„Flatliners“ – Völlig überflüssige Neuauflage!

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Der 80er-Klassiker „Flatliners“ mit Kiefer Sutherland, Julia Roberts und Kevin Bacon ist in meinen Augen auch kein Meisterwerk, aber trotzdem für die damalige Zeit interessant, da er sich dem Thema „Leben nach dem Tod“ schon damals auf eine interessante, nicht-religiöse Weise widmete. Jahrzehnte später ist die Technik nun schon um Längen weiter, trotzdem gibt es keine verlässlichen Informationen zu dem Thema, eine perfekte Grundlage, um sich dem Stoff auf eine interessante neue Weise ein weiteres Mal zu widmen. Die Chance wird hier allerdings im großen Stil vertan, die Handlung wird kaum variiert, nur der Horroranteil wird unnötig erhöht. Und wer aufgrund der Nebenrolle von „Original-Flatliner“ Kiefer Sutherland auf eine Fortsetzung und einen Bezug zum alten Film gehofft hat, der wird ebenfalls enttäuscht. Auch „Flatliners“ ist nur ein müder Neuaufguss, der dabei tatsächlich die Chance gehabt hätte, dem Stoff eine neue Richtung zu geben.

Inhalt

Den Medizinstudenten Courtney (Ellen Page), Jamie (James Norton), Ray (Diego Luna), Sophia (Kiersey Clemons) und Marlo (Nina Dobrev) reichen die Vorlesungen von Dr. Barry Wolfson (Kiefer Sutherland) nicht aus, um ihren Wissensdurst zu befriedigen, so überzeugt Courtney die anderen von einem riskanten Experiment: Sie will einen Herzstillsatnd herbeirufen und sich nach ein paar Minuten wiederbeleben zu lassen und dabei nicht nur Aufnahmen von ihrem Gehirn zu machen, sondern vor allem um selber einen Blick hinter den Vorhang zu werfen. Obwohl das Experiment fast misslingt, folgen die anderen ihrem Beispiel. Neben einen verrückten Trip in eine Welt jenseits des Lebens und einem Überschuss an Euphorie und wiedergewonnenen Fähigkeit aus der Vergangenheit zeigen sich jedoch bald Schattenseiten. Bei allen manifestieren sich die größten Sünden der Vergangenheit in der realen Welt und verfolgen die Studenten.

Review

Das Original hatte schon das Problem, das er kein wirklich plausibles Szenario würde zeigen können, immerhin schlug er keinen religiösen Weg ein brachte ein paar interessante Horrorelemente mit sich. Und doch standen dort die Experimente und die Charaktere im Mittelpunkt. Hier werden die (mittelmäßigen) Horrorpassagen allerdings zu sehr überzogen, sodass sich die Neuauflage wohl eher als Horrorfilm und nicht als Thriller verstanden sehen will. Zudem kann man sich irgendwie so gar nicht mit den Charakteren identifizieren, da hilft auch der Zuwachs an weiblichen Beteiligten nicht, hier profitierte das Original sogar davon, dass Julia Roberts als einzige Frau eine besondere Rolle darstellte. Und auch das Comeback von Kiefer Sutherland fällt komplett unwichtig aus, außer ein paar „Dr. House“-ähnlichen Vorlesungen wird er nicht wirklich in die Handlung eingebunden. Wenn man ihn schon für eine Nebenrolle bekommen konnte, hätte man da auch mehr draus machen können. So reiht sich auch seine Performance ein in die der anderen Darsteller, deren Darstellung sich einem nicht gerade ins Gedächtnis einbrennt.

Aber das „mehr draus machen können“ ist hier eben überall Programm. Letzendlich hätte man auf dem heutigen technischen Stand völlig anders an die Sache rangehen können, man hätte sich etwas völlig Neues für die Ausflüge in das Leben nach dem Tod und vor allem für das Geschehen danach ausdenken können, doch stattdessen kopiert man plump den Originalplot und ändert ihn auch noch zum Nachteil. Schon beim ersten Experiment vergurkt man die Zeit dermaßen, dass es auch dem unaufmerksamen Zuschauer auffallen muss, dass Courtney eigentlich schon 15 Minuten tot gewesen sein muss, verkauft wird einem alles aber nachher als eine so kurze Zeitspanne, dass die anderen wie im Original die Zeit des anderen überbieten wollen. Wobei auch das im Original viel interessanter umgesetzt wurde.

Letzendlich tut „Flatliners“ nicht weh, wer tatsächlich das Original nicht kennt, dem könnte der Plot vermutlich sogar originell erscheinen. Doch wie bei fast allen späten Neuauflagen von Klassikern ist auch hier das Remake nur ein müder Abklatsch, der sich nicht traut, den originalen Plot in eine wirklich originelle neue Richtung zu drehen.

Fazit

Wer die originalen „Flatliners“ aus den 80ern kennt, sollte lieber den alten Film noch mal schauen, denn die Neuauflage bietet nichts Neues und kann weder schauspielerisch noch dramaturgisch wirklich überzeugen. Hier wäre tatsächlich eine Menge Potential gewesen, stattdessen kopiert man die Schwächen des Originals anstatt dem Remake frischen Wind einzuhauchen. Schade!

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