„Vice – Der zweite Mann“ – Christian Bale als Dick Cheney!

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Christian Bale ist bekannt dafür, dass er körperlich alles gibt, um in einer Rolle zu überzeugen. Das zeigt er auch wieder in „Vice“, denn als der ehemalige US-Vizepräsident Dick Cheney ist er fast nicht wieder zu erkennen. Doch nicht nur seine geniale Darstellung oder die von Amy Adams, Steve Carrell oder Sam Rockwell machen den Film sehenswert, er gibt auch einen erschreckenden Einblick in die politischen Geschehnisse unter Einfluss Cheneys, nicht zuletzt unter George W. Bush Jr., die die US-Politik bis heute auf fast schon gruselige Weise beeinflusst haben. Regisseur Adam McKay überschreitet dabei oft die Grenzen typischer dramaturgischer Abläufe, was an vielen Stellen originell, an anderen aber auch mal deplatziert wirkt. Aber auch, wenn wegen der Geheimniskrämerei rund um Cheney vieles nicht eindeutig belegt werden kann, sollte man die gezeigten Geschehnisse auf jeden Fall gesehen haben, auch um mehr über die heutigen Ereignisse in der US-Politik zu verstehen.

Inhalt

Nachdem der junge Versager Dick Cheney (Christian Bale) in den 1960ern nach einem Einlauf seiner Frau Lynne (Amy Adams) endlich sein Leben in den Griff bekommen und Karriere in der Politik machen will, ist sein Ziel plötzlich glasklar: Er will Präsident der USA werden! Vom Praktikanten unter Donald Rumsfeld (Steve Carell) zum Verteidigungsminister unter George Bush Sr. (John Hillner), ein steiler Aufstieg, doch dann scheint die Homosexualität seiner Tochter sein politisches Aus zu sein und die Präsidentschaft in weite Ferne zu rücken. Doch als ihm George W. Bush Jr. (Sam Rockwell) das Amt des Vizepräsidenten anbietet, wird ihm klar, dass er keinen perfekteren Posten bekommen kann, nämlich als unsichtbarer Strippenzieher hinter einem unfähigen Anführer. Und dann bieten ihm die Ereignisse des 11. September 2001 den perfekten Vorwand, um den Einfluss des Präsidenten gegenüber den anderen Gewalten maßgeblich und wegweisend zu verändern.

Review

„Vice“ öffnet einem auf bittere Weise die Augen, wie sehr sich die Machtposition der US-Führung durch Dick Cheney verändert hat. Dass George W. Bush keine große Leuchte war, wird hier durch Sam Rockwells Darstellung zwar nochmals überzogen, aber was in seinem Namen gerade hinsichtlich Massenvernichtungswaffen im Irak oder anderen großen Lügen der Welt aufgetischt wurde, lässt einen schon fast Mitleid mit ihm haben. Dabei ist es Cheney durchaus gelungen, die konservative Ausrichtung langfristig zu prägen, ohne selber direkt damit in Verbindung gebracht zu werden.

Natürlich überzieht der Film seine Darstellung an vielen Stellen und gibt am Anfang offen zu, dass man hier versucht hat, der Wahrheit möglichst nah zu kommen, was hinsichtlich der Geheimhaltung, die Cheney sehr konsequent einsetzte, aber gar nicht so leicht war. Aber selbst wenn nur die Hälfte der schon sehr plausibel wirkenden Ereignisse sich so zugetragen haben, ist das schockierend genug. Trotz vieler amüsanter Momente und absurder Stilmittel, wie z.B. einem Abspann mitten im Film oder einem Dialog in Form von Shakespeare, hinterlässt der Film schon ein ungutes Gefühl im Magen. Dass einzelne Personen solchen Einfluss auf die Weltpolitik haben können, erschreckt eben doch immer wieder. Wenn einem am Ende noch mal in aller Härte vor Augen geführt wird, was für extrem konservative Änderungen Cheney
herbeiführte und welchen Einfluss sie bis heute haben, kann einem echt schlecht werden.

Für politisch Interessierte ist „Vice“ auf jeden Fall Pflichtprogramm, auch wenn der Film an manchen Stellen mit seiner speziellen Art ein wenig über das Ziel herausschießt.

Fazit

Christian Bale überzeugt als US-Vize Dick Cheney in einer bitterbösen Politsatire, die einen ganz neuen Blick auf die Ereignisse nach dem 11. September 2001 bietet.

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