„Robin Hood“ – Ganz klar kein Treffer ins Schwarze!

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Für mich gibt es eigentlich nur zwei echte „Robin Hood“-Filme, die Version von Disney aus meiner Kindheit und „Robin Hood – König der Diebe“ mit Kevin Costner. Da die letzte und auch nicht gerade gelungene Kinoversion von Ridley Scott mit Russell Crowe auch schon wieder fast ein Jahrzehnt zurück ist, war die Zeit wohl wieder reif für einen weiteren Versuch. Doch wie schon zuletzt „King Arthur“ gelingt eine Wiederbelebung nicht unbedingt, wenn man vorrangig auf wilde Action und geplant coole Sprüche setzt. Taron Egerton kann nicht gegen die langweilige Interpretation des Bogenschützen anspielen und auch Jamie Foxx überzeugt nur bedingt als Little John. Ben Mendelsohn hat als Sheriff von Nottingham noch die besten Momente, und über das maue Spiel von Eve Hewson als Marian müssen wir gar nicht reden. Alles ersäuft in einer Geschichte, die man schon auswendig kennt, aber noch nie so langweilig adaptiert und einer Fülle an nervigen Actionszenen, die mitunter so schnell geschnitten sind, dass man nicht mal richtig erkennt, was eigentlich passiert. Da einem das aber schnell sowieso egal ist, auch nicht weiter schlimm. Hoffen wir mal, dass niemand die Drohung wahr macht, dass dieser Murks nur der Anfang eines ganzen Franchises sein soll.

Inhalt

Der Adlige Robin von Locksley (Taron Egerton) kehrt von den Kreuzzügen in seine englische Heimatstadt Nottingham zurück und muss feststellen, dass man ihn vor Jahren für tot erklärt und sein Gut enteignet hat. Auch seine Freundin Marian (Eve Hewson) ist inzwischen mit Will (Jamie Dornan) zusammen, mit dem sie wie das restliche Volk von Nottingham unter der brutalen Herrschaft vom Sherriff von Nottingham (Ben Mendelsohn) leidet. Doch als plötzlich John (Jamie Foxx) auftaucht, der Robin dank einer Tat während der Kreuzzüge noch einen Gefallen schuldet, beschließen die beiden, das Blatt in Nottingham zu wenden und als vermummte Rächer die Reichen auszurauben und das Schicksal der unterdrückten Bevölkerung zum Besseren zu wenden.

Review

Wie man es schaffen kann, dass man über Robin Hood so wenig Hintergrundwissen erhält und sich so in keiner Sekunde wirklich mit ihm identifizieren kann, ist schon eine Leitung. Taron Egerton ist dabei gar nicht das Problem, aber wenn man seinen Charakter und sein Handlungen aufgrund der oberflächlichen Interpretation so gar nicht versteht, kann auch er nichts retten. Eigentlich zeigt sich wieder mal, dass schon damals Ridley Scott seinen ersten Gedanken, den Sheriff von Nottingham zum zentralen und vielleicht sogar positiven Charakter der Geschichte zu machen, ruhig mal hätte ausprobieren sollen. Denn auch hier ist gerade dieser mal wieder am interessantesten geraten. Alles andere ersäuft in wirklich nerviger Oberflächlichkeit, gepaart mit hirnlosen Dialogen und sinnlosen Actionszenen, die in ihrer Inszenierung echt so konfus geschnitten wurden, dass man der so schon schwer nachzuvollziehenden Handlung noch weniger folgen kann. Das alles kommt noch mal peinlicher daher, wenn man sich vor Augen führt, dass der Film eigentlich „Robin Hood: Origins“ hätte heißen sollen und sich vorrangig auf den Ursprung der Legende hätte konzentrieren sollen. Natürlich endet der Film so, dass es problemlos weitergehen könnte, ein wirkliches Fundament für die Figuren und ihre Beweggründe fehlt aber völlig. Das wird vor allem an Robin selber deutlich, der völlig blass daher kommt und als Held überhaupt kein Format und schon gar nicht einen emotionalen Background erhält, der sein Handeln irgendwie sinnvoll erscheinen lassen würde.

Es wird sicher nicht das letzte Mal sein, dass sich ein Filmemacher an Robin Hood vergreift, aber es wäre schon schön, wenn dieses Franchise im Keim erstickt werden würde.

Fazit

Die Neuauflage des Bogenschützen aus dem Sherwood Forrest schafft es tatsächlich, sich noch weiter unten als die letzten misslungenen Verfilmungen zu platzieren. Da helfen auch die verheißungsvollen Darsteller nichts.

Bildergalerie


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