„Meg“ – Enttäuschend unblutige Urzeithai-Attacke!

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Monsterfilme wie „Rampage“, „Kong: Skull Island“ oder „Godzilla“ erfreuen sich einer großen Beliebtheit und so viele Hai-Filme wie in den letzten Jahren gab es vorher wohl auch nicht, da war ein Film wie „Meg“ wohl unausweichlich. Und so schickt man Actionveteran Jason Statham los, um einem Megalodon, einem Riesenhai aus der Urzeit, auf die Fresse zu hauen. Das hätte nach dem Trailer ein sehr cooles B-Movie werden und sich fast neben „Der weiße Hai“ oder „Deep Blue Sea“ einordnen können, doch ein paar coole Einstellungen und coole Sprüche können leider die völlig vergurkte Handlung und enttäuschenderweise sehr harmlose Inszenierung nicht ausgleichen. Für einen Horrorslasher zu blutleer, für eine Horrorkomödie dann doch mit nicht genug Selbstironie, so leider nichts Halbes und nichts Ganzes.

Inhalt

Als ein Forscherteam unter dem vermeintlichen Meeresgrund in der Tiefsee eine weitere Meeresebene erforschen will, wird ihr U-Boot von einem gigantischen Wesen angegriffen und manövrierunfähig gemacht. Um die Taucher zu bergen, holen Meeresforscher Dr. Zhang (Winston Chao) und Geldgeber Morris (Rainn Wilson) den Ex-Taucher Jonas Taylor (Jason Statham). Dieser kann die Rettungsmission zwar größtenteils erfolgreich abschließen, doch das riesige Monster, was sich als Urzeithai Megalodon entpuppt, kann ihnen folgen und macht fortan die chinesischen Gewässer unsicher. Taylor und Dr. Zhangs Tochter Suyin (Bingbing Li) versuchen nun alles, um das Monster zur Strecke zu bringen.

Review

Steven Spielbergs „Der weiße Hai“ wird immer die Referenz für Hai-Filme bleiben. Der Regisseur profitierte damals letztendlich davon, dass sein Hai-Modell nicht richtig funktionierte und er so darauf setzte, Spannung zu erzeugen, indem er das Monster fast gar nicht zeigte. So entstand ein film ischer Meilenstein. Dass „Meg“ diesen Weg nicht gehen würde, war schon nach dem Trailer klar, der den Monsterhai bereits mehrfach präsentierte. Trotzdem machten Aufnahmen wie den Haibiss in das Fenster der Tauchstation mit dem kleinen Mädchen davor oder der unter vielen Kindern mit Schwimmringen durchtauchende Riesenhai schon Lust auf mehr. „Meg“ wirkte wie ein B-Movie, dass sich nicht wirklich ernst nehmen und eine wahre Splatterattacke werden könnte. Doch das Ergebnis ist leider etwas anders ausgefallen.

Vorab kann man sagen, dass man hier keine wirklich fundierte Handlung erwartet hatte, das braucht ein Film dieser Art auch nicht unbedingt, er muss dann aber auf andere Art performen. Das hätte hier in Form von fiesen Haiattacken passieren können, doch irgendwie scheint der Riesenhai meistens nur gerne zu spannender Musik zu tauchen, wenn er mal zuschlägt, sind die Opferzahlen nicht nur gering, die Opfer sind einem größtenteils auch recht egal. Ich bin sicher kein Fan davon, dass Kinder in Filmen sterben, aber wenn ein Riesenhai auf ein riesiges Buffet schwimmender Kinder zuschwimmt und dann lieber doch nur unten durch taucht, ist das einfach feige. Da war selbst Spielberg mutiger. Wie der Riesenhai übrigens im flachen Wasser am Strand unter den Kindern durchtauchen konnte, ist dann eine ganz andere Frage. Aber die Logikfragen stellt man schon nicht mehr, wenn einem erklärt wird, dass der Meeresgrund gar nicht der Meeresgrund ist, sondern nur eine Schicht, die eine weitere Meeresebene abtrennt. Hmm, ok, keine weiteren Fragen…

Wenn man also nicht den Hai-Slasher-Joker zieht und mehr auf Familienfilm setzt, dann also lustig und selbstironisch? Irgendwie auch nicht. Statham lässt natürlich keine Chance ungenutzt, den coolen Macker zu markieren und seine Sprüche zu klopfen, doch zu oft geht es beim ihm und seinem Team doch um Leben und Tod, um „Meg“ als amüsanten Horrorfilm zu verkaufen. Also nicht Fleisch, nicht (Hai-)Fisch.

Trotzdem unterhaltsam? „Meg“ hat durchaus spannende und auch wirklich gelungene Momente, bei denen der Film Spaß macht. Aber da der Film eben nicht weiß, was er sein will und so alles andere als rund daher kommt, fällt einem das bloße Mitplanschen eben doch immer wieder schwer. Im Vergleich zu aktuellem Trash wie „Deep Blue Sea 2“ oder dem „Sharknado“-Franchise ist „Meg“ schon einer der unterhaltsameren Hai-Streifen, aber er hätte eben das Potential gehabt, ein wirklich toller Haifilm zu werden.

Doch da der Urzeithaihorror tatsächlich auf einer Buchvorlage basiert, in deren Fortsetzungen noch manch anderes Urzeitmonster aus der unteren Meeresebene gekrochen kommt, und der Film bisher sehr erfolgreich anzulaufen scheint, werden die Macher sicher noch mindestens einen zweiten Teil hinterherschicken. Vielleicht schlagen die Macher dann ja eine konsequentere Richtung ein.

Fazit

Riesenhai mit großem Potential, ein kurzweiliger Horrorkultfilm zu werden, am Ende aber mit einer unausgegorenen Mischung aus amüsanten Momenten und nicht wirklich ausreichend brutalen Haiangriffen leider doch enttäuscht.

Bildergalerie


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