„Mother!“ – Jennifer Lawrence brilliert in völlig krankem Szenario!

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Eins muss man Regisseur Darren Aronofsky lassen, man weiß bei seinen Filmen nie, was einen erwartet. Allerdings gelingen seine Filme nicht immer, neben absoluten Meisterwerken wie „Requiem For A Dream“ oder „Black Swan“ sind auch immer mal wieder Misserfolge wie „Noah“, „The Wrestler“ oder „The Fountain“ dazwischen. „Mother!“ ist jetzt ein ganz besonderer Fall, ein künstlerisch und optisch wirklich beachtliches Werk, eine unglaublich nervenzerfetzende Handlung voller kranker Einfälle mit wirklich großartig spielenden Schauspielern wie Jennifer Lawrence, Javier Bardem, Michelle Pfeiffer, Ed Harris, Domhnall Gleeson oder Kristen Wiig. Mir persönlich war der Film letztendlich aber doch zu krank, zu grenzenüberschreitend und hat mich dann doch eher verstört als unterhalten. Manche Dinge muss ich echt erst mal wieder aus meinem Kopf kriegen und würde den Film daher auch nicht unbedingt empfehlen. „Mother!“ ist kein Horrorfilm, sondern ein bitterböser Psychotrip, der einen heftig bei den tiefsten Ängsten packt und bis zum Ende immer noch einen Level drauf setzt. Wer sich dem trotzdem stellen möchte, der soll später nicht sagen, ich hätte ihn nicht gewarnt.

Inhalt

Ein Schriftsteller (Jarvier Bardem) lebt mit seiner jungen Frau (Jennifer Lawrence) alleine in einem großen Haus. Während er an seiner Schreibblockade verzweifelt, versucht sie das Haus zu verschönern und träumt von Kindern und einer glücklichen Familie. Alles ändert sich, als ein seltsamer Mann (Ed Harris) und dessen Frau (Michelle Pfeiffer) bei ihnen unterkommen, nachdem der Schriftsteller ihnen dies ohne Zustimmung seiner Frau gewährt hat. Doch der Besuch setzt ein Kette von Ereignissen in Bewegung, die den Schriftsteller und seine Frau immer mehr auseinander treiben, bis keiner mehr die völlig eskalierende Situation mehr kontrollieren kann.

Review

„Mother!“ ist nicht der erste Film von Darren Aronofsky, der mich völlig aus der Fassung gebracht hat. „Requiem For A Dream“ ist für mich bis heute einer der besten Filme, die ich je gesehen habe und doch habe ich mich ihm nicht erneut gestellt. Zu sehr ging der Film unter die Haut, zu bitter wurden die Schicksale der Personen, deren Leben durch Drogen auf unterschiedlichste Weise zur Hölle wurde, dargestellt. Doch „Mother!“ bewegt sich eben nicht auf einer realen Ebende, das wird einem schnell klar, wenn Blutflecken auf dem Teppich immer wieder auftauchen und verschwinden und Blut die Wände herabfließt. Und wer nach dem Trailer oder der ersten Hälfte des Films meint, er hätte den Wahnsinn schon in seiner Gänze erfasst, der hat noch gar nichts gesehen. Was Aronofsky Richtung Ende für einen kranken Irrsinn entfesselt, geht wirklich auf keine Kuhhaut mehr. Der Vergleich zu Lars von Triers „Antichrist“ ist vielleicht schon etwas zu heftig, aber es gibt einfach Filme, die überschreiten Grenzen, die nicht überschritten werden sollten. Da hilft dann auch der künstlerische Aspekt nicht mehr.

Auf der anderen Seite ist Jennifer Lawrence mal wieder beeindruckend gut, sie ist der Hauptgrund, warum man so sehr mit ihrem Charakter leidet, warum der immer tiefere Abstieg in die Hölle so weh tut und einen dermaßen mitnimmt. Auf der anderen Seite überzeugen Javier Bardem, Michelle Pfeiffer und Ed Harris genauso, hier allerdings als diabolisches Gegenstück, als Personen, die man nicht in seinem Haus haben möchte, denen Privatsphäre völlig egal ist, bzw. der Ehemann, der seinen Erfolg und seine Fans dermaßen über das Wohl der eigenen Familie stellt. Und das trifft es auch wieder bei weitem nicht.

Letztendlich ist „Mother!“ ein Ausnahmefilm, der die Meinungen weit teilen wird. Ich kann einerseits die Begeisterung für einen wirklich einzigartigen und optisch wirklich bahnbrechenden Film mit tollen Schauspielern teilen, trotzdem muss man nicht jeden Irrsinn verfilmen. Wer diese Grenzerfahrung auf sich nehmen will, der soll es auf eigene Verantwortung tun und selber entscheiden, ob der Film nun ein absolut sehenswertes Meisterwerk oder völlig kranker Schwachsinn ist.

Fazit

„Mother!“ ist kein Horrorfilm, sondern ein echter Albtraum, ein psychodelischer Abstieg zu menschlichen Urängsten. Wer Jennifer Lawrence beim wirklich grenzenlosen Leiden zusehen möchte, bekommt hier die Gelegenheit. Einerseits künstlerisch beeindruckend und toll gespielt, andererseits so krank, dass man oft nicht mehr hinschauen möchte.

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