„Castle Rock“ – Stephen Kings Horrorstadt mit eigener Serie!

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Wer die Bücher und Filme von Stephen King kennt, der kommt an zwei (fiktiven) Städten in Maine nicht vorbei: Derry und Castle Rock! Zahlreiche Romane und Kurzgeschichten spielen dort oder haben mindestens Bezüge zu den Städten. Jetzt hat der Autor selber zusammen mit J.J. Abrahms eine Serie produziert, die sich dem mysteriösen Castle Rock widmet. Trotz einiger Längen können sich King-Fans nicht nur über zahlreiche Bezüge zu dessen Werk freuen, sondern bekommen einen wendungsreichen Plot geboten, der durchaus vom Meister selber hätte kommen können. Für den Cast konnte man zudem King-Kinostars wie „Carrie“ Sissy Spacek und „Pennywise“ Bill Skarsgard gewinnen. Trotz mancher Grusel- und Mysteryelemente erinnert die Handlung der ersten Staffel mehr an Kings Dramen, die Figuren sind vielschichtig und interessant, ihre Beweggründe und Abgründe aus der Vergangenheit kommen nur langsam ans Licht, was einen oft auf eine falsche Fährte führt. Auch wenn nicht alle Fragen geklärt werden, ist die Handlung der ersten Staffel abgeschlossen, alle Staffeln sollen eigene Charaktere und Storylines erhalten, was interessante Möglichkeiten in Kings Universum bietet.

Inhalt

Der Anwalt Henry Deaver (Andre Holland) kehrt nach vielen Jahren in seine Heimatstadt Castle Rock zurück, wo er als Kind auf mysteriöse Weise verschwand und wieder auftauchte und sogar mit dem Tod seines Adoptivvaters in Verbindung gebracht wird. Sein Adoptivmutter Ruth (Sissy Spacek), die jetzt mit dem ehemaligen Cop Alan Pangborn (Scott Glenn) zusammenlebt, scheint immer weiter in die Demenz abzugleiten. Die einzige Vertraute in der Kleinstadt, die durch zahlreiche Gewalttaten in der Vergangenheit geprägt wurde, ist Molly Strand (Melanie Lynskey), die allerdings schon zu Kindertagen einen ganz besonderen Zugang zu Henry hatte, der sie auch jetzt wieder aus der Bahn wirft. Das größte Mysterium ist aber ein junger Mann (Bill Skarsgard), der vom Chef des Gefängnisses (Terry O’Quinn) 30 Jahre lang in einem Käfig, versteckt in einem leeren Trakt des Gefängnisses, gefangen gehalten wurde und erst entdeckt wurde, als der Chef nach seiner Pensionierung Selbstmord begangen hat. Er hat allerdings eine Botschaft hinterlassen: Der junge Mann sei ein teuflisches Wesen, das niemals den Käfig verlassen darf. Doch Henry Deaver setzt sich für dessen Rechte und die Freilassung ein.

Review

Wer meint, er würde hier die ganze Zeit Charaktere aus Kings Büchern in Aktion erleben, der dürfte enttäuscht werden. Man muss schon gut mit dem Stoff vertraut sein, um die zahlreichen Anspielungen zu erkennen, als konkreter Charakter ist nur Alan Pangborn dabei, der schon in „Needful Things“ als Sheriff aktiv war. Aber es gibt auch eine Verwandte von Jack Torrance aus „Shining“, ein Großteil der ersten Hälfte spielt in Shawshank, dem Gefängnis aus „Die Verurteilten“, direkte Bezüge sind also durchaus vorhanden. Ansonsten konzentriert sich die Serie voll und ganz auf die Tatsache, dass man es hier mit einer Stadt zu tun hat, in der immer wieder brutale Morde und übernatürliche Dinge passieren, ohne dass es eine zentrale Erklärung dafür gibt. „Stephen Kings ES“ brachte damals einiges an Erklärungen für die Ereignisse in der Stadt Derry, für Castle Rock war das noch offen.

Die Serie braucht etwas, um in Fahrt zu kommen, sie wirft am Anfang zu viele Charaktere und mysteriöse Fragen in den Ring, was zwar einerseits die Neugier weckt, aber leider auch manchmal schon etwas zu viel des Guten ist. Gerade zum Ende kommen aber ein paar Folgen, die einen dermaßen fesseln und alles bisherige aus einem völlig anderen Licht zeigen, dass man wieder merkt, dass es sich bei „Castle Rock“ eben doch um eine besondere Serie handelt.

Ohne zu spoilern sei allen gesagt, dass die erste Staffel nicht unbedingt so endet, wie man es erwartet hat und einem natürlich auch nicht alle Antworten liefert, die man sich erhofft hat. Trotzdem schließt sich am Ende der Kreis und man wartet gespannt auf den nächsten Ausflug in Stephen Kings düstere Stadt in Maine. Oder, wenn man die Szene im Abspann der letzten Folge sieht, vielleicht ja auch in ein abgelegenes Hotel in den Bergen…

Fazit

„Castle Rock“ ist eine originelle Serie, bei der sich Stephen-King- und Mystery-Fans durchaus wohl fühlen können. Wer allerdings blutigen Horror erwartet, der kennt Stephen King nicht richtig. „Castle Rock“ ist eine Dramaserie mit Mystery- und Horrorelementen, ganz im Stil des großen Horrorautors.

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