„Mamma Mia 2: Here We Go Again“ – Nur mäßig mitreißend!

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Der erste Teil von „Mamma Mia“ war damals schon nicht unbedingt dramaturgisch ein Hit, aber mit zehn Jahren Abstand muss ich zugeben, dass der Film nicht zuletzt dank der fetzigen Interpretationen der ABBA-Songs doch irgendwie Spaß macht. So habe ich tatsächlich ein wenig Vorfreude für den zweiten Teil empfunden, Kopf ausschalten und schön zwei Stunden von den Songs der schwedischen Popband mitreißen lassen. Doch der zweite Teil kann das Feeling des ersten Teils so gar nicht einfangen, was an vielen Problemen liegt. Zum einen waren die echten Hits von ABBA schon im ersten Teil aufgebraucht worden, sodass man hier eher in der zweiten Riege zugriff. Aber auch die Arrangements sind zwar origineller, aber eben nicht so poppig wie im ersten Teil, sodass irgendwie nicht so zum Mitschunkeln und Mitsingen animiert wird. Und eigentlich darf man hier nicht auf die Story achten, aber den Großteil die damalige Geschichte von Donna, wie sie die drei potentiellen Väter ihrer Tochter kennengelernt, zu erzählen, ist eben nicht nur nicht neu, sondern widerspricht auch an vielen Stellen dem ersten Teil. Ein plumper Versuch, Cher als Großmutter einzubauen, geht auch daneben. So hat der Film zwar ein paar nette Momente, aber ist eben bei weitem kein Good-Feeling-Movie geworden wie der erste Teil.

Inhalt

Zehn Jahre nach dem Wiedersehen mit ihren potentiellen Vätern Sam (Pierce Brosnan), Harry (Colin Firth) und Bill (Stellan Skarsgard) ist Sophie (Amanda Seyfried) kurz davor, den Traum ihrer Mutter zu verwirklichen und das Hotel auf der idyllischen griechischen Insel endlich in neuem Glanz zu eröffnen. Leider ist ihre Mutter Donna (Meryl Streep) vor einem Jahr verstorben, doch deren Freundinnen Rosie (Julie Walters) und Tanya (Christine Baranski) sowie ihre drei potentiellen Väter lassen noch einmal die Vergangenheit lebendig werden und erzählen von dem Sommer, als die junge Donna (Lily James) die jungen Sam (Jeremy Irvine), Harry (Hugh Skinner) und Bill (Josh Dylan) kennenlernte.

Review

„Mamma Mia“ war ganz klar ein Frauenfilm, aber nachdem ich den ersten Teil kürzlich wiedergesehen habe, musste ich zugeben, dass er trotz der seichten Handlung tatsächlich Spaß macht, vor allem, wegen der fetzigen Versionen der Klassiker von ABBA. Für den zweiten Teil konnte man zwar den ganzen Cast der ersten Teils zurück gewinnen, doch das (bis auf wenige Minuten) Fehlen von Meryl Streep merkt man dem Film an, auch wenn Lily James als ihre junge Version schon gekonnt in ihre Fußstapfen tritt und mit zu dem besten des zweiten Teils gehört. Die anderen alten Darsteller verpuffen in einer mauen Rahmenhandlung um die Neueröffnung des Hotels, der Film müsste also vom Prequel-Teil leben. Doch die kennt man ja eigentlich auch schon und auch hier zeigt sich, dass manchen Backstories eben einfach nicht nötig sind. Zudem passt die Handlung irgendwie nicht so richtig zu den Erzählungen und alten Fotos aus dem ersten Teil. Mir ist klar, dass die Darsteller nicht wie junge Versionen von Brosnan, Skarsgard und Firth aussehen können, aber den Look von den Fotos hatte man ja immerhin treffen können.

Auch die Handlung des ersten Teils ist nicht gerade umwerfend, aber trotzdem für die Art von Film rund, das kann man beim zweiten Teil weder für den Sequel- noch für den Prequel-Teil sagen. Irgendwie fehlt dem Film das unbeschwerte Feeling des ersten Teils, irgendwie ist hier alles etwas traurig und melancholisch, die Handlungsstränge wirken extrem zusammengestolpert und sorgen dafür, dass man leider sagen muss, dass auch diese Fortsetzung nicht nötig gewesen wäre. Dabei hätte man hier die Möglichkeit gehabt, ohne vorherige Musical-Version einen völlig unabhängigen Film zu machen. Aber spätestens, wenn die mysteriöse Mutter von Donna in Form von Cher ihre jahrzehntelange Abwesenheit von Tochter und Enkelin mal eben mit einem peinlichen Auftritt aus der Welt schafft und dann noch mit Andy Garcia (ja, dem Andy Garcia) eine absurde Version von „Fernando“ zum besten gibt, ist der Film an seinem Tiefpunkt angelangt.

Womit wir bei der Musik wären. Wenn der erste Teil fast komplett von den Songs getragen wird, warum dann dieser nicht? Vor allem, wenn Benny und Björn von ABBA als ausführende Produzenten überall mit Hand angelegt haben. Zum einen sind alle Ohrwürmer und großen Hits schon im ersten Teil verwendet worden, werden hier also meist nur in kurzen Versionen erneut angerissen. Von den Songs aus dem zweiten Teil kennt man zwar auch viele, aber es sind eben nicht die, die einen sofort zum Mitsingen animieren. Dabei fängt es mit einer tollen Version und Choreografie von „When I Kissed The Teacher“ richtig toll an, das ist musikalisch aber auch schon der Höhepunkt, auch „Waterloo“ rettet es dann nicht mehr. Zudem wurde hier versucht, die Songs etwas ruhiger und origineller zu arrangieren, was im Gegensatz zur Pop-Massenware des ersten Teils eigentlich eine Bereicherung sein müsste. Doch irgendwie gehen sie so eben auch nicht so gut ins Ohr.

Fans des ersten Teils werden sicher hier und da noch abgeholt, aber eben immer mit einem leichten Hauch Enttäuschung. Am besten im Anschluss noch mal den ersten Teil abfeiern.

Fazit

Für ABBA-Fans und Fans des ersten „Mamma Mia“ ganz nett, aber leider nicht so unterhaltsam und unbeschwert wie der erste Teil und leider auch mit weniger Mitsing-Potential.

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