„Downsizing“ – Matt Damon wird geschrumpft!

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Gerade in den 80ern und 90ern war das Schrumpfen von Leuten in Kultfilmen wie „Die Reise ins Ich“ oder „Liebling, ich habe die Kinder geschrumoft“ sehr beliebt, „Downsizing“ widmet sich jetzt mit einem recht aktuellen Kontext dem Thema. Doch während gerade die Darstellung des Schrumpfprozesses und der Auswirkungen auf die Gesellschaft tatsächlich sehr originell daher kommen, weiß der Film ansonsten nicht so richtig, was er will. So bedient er zum einen natürlich viele Komödienelemente, will aber auf der anderen Seite auch wieder kritisieren und schwankt so schwer nachvollziehbar von lustig über traurig zu belehrend bis zur Endzeitstimmung. Das funktioniert leider nur bedingt, sodass der Film trotz toller Grundidee und ambitionierter Themaktik einen doch nicht so richtig überzeugen kann. Auch Hollywoods „Normalo“ Matt Damon und Christoph Waltz in einer weiteren sleenigen Rolle können das Ruder nicht herum reißen. Vieles im Film ist sehenswert, vieles macht Spaß, anderes regt zum Nachdenken an, aber die Kombination aus allem will leider kein großes Ganzes ergeben.

Inhalt

Als man in Norwegen eine Möglichkeit entdeckt, mit der man Menschen auf eine Gräße von 12cm schrumpfen lassen kann, nutzen viele Leute die neue Technik, um sich in verkleinerter Form eine neue Existenz aufzubauen, da ihnen in der Miniaturwelt „Leisureland“ aufgrund extrem niedriger Ressourcen ein Luxusleben in Aussicht gestellt wird. Auch Paul (Matt Damon) und Audrey Safranek (Kristen Wiig) haben dies vor, doch nach dem Schrumpfprozess muss Paul feststellen, dass seine Frau kurz vorher gekniffen hat. So muss er sich ohne seine Frau eine neue Existenz aufbauen, aber erst die beiden verrückten Nachbarn Dusan (Christoph Waltz) und Konrad (Udo Kier) sowie die ehemalige vietnamesische Aktivistin Ngoc Lan (Hong Chau) schaffen es, dass Paul seinem Leben eine neue Richtung gibt.

Review

Wenn die Leute beim Schrumpfprozess kahl geschoren und um ihre Zahnimplante gebracht werden, dann betäubt und wie mit Bratenwendern massenweise von einer Liege zur nächsten befördert werden, dann ist das einer der Höhepunkte des Films, der zugleich zeigt, dass sich hier tatsächlich jemand Gedanken über den Vorgang gemacht hat und den werbetechnisch so glorreich angepriesenen Vorgang gleich einen bitteren Dämpfer verpasst. Genauso hervorragend sind Momente, wenn ein Besoffener in einer Bar diskutiert, ob die „Kleinen“ nicht mehr Steuern zahlen müssten, da sie weniger zur Wirtschaft beitragen oder wenn sich die „Kleinen“ als große Umweltschützer darstellen, weil sie die Erde weniger ausbeuten. Denn trotz der von den Wissenschaftlern ursprünglich sicher zur Rettung gedachten Technik wird natürlich alles schnell zu einem boomenden Markt, der bestmöglich ausgebeutet werden will. Die sozialkritischen Töne und nicht zuletzt die Erkenntnis, dass auch das nach außen hin so perfekte „Leisureland“ auch seine Slums und Verlierer hat, tun dem Film einerseits gut, andererseits fällt es schwer, dem Film zu folgen, wenn auf Slapstick und witzige Momente bitterer Pathos folgt. Gerade wenn zum Ende der Ton des Films immer düsterer wird, wünscht man sich doch etwas von dem Augenzwinkern zurück, mit dem der Film noch anfing. Schon schade, dem Film steht sein Humor und gleichzeitig seine Sozialkritik, aber das Zusammenspiel will einfach nicht harmonieren.

Da ändern auch die Schauspieler nicht viel dran, Matt Damon spielt den Normalbürger zwar wie immer, trotzdem kann man sein Verhalten in der Miniaturwelt nicht immer so ganz nachvollziehen. Christoph Waltz und Udo Kier haben ihre amüsanten Momente, eine wirkliche Glanzleistung ist es aber auch nicht, Kristen Wiig hat eine recht undankbare Rolle, nur Hong Chau kann die meiste Zeit überzeugen und hat die stärksten Momente, doch auch sie taugt nicht wirklich als Identifikationsfigur. Auch die Gastauftritte von Jason Sudeikis, Neil Patrick Harris, Laura Dern und Joaquim de Almeida sind leider nicht mehr als nett geraten.

So kann man sich „Downsizing“ grunsätzlich ansehen und hat sicher einige Momente, die sich einprägen, aber wirklich glücklich wird man das Kino wohl nicht verlassen, da man eben bis zum Ende eigentlich nicht genau weiß, was für einen Film man da eigentlich ansieht.

Fazit

Interessanter neuer Ansatz zum Thema „Wir schrumpfen einen Menschen“, der aber leider insgesamt hinter seinen Möglichkeiten zurück bleibt, da er sich nicht wirklich für ein Genre oder eine Grundstimmung entscheiden kann.

Bildergalerie


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