„Deutschland 86“ – Großartige Fortsetzung der DDR-Spionage-Serie!

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Nachdem die grandiose erste Staffel „Deutschland 83“ von Produktionssender RTL wegen zu hoher Qualität völlig zu Unrecht untergegangen ist, hat sich jetzt Amazon Prime die Rechte gesichert und kürzlich „Deutschland 86“ veröffentlicht. Obwohl diese zu einem Großteil in Südafrika spielt und deutlich größer daher kommt, sind es doch wieder die kleinen Ost/West-Geschichten, die auch die zweite Staffel so großartig werden lassen. Auch wenn hier manchmal fast schon ein wenig James Bond zu spüren ist, hat die Serie keineswegs ihren Charme verloren und überzeugt vor allem wegen ihrer interessanten Charaktere und der tollen Schauspieler auch voll und ganz in der zweiten Runde. „Deutschland 89“ könnte also gerne zeitnah folgen!

Inhalt

Den Sozialismus mit ein wenig Kapitalismus am Leben erhalten, so lautet die Richtung, die die DDR 1986 einschlägt, um die finanzielle Situation des Landes in den Griff zu bekommen. Dafür sind ihnen auch die krummsten Geschäfte recht. Für eine gefährliche Mission holt HVA-Agentin Lenora Rauch (Maria Schrader) sogar ihren Neffen Martin Rauch (Jonas Nay) aus dem Exil in Südafrika, wo er aufgrund seiner Taten als Doppelagent 1983 die letzten drei Jahre zugebracht hat. Nach einem Auftrag in Südafrika reist Martin über Libyen und Frankreich letztendlich zurück nach Deutschland und in die DDR. Dort ist seine Ex-Freundin Annett Schneider (Sonja Gerhardt) inzwischen im Ministerium für Staatssicherheit hoch aufgestiegen, Martin möchte aber endlich seinen kleinen Sohn kennenlernen.

Review

Man muss sich einen Moment daran gewöhnen, dass die Serie plötzlich um einiges größer daher kommt. Doch die dramaturgisch großartige, optisch geniale und schauspielerisch voll überzeugende Leistung holt einen schnell zurück. Vor allem, weil neben Jonas Nay und Maria Schrader auch fast der gesamte Cast des ersten Teils, z.B. Alexander Beyer, Sylvester Groth, Ludwig Trepte oder Sonja Gerhardt wieder dabei sind und ihre schon in der ersten Staffel sehr interessanten Charaktere und ihre Geschichten weiter ausbauen können.

Historisch wurde hier sicher ein wenig übertrieben, trotzdem gibt auch „Deutschland 86“ einen sehr spannenden Einblick in den Ost-West-Konflikt und vor allem die Spionageaktivitäten beider Seiten, die weit über die deutschen Grenzen hinausging. Was der Serie weiter gelingt, ist nicht nur, dass man sich hier sehr gut in die Personen hineinfühlen kann und es einen wirklich bei jedem interessiert, wie es weitergeht, sondern dass man tatsächlich vieles erfährt, was einem vorher gar nicht so bewusst war über die Zeit des Kalten Krieges. Auch die zweite Staffel schafft den Spagat, eben noch mit spannender Spionageaction, dann mit einfühlsamen persönlichen Schicksalen und dann wieder mit diesem amüsanten Augenzwinkern einen ganz besondern Blick auf die DDR bietet. Vor allem der Einsatz kapitalistischer Mittel zur Rettung des Sozialstaats macht hier eine Menge Ironie aus.

„Deutschland 86“ greift wieder zahlreiche Themen auf, von Aids bis Republikflucht, von Carlos über Tschernobyl, und wieder ist alles zu einer runden Gesamtgeschichte verwoben, die in der deutschen Serienwelt ihresgleichen sucht und sich weiterhin knapp hinter „Babylon Berlin“ unter den besten Serien Deutschlands einreihen kann.

Man kann sich also auch jetzt schon auf „Deutschland 89“ freuen, schließlich bietet das Jahr des Mauerfalls ganz großes Potential für eine weitere Staffel. Interssanterweise haben die Macher jetzt schon angekündigt, dass man auch dieses schon oft verfilmte Ereignis aus einer völlig anderen Perspektive angehen will. Von mir aus könnte es gerne morgen schon weitergehen.

Fazit

Die Übernahme durch Amazon Prime sorgt bei der „Deutschland“-Serie einerseits für deutlich mehr Möglichkeiten, hat sie aber keinesfall die Qualität gekostet. Auch „Deutschland 86“ spielt ganz klar in der Oberklasse deutscher Serien.

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