„Die Frau des Zoodirektors“ – Ganz klar kein Tierfilm!

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Wenn man das Cover mit Kuschellöwe sieht und den Titel hört, denkt man sofort an einen Familienfilm wie „Wir kaufen einen Zoo“. Doch „Die Frau des Zoodirektors“ ist ein trauriges Drama, dass die recht unbekannte wahre Geschichte des polnischen Ehepaares Antonina und Jan Żabińska zeigt, die während des Zweiten Weltkriegs Juden und andere von den Nazis Verfolgte in ihrem Zoo versteckten. Der Film ist gefühlvoll und doch bitter, auch wenn seine Heldin ein wenig überzeichnet wirkt. Das liegt aber nicht in erster Linie an Darstellerin Jessica Chastain, die in der Rolle überzeugen kann. Ganz weit vorne spielt auch mal wieder Daniel Brühl, der als Zoodirektor Berlins und gleichzeitig als hochrangiger Nazi zwischen seinen zoologischen Interessen und der Zuneigung zu Antonia und seinen Pflichten als deutscher Soldat hin- und hergerissen ist.

Inhalt

Als 1939 der Zweite Weltkrieg auch Warschau erreicht, bedeutet das zugleich den Untergang des städtischen Zoos, der weltweit hohes Ansehen genoss. Zoodirektor Jan Żabiński (Johan Heldenbergh) und seine Frau Antonina (Jessica Chastain), die eine wirkliche Gabe im Umgang mit Tieren besitzt, können nur dank der Unterstützen des deutschen Zoologen Lutz Heck (Daniel Brühl) weiter dort bleiben, weil er in ihrem Zoo ein Zuchtprogramm für Urochsen durchführen will. Dank ihrer Möglichkeiten schafft es das Ehepaar dann allerdings, Gefangene aus dem Warschauer Ghetto zu retten und im Zoo zu verstecken. Besessen vom Wunsch, so viele Menschen wie möglich zu retten, werden ihre Unternehmungen immer gefährlicher und drohen alle bereits Versteckten in Gefahr zu bringen. Denn Lutz Heck (Daniel Brühl), inzwischen hochrangiger Nazi in Warschau, hat ein Auge auf Antonia geworfen und taucht gerne mal im Zoo auf.

Review

Wieder ein Film, der völlig zu Unrecht nicht auf die große Leinwand durfte und bei uns nur auf DVD und Blu-ray erschienen ist. Trotz ein paar emotionaler Übertreibungen und falschem Marketing ist der Film sehenswert und reiht sich ein in die Verfilmungen von unscheinbaren Rettern im Zweiten Weltkrieg. Die wahre Geschichte gewinnt zusätzlich durch die besonderen Begebenheiten, die der Zoo mit sich bringt. Optisch toll in Szene gesetzt und gleichzeitig gut gespielt, „Die Frau des Zoodirektors“ ist spannend und emotional, ein toller Film über eine besondere Frau, die für die Rettung so vieler Unschuldiger verantwortlich war. Jessica Chastain ist die perfekte Besetzung, stark und verletzlich zugleich. Auch Johan Heldenbergh spielt die Rolle des Zoodirektors großartig. Am meisten überzeugt aber tatsächlich Daniel Brühl, der während des Films vom visionären Zoologen immer mehr zum machthungrigen Nazi mutiert.

Fazit

Wer Filme wie „Schindlers Liste“ mochte, der wird auch diesen Film mögen und in seinen ganzen Höhen und Tiefen mitfiebern. Die wahre Geschichte über das Ehepaar aus Warschau, das in seinem Zoo zahlreiche Menschen aus dem Ghetto versteckte, ist auf jeden Fall sehenswert, nicht zuletzt dank der tollen Schauspieler und der gelungenen Darstellung Warschaus im Zweiten Weltkrieg.

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