„Spuk in Hill House“ – Grandiose Horror-Drama-Serie!

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Mit „The Haunting of Hill House“ ist Netflix mal wieder ein echter Serien-Geniestreich gelungen. Das Setting mit dem verfluchten und von Geistern heimgesuchten Haus rund um die Familie Crain kommt einem schon alleine aufgrund des erfolgreichen Kinofilms „Das Geisterschloss“ von 1999 sehr vertraut vor. Doch die Serie geht ihre eigenen Wege. Dabei verblüfft es, dass trotz der wirklich gruseligen Ereignisse und mitunter echt heftigen Schockmomente die Serie eigentlich ein Drama ist, welches das traurige Schicksal einer Familie aus unterschiedlichen Zeitperspektiven betrachtet. Neben der gelungenen Atmosphäre, der gruseligen Optik und den tollen Darstellern lebt die Geschichte vor allem von ihren Zeitsprüngen, die wirklich erst ganz am Ende ein großes Bild ergeben und einen auf dem Weg dahin immer wieder in die Irre führen. Ganz klar ein echtes Serienhighlight!

Inhalt

Hugh (Henry Thomas) und Olivia Crain (Carla Gugino) wollen in den 80ern ein riesiges Gutshaus sanieren und dann weiterverkaufen. Doch als sie zusammen mit ihren fünf Kindern dort einziehen, merken alle, dass mit dem Haus etwas nicht stimmt. Neben merkwürdigen Ereignissen haben alle plötzlich gruselige und mitunter sehr verstörende Erscheinungen. Fast zu spät merkt auch Hugh, dass er seine Familie weit weg bringen muss. Doch auch Jahrzehnte später sind alle noch geprägt von den Ereignissen in Hill House, denen sie sich aufgrund eines Schicksalsschlages nun gemeinsam stellen müssen. Doch zuerst muss die Familie erst die internen Differenzen überwinden, um sich den gemeinsamen Dämonen aus der Vergangenheit stellen zu können.

Review

„The Haunting of Hill House“ ist ein trauriges Familiendrama und gleichzeitig eine herrlich gruselige Horrorgeschichte, beides bestmöglich miteinander kombiniert. Die Schockmomente haben es dabei allerdings oft wirklich in sich, hier fressen sich einige Szenen schon länger ins Gehirn. Aber der Hauptfokus liegt trotzdem bei der Familie und ihren einzelnen Schicksalen, auch viele Jahre später noch geprägt durch die schrecklichen Erfahrungen im verfluchten Haus. Durch die verschachtelte Erzählweise wirkt die Serie zudem wie ein großes Puzzlespiel, bei dem nicht nur Stück für Stück Teile dazu kommen, sondern diese Teile sich in vielen Fällen an ganz anderen Stellen einfügen lassen, als man zunächst angenommen hat.

Aber neben der tiefgehenden, spannenden und mitunter extrem gruseligen Handlung ist auch alles andere an dieser Serie absolut gelungen. Die Optik ist einfach beeindruckend, nicht nur das Gruselhaus wurde fantastisch in Szene gesetzt, alles sorgt für konstant unangenehme Schwingungen, und doch überrascht einen das Grauen immer mal wieder in einem völlig unerwarteten Moment.

Aber auch die Darsteller sind wirklich einmalig, „E.T.“-Star Henry Thomas und als ältere Version Timothy Hutton spielen den Vater einfach klasse, Carla Gugino, die mit Regisseur Mike Flanagan erst kürzlich mit dessen Stephen-King-Verfilmung „Das Spiel“ Horrorerfahrungen für Netflix sammeln durfte, ist die perfekte Besetzung für die Mutter und die Kinder sowie ihre älteren Versionen, dargestellt von Michiel Huisman, Elizabeth Reaser, Oliver Jackson-Cohen, Kate Siegel und Victoria Pedretti, treffen auch voll auf den Punkt. Ihre Darstellung der gebrochenen Erwachsenen, die alle ihre ganz eigene Art der Verdrängung für den Horror ihrer Kindheit gefunden haben, geht mitunter mehr ins Mark als die Schockmomente selber.

So ist „Spuk in Hill House“ ganz klar nichts für schwache Nerven, aber doch viel mehr als eine Horrorserie. Wer den ein oder anderen Tritt in die Magengrube verkraften kann, der sollte sich dieses Highlight nicht entgehen lassen, zumal die Handlung trotz einer geplanten zweiten Staffel sehr abgeschlossen daher kommt und einen mal nicht über ein Jahr mit nervigen Cliffhangern zurück lässt.

Ach ja, wer die erste Staffel durch hat, sollte sich mal den Spaß machen und nach den Geistern aus der Serie googlen. Auch ich war tierisch verblüfft, in wie vielen Szenen Geister versteckt waren, die ich ganz klar übersehen habe. Aber so verschaffen einem die teilweise echt heftigen Stills aus der Serie auch nachträglich noch einen weiteren Grusel-Kick.

Fazit

„Hill House“ ist eine rundum gelungene Serie, die einerseits echt heftige Schockmomente, aber auf der anderen Seite eine vielschichtige, interessante und immer wieder überraschende Dramenhandlung rund um die von den Geschehnissen im Gruselhaus betroffene Familie bietet.

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