„Mord im Orient-Express“ – Mittelmäßige Neuauflage!

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Neben Miss Marple ist Hercule Poirot der bekannteste Charakter von Schriftstellerin Agatha Christie, daher wurde „Mord im Orient-Express“ auch schon mehrmals verfilmt. Jetzt hat sich Kenneth Branagh des Stoffes angenommen und nicht nur die Regie sondern auch die Hauptrolle des Kultdetektivs übernommen. Der beeindruckende Cast umfasst nicht nur Johnny Depp, Michelle Pfeiffer, Judi Dench und Penélope Cruz, sondern auch Willem Dafoe, Daisy Ridley und Josh Gad. Aber trotz toller Außenaufnahmen im Schnee und origineller Kameraführung will einen der Film nicht so richtig packen. Obwohl ich die Auflösung nicht parat hatte, holte mich die Spannung beim Rätsellösen nicht ab. Vermutlich auch deshlab, weil Branagh sich mehr auf die Abgründe der einzelnen Charaktere konzentriert und nicht in erster Linie auf die Lösung des Falls. Insgesamt ist der Film nett anzusehen und vielleicht steckt in Branaghs Neuinterpretation von Poirot auch noch Potential für einen weitere Fall, aber zwingend schauen muss man diesen Film nicht.

Inhalt

Eigentlich wollte sich Meisterdetektiv Hercule Poirot (Kenneth Branagh) nach einem Auftrag in Jerusalem etwas Urlaub gönnen, doch seine Rückfahrt im legendären Orient-Express gönnt ihm keine Verschnaufpause. Denn die Streitigkeiten zwischen den Passagieren, zu denen auch ein zwielichtiger Geschäftsmann (Johnny Depp), eine aufdringliche Witwe (Michelle Pfeiffer), eine missmutige Missionarin (Penélope Cruz), eine junge Gouvernante (Daisy Ridley) und ein rassistischer Professor (Willem Dafoe) gehören, sind nur der Anfang. Als einer der Passagiere einen brutalen Tod stirbt, muss Poirot herausfinden, wer hinter der Tat steckt, doch als er ein grauenvolles Geheimnis aus der Vergangenheit des Toten entdeckt, scheinen mehrere der Passagiere verdächtig zu sein. Aber wer von Ihnen war es wirklich? Da der Zug durch eine Lawine an der Weiterfahrt gehindert wird, hat Poirot ein paar Stunden Zeit, jeden Passagier unter die Lupe zu nehmen.

Review

Manche Charaktere der Literatur sind so interessant, dass man sie wohl immer wieder in neuen Varianten zu sehen bekommen wird. Dazu gehört gehört auch Hercule Poirot. Kenneth Branagh, der seine Karriere als Regisseur und Darsteller in den 90ern mit großartigen Shakespeare-Verfilmungen begann, ist für eine Neuauflage gar nicht unbedingt ein schlechter Kandidat, auch seine Neuinterpretation des Charakters Poirot ist grundsätzlich nicht schlecht, trotzdem prägt sich der Film kaum ein. Das gilt auch für die Performance der namhaften Nebendarsteller, die alle solide spielen, aber keiner wirklich herausragend. Das Setting mit dem Zug im Schnee kann sich sehen lassen, generell profitiert der Film von vielen interessanten Kameraeinstellungen, beispielsweise wird die Szene, in der Poirot die Leicht entdeckt, aus der Vogelperspektive vor dem Zugabteil gefilmt. Doch interessante Kamerafahrten und schöne Schneeaufnahmen machen eben keinen Film. Auch die eindeutige Aufstellung aller Verdächtigen im Stil des berühmten Gemäldes vom letzten Abendmahl Christi ist zwar optisch interessant und klar, einer von ihnen muss der Judas sein, aber irgendwie wirkt doch eher deplatziert.

Dabei ist der Fall ja nicht uninteressant, zumal der Film auch viele aktuelle Themen wie Rassismus und Justizirrtümer mit einbezieht. Doch so richtig Spannung will nicht aufkommen, irgendwie sind es zu viele Charaktere, keiner interessant genug, dass man sich seine Geschichte wirklich merken könnte und eben zu viele Hinweise auf potentielle Motive. So fehlt bei der Suche nach dem Täter irgendwie ein roter Faden, die Auflösung ist recht vorhersagbar und das Finale daher nur mäßig spannend.

Immerhin schadet Kenneth Branagh dem Kultcharakter nicht, aber er setzt ihm auch kein Denkmal. Vielleicht hätte er sich für den Anfang einen anderen Fall aussuchen sollen. Somit kann die Überleitung zum nächsten Fall „Tod am Nil“ am Ende des Films auch eine Chance für Branagh sein, die Wiederbelebung von Poirot doch noch hinzubekommen. Wenn keine Fortsetzung mehr kommt, ist es aber auch nicht schlimm.

Fazit

Trotz schöner Einstellungen und einem beeindruckenden Starensemble schafft es Kenneth Branaghs Neuauflage des Kultdetektivs Hercule Poirot leider nicht, die Suche nach dem Mörder spannend und interessant genug zu gestalten, um wirklich überzeugen zu können. Der Film funktioniert als netter Krimi zwischendurch, aber mehr leider nicht.

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