Ex um deren Zuneigung buhlt, doch ein wenig auf die Nerven. In Kombi mit einem gut aufgelegten Mark Wahlberg kann der Familienklamauk aber doch ganz nett unterhalten.

Ich und Earl und das Mädchen
(USA 2014)
Traurige und gefühlvolle Plots müssen nicht immer als Trauerballade voller Pathos daherkommen, das hat schon „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ gezeigt. Doch dieser Film über zwei Nerds und deren Freundschaft zu einem totkranken Mädchen ist wirklich gelungen. Nicht nur dank des tollen Schauspiels von Thomas Mann, RJ Cyler und Olivia Cooke, die übrigens schon in der Serie „Bates Motel“ ein schwerkrankes Mädchen spielte, sondern wegen der komplett gelungenen Inszenierung kann der Film absolut überzeugen. Besonderes Stilmittel sind dabei die amüsanten Kurzfilme, die die beiden Jungen drehen. Ein wunderbarer Film über das Erwachsenwerden, Freundschaft, Zuneigung und den Tod.

Automata
(USA 2014)
Diese schmutzige Version von „I, Robot“ zeigt eine interessante Variante des „Roboter entwickeln ein Bewusstsein“-Themas. Antonio Banderas spielt hier einen Agenten, der eine Fehlfunktion eines Roboters prüfen soll und dabei feststellt, dass die Wahrheit über die apokalyptische Welt und die zur Hilfe entwickelten Roboter doch etwas anders aussieht. Spannend und interessant, irgendwie auch komplett untergangen, als der Film im Kino lief.

koeniginderwuesteKönigin der Wüste
(USA 2015)
Schon seit seinen Klassikern mit Klaus Kinski gilt Werner Herzog als Ausnahmeregisseur, doch „Königin der Wüste“ gehört leider nicht dazu. Trotz toller Landschaftsaufnahmen kommt die mit Nicole Kidman, James Franco, Damian Lewis und Robert Pattinson prominent besetzte Verfilmung des Lebens der britischen Historikerin Gertrude Bell viel zu schmalzig daher und wird der großartigen Frau wohl keineswegs gerecht.

Macbeth
(USA 2015)
„Macbeth“ ist einer der Klassiker Shakespeares und eine Verfilmung im orginalen Wortlaut auf Basis des Theaterstücks ist sicher eine ambitionierte Sache. Doch auch wenn Michael Fassbender, Marion Cotillard und David Thewlis das schottische Rachedrama gut spielen und der Film auch optisch gut daher kommt, zieht er sich wie Kaugummi. Was im Theater funktioniert haben mag, sorgt hier nur für Langeweile. Die ganze Zeit fragt man sich, was die verrückten Charaktere denn eigentlich wollen und wo die kranken Rachegelüste noch hinführen sollen, doch wirklich verstehen tut man es nicht. Erschwert wird das Verständnis dann noch durch die Sprache der Vorlage. Für Shakespeare-Puristen sicher ein Meisterwerk, für alle anderen leider ganz schwer zu ertragen.

Jane Got A Gun
(USA 2015)
Natalie Portman als kämpferische Mutter und Ewan McGregor als fieser Schurke in einem soliden Western. Die Handlung um eine Frau im Westen, die sich mit ihrem verwundeten Ehemann und ihrem Ex einer brutalen Gang entgegensetzt, mit denen alle noch eine Rechnung offen haben, ist überschaubar und folgt typischen Western-Mustern, ist aber nett und solide gespielt. Nicht wirklich originell, aber trotzdem in Ordnung.

Der Fall Barschel
(D 2015)
Wer in den 80ern in Lübeck aufgewachsen ist, konnte nicht am Konflikt der Politiker Björn Engholm und Uwe Barschel vorbei, auch der mysteriöse Tod des CDU-Politikers und das Foto des Toten in der Badewanne sind mir immer im Gedächtnis geblieben. Jahrzehnte später ist das Verschwörungskonstrukt immer größer geworden und so haben sich die Filmemacher den aktuellen Stand genommen und daraus eine großartig inszenierte dreistündige Filmfassung gemacht. Neben einem tollen Alexander Fehling in der Hauptrolle, der einen fast schon besessenen Journalisten auf der Suche nach der Wahrheit spielt, hat Matthias Matschke ein paar wirklich geniale Momente als Uwe Barschel. Das TV-Drama ist spannend und informativ und bringt auf tolle Weise alle Theorien und Gerüchte in nachvollziehbarer Form zusammen. Wer sich für das Thema interessiert, sollte sich diesen Politthriller auf jeden Fall anschauen.

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