„Mortal Engines: Krieg der Städte“ – Großer Bauchklatscher!

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Mit seinen „Herr der Ringe“-Filmen schrieb Peter Jackson Filmgeschichte, entfernte sich aber immer mehr von seinem besonderen Stil zu überladener Effekthascherei und protzigen Spezialeffekten, was zuletzt in der nicht gerade gelungenen „Hobbit“-Trilogie endete. Für „Mortal Engines“ setzte er sich nun nicht selber auf den Regiestuhl, seine Handschrift bei Produktion und Drehbuch ist aber unverkennbar. Irgendwie hatte ich die Hoffnung, dass ein Film über eine postapokalytische Welt, in der ganze Städte sich auf der Suche nach Ressourcen über die Welt bewegen und sich gegenseitig auf die Pelle rücken, die Basis für ein spanndendes Spektakel sein könnte, aber hier ist tatsächlich nichts, was einen in den Bann ziehen will. Irgendwie hält man den Film durch, weiß den ein oder anderen Spezialeffekt zu schätzen, aber weder der Plot, noch die Darsteller und leider auch nicht das postapokalytische Szenario können einen wirklich beeindrucken.

Inhalt

Vor vielen Jahrtausenden zerstörte sich die Menschheit fast selber, die Überlebenden haben inzwischen ihre ganzen Städte in gigantische Fahrzeuge umgewandelt, um so schneller an die letzten Ressourcen der Erde zu gelangen. Besonders das riesige London verschlingt regelmäßig kleinere Städte, um deren Besitztümer und Bewohner zu übernehmen. Doch dann versucht die mysteriöse Hester Shaw (Hera Hilmar) Londons Anführer Thaddeus Valentine (Hugo Weaving) zu ermorden, scheitert aber knapp und wird nun selber zur Gejagten. Denn Valentine will mit einer besonders gefährlichen Waffe seine Stadt endgültig zur Übermacht aufsteigen lassen. Doch Hester und ein paar andere Rebellen versuchen dies doch noch zu verhindern.

Review

Vielleicht wäre es interessanter gewesen, wenn man sich der Geschichte der rollenden Städte etwas mehr gewidmet hätte. Da ich die Buchvorlagen nicht kenne, kann ich auch nicht sagen, ob die Handlung dort interessanter, spannender oder vielschichtiger daherkommt, hier tut sie es leider nicht. Hier wird zwar hinsichtlich der Effekte so einiges vom Stapel gelassen und beim ersten Mal ist die Verfolgungsjagd von zwei riesigen Städten auf Rädern schon ganz cool, aber schnell stellt man fest, dass einen das Szenario nicht in seinen Bann ziehen will, dass einem die Charaktere und ihre Beweggründe egal sind und dass man trotz bombastischer Action irgendwie doch etwas mehr von dem verstanden hätte, was einem da um die Ohren und Augen gefeuert wird. Hauptdarstellerin Hera Hilmer entpuppt sich nicht, wie wohl von den Machern erhofft, als neuer Shootingstar, Milchbubi Robert Sheehan noch weniger, und selbst Jackson-Urgestein Hugo Weaving kann nicht viel aus seiner Bösewicht-Rolle herausholen.

Peter Jackson schießt mit seiner Produktion weit am Ziel vorbei, was leider zeigt, dass das einstige Wunderkind Neuseelands immer noch nicht zu seiner alten Qualität zurückgefunden hat. So dürfte es wohl auch fraglich sein, ob die Fortsetzungsromane überhaupt noch den Weg auf die Kinoleinwand finden.

Fazit

Wenn die Handlung hinkt, die Darsteller lahmen und die Effekte völlig ungebremst eingesetzt werden, kann man auch aus einem postapokalytischen Szenario mit gigantischen Städten auf Rädern nichts mehr gewinnen.

Bildergalerie


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