„The Disaster Artist“ – James Franco als verrückter Regisseur

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Es gibt eine Menge schlechter Filme auf der Welt, nicht umsonst ist die „SchleFaZ“-Reihe mit Oliver Kalkofe so erfolgreich, aber der Film „The Room“, den der seltsam abgedrehte Filmemacher Tommy Wiseau 2003 drehte, gilt in vielen Kreisen als der absolute Bodensatz der Filmgeschichte. Darum, wie es zu diesem Film kam und wie er bei den verrückten Dreharbeiten zuging, ranken sich viele Legenden. James Franco hat dem ganzen jetzt einen Film gewidmet und genau wie sein Hauptcharakter gleich Hauptrolle und Regie übernommen. Herausgekommen ist ein extrem kurzweiliger Film über einen sehr skurrilen Mann, der sich und seinem Freund den Traum vom eigenen Film erfüllte, dessen Talent aber in allen Bereichen quasi nicht vorhanden war. Francos Film dürfte „The Room“ trotzdem zu weiterem Kultstatus verhelfen.

Inhalt

Der zurückhaltende Greg Sestero (Dave Franco) ist in der Schauspielschule begeistert von Tommy Wiseau (James Franco), einem seltsamen Mann mit langen schwarzen Haaren und komischem Akzent. Dieser scheint keine Hemmungen zu kennen und überredet Greg kurzerhand, ihr Glück in Hollywood zu suchen. Doch ihr mangelndes Talent sorgt nicht gerade für Engagements, so beschließt Tommy, dessen Geldfluss unbegrenzt zu sein scheint, selber ein Drehbuch zu schreiben und einen eigenen Film mit den beiden in den Hauptrollen zu drehen. Doch obwohl Tommy letztendlich Millionen in sein Equipment und seine Crew steckt, steht seine Unfähigkeit hinter und vor der Kamera einem erfolgreichen Resultat komplett im Weg. Für alle Beteiligten werden die verrückten Dreharbeiten so zu einem ganz speziellen Erlebnis.

Review

Es gibt Menschen, die können eigentlich nur erfunden sein. Tommy Wiseau ist so ein Phänomen, bis heute kennt niemand seine Herkunft, sein wahres Alter und auch nicht die Quelle seines Reichtums. Mit langen schwarzen Haaren, eiernder Stimme mit osteuropäischem Akzent und seltsam wackligem Gang ist er echt ein Unikat. Da ist es absolut verständlich, dass James Franco Lust bekam, sich Wiseau und den Dreharbeiten zu seinem Meister-Machwerk „The Room“ zu widmen und dabei gleichzeitig die Hauptrolle und den Regiestuhl zu belegen. Seine Performance ist göttlich, sein Tommy Wiseau ist ein Versager von so großem Format, ein Mensch, der so sehr in seiner eigenen Welt zu leben scheint, dass er einem bei seinen ganzen Misserfolgen fast schon leid tun kann.

Doch auch der restliche Cast haucht den absurden Dreharbeiten zum schlechtesten Film aller Zeiten Leben ein. Während Francos kleiner Bruder Dave Franco in die Rolle von Wiseaus Freund Greg Sestero schlüpft, sind in weiteren Rollen Seth Rogen, Josh Hutcherson, Zac Efron, Sharon Stone, Melanie Griffith zu sehen, zudem gibt es lustige Cameos wie den von Bryan Cranston, der sich selber spielt, als er 2003 noch als Star der Serie „Malcom mittendrin“ versucht, Greg Sestero für eine Nebenrolle zu engagieren.

Wer schon „Ed Wood“ von Tim Burton geliebt hat, der wird auch hier seinen Spaß haben. Die Schauspieler hatten sichtlich welchen beim Dreh und Francos Darstellung von Wiseau ist einfach sehenswert. Er schafft es, einem vielleicht völlig verkannten Genie der absurden Art tatsächlich ein Denkmal zu setzen.

Fazit

Wenn James Franco einen Film über einen der schlechtesten Filmemacher und Schauspieler aller Zeiten dreht, dann ist das ganz klar ein sehr witziges Unterfangen. „The Disaster Artist“ ist ein extrem kurzweiliger Film über einen Mann, der allen fehlenden Talenten zum Trotz seine Vision und seine Träume durchsetzte, auch wenn ihm niemand wirklich folgen konnte.

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