„Bumblebee“ – „Transformers“-Prequel mit viel Herz!

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Über inzwischen fünf Teile hetzte Michael Bay jetzt die Hasbro-Roboter zum Transformieren auf die Leinwand und zündete eine Effektorgie nach der nächsten. Selbst Fans wurden nicht bedingungslos unterhalten und alle anderen konnten oft nur den Kopf schütteln. Ein Spin-Off bzw. ein Prequel mit dem Fokus auf Bumblebee erschien völlig überflüssig, Trailer unterstützen diese Annahme, doch das Ergebnis entpuppt sich tatsächlich als der bisher wohl gelungenste „Transformers“-Film. Regisseur Travis Knight schlug bewusst einen völlig neuen Weg ein und drehte einen sympathischen Roboterfilm, der in jeder Minute mehr Herz hat als die komplette Filmreihe von Michael Bay. Dass der Film sich so wohlig anfühlt, ist auch der Verdienst der sympathischen Hauptdarstellerin Hailee Steinfeld.

Inhalt

Als der Kampf um den Roboterplaneten Cybertron für die Autobots um Optimus Prime aussichtslos erscheint, sendet dieser den Transformer B-127 auf unsere Erde, um dort einen Zufluchtsort für die Autobots aufzubauen. B-127 kommt im Jahr 1987 dort an und gerät sofort nicht nur an eine Gruppe Soldaten um Agent Burns (John Cena), sondern auch an einen Decepticon, einen gegnerischen Roboter, der ihn verfolgt hat. Gerade so überlebt er den Kampf, kann aber den Gegner ausschalten, um dann transformiert als VW Käfer unterzutauchen. Als die junge Charlie (Hailee Steinfeld) diesen Käfer auf einem Schrottplatz findet, entdeckt sie zufällig das Geheimnis hinter dem Auto und lernt den netten Roboter kennen, dem sie den Namen Bumblebee gibt. Zwischen den beiden entwickelt sich eine dicke Freundschaft, doch das erneute Aktivieren Bumblebees hat auch ein Signal an ein paar Decepticons geschickt, die sich sofort auf den Weg zur Erde machen.

Review

Die „Transformers“-Reihe setzte bewusst auf Action und setzte den Level bei immer absurderen Roboterkloppereien jedes Mal etwas höher. Die Menschen waren entweder seltsam überdreht oder patriotische Kämpfer, am besten beides, aber wirkliche Emotionen hat wohl keiner ausgelöst, auch Shia LaBeouf war in den ersten beiden Teilen mehr ein überdrehter Egomane als ein Sympathieträger. Das gilt auch für die Roboter. Ich habe nie verstehen können, warum Fans so einen Narren an Bumblebee gefressen haben, inmitten der „guten“ und „bösen“ Roboter wirkte er zwar wie der Roboter mit den meisten Emotionen, kam aber vorrangig eher trottelig und naiv daher.

Das läuft hier völlig anders. Auch hier gibt es natürlich Actionszenen, aber die sind nicht so überzogen und dienen unglaublicherweise tatsächlich der Handlung und nicht nur dem reinen Actionpotential. Der wirkliche Fokus liegt aber tatsächlich darauf, Bumblebee zu mehr als einem Roboter zu machen, einem Freund, der auf dem für ihn unbekannten Planeten zum einen hilfsbedürftig, aber auch immer hilfsbereit daher kommt. Wenn Bumblebee beim vorsichtigen Erkunden aus Versehen ein ganzes Wohnzimmer zerstört, dann ist das wirklich lustig. Man kann dieses Mal gar nicht anders, man muss Bumblebee mögen.

Aber das gilt nicht nur für Bumblebee, sondern auch für die Menschen im Film. Ganz weit vorne ist Hailee Steinfeld, eine Außenseiterin mit Familienproblemen, die man sofort ins Herz schließt. Sie spielt die Charlie echt und ehrlich, kein bisschen überzogen und trotzdem speziell. Das gilt auch für ihren Kumpel Memo und ihre Familie, alle sorgen dafür, dass man sie tatsächlich mag und sie nicht nur akzeptiert. „Herz“ ist hier einfach der zentrale Begriff, in gewisser Weise ist „Bumblebee“ nach dem betont männlichen „Tödliche Robotersoldaten“ nun der längst überfällige „Ein Roboter zum Verlieben“.

Natürlich muss ich mich noch kurz aufregen, dass der Film einigen Ereignissen in den anderen Filmen widerspricht, gerade weil im fünften Teil gezeigt wurde, wie Bumblebee schon im Zweiten Weltkrieg auf der Erde aktiv war, aber das sei dem Film verziehen. Die Produktion des Spin-Offs lief leider schon auf Hochtouren, als der fünfte Teil in die Kinos kam, da waren Anpassungen wohl leider nicht mehr möglich. Was soll’s, vielleicht ist dieser Film ja eine solide Basis für einen kompletten Reboot. Fans der alten Reihe werden sich auf jeden Fall über die letzte Szene freuen, die direkt auf den Anfang vom ersten Teil verweist.

Fazit

Überraschenderweise entpuppt sich der absehbar überflüssigste Teil des „Transformers“-Franchise als kleines Highlight, da hier mehr auf Gefühle statt auf übertreibene Action gesetzt wird.

Bildergalerie


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