„The Dead Don’t Die“ – Jim Jarmusch und die Zombies

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Wenn ein Regisseur wie Jim Jarmusch, der mit künstlerisch anspruchsvollen Charakterstudien wie „Night on Earth“, „Dead Man“, „Ghost Dog“ oder „Broken Flowers“ seine ganz eigene Langsamkeit für die Filmwelt entwickelt hat, plötzlich einen Zombiefilm dreht, sollte man skeptisch sein und nicht unbedingt einen massentauglichen Film erwarten. Tatsächlich ist „The Dead Don’t Die“ wohl Jarmuschs erster Film, der einer breiten Masse etwas zu bieten hat, aber natürlich überhaupt nicht das, was ein Fan von „Dawn of the Dead“ oder „28 Days Later“ erwarten würde. Verglichen mit Jarmuschs anderen Filmen ist dieser fast schon rasant, im Vergleich mit anderen Film eher ruhig, aber trotzdem mitunter überraschend brutal. Neben einer ganz besonderen Form der Zombieapokalypse in einem amerikanischen Kaff sind es vor allem Bill Murray und Adam Driver, die hier den Film immer auf einem unterhaltsamen Level halten, aber auch Tilda Swinton, Steve Buscemi, Chloë Sevigny, Selena Gomez, Danny Glover sowie die Musiker Tom Waits und Iggy Pop, die schon oft in Jarmuschs Filmen mit von der Partie waren, haben in ihren absurden Nebenrollen wirklich besondere Momente. Wer auf fiesen Horror und Splatter steht, wird hier wohl eher enttäuscht, wer sich dafür interessiert, was dabei rauskommt, wenn ein absoluter Independent-Regisseur sich das abgedroschene Zombiethema vornimmt, der wird hier auf jeden Fall ein paar tolle Momente genießen. Weiterlesen

„Castle Rock“ – Stephen Kings Horrorstadt mit eigener Serie!

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Wer die Bücher und Filme von Stephen King kennt, der kommt an zwei (fiktiven) Städten in Maine nicht vorbei: Derry und Castle Rock! Zahlreiche Romane und Kurzgeschichten spielen dort oder haben mindestens Bezüge zu den Städten. Jetzt hat der Autor selber zusammen mit J.J. Abrahms eine Serie produziert, die sich dem mysteriösen Castle Rock widmet. Trotz einiger Längen können sich King-Fans nicht nur über zahlreiche Bezüge zu dessen Werk freuen, sondern bekommen einen wendungsreichen Plot geboten, der durchaus vom Meister selber hätte kommen können. Für den Cast konnte man zudem King-Kinostars wie „Carrie“ Sissy Spacek und „Pennywise“ Bill Skarsgard gewinnen. Trotz mancher Grusel- und Mysteryelemente erinnert die Handlung der ersten Staffel mehr an Kings Dramen, die Figuren sind vielschichtig und interessant, ihre Beweggründe und Abgründe aus der Vergangenheit kommen nur langsam ans Licht, was einen oft auf eine falsche Fährte führt. Auch wenn nicht alle Fragen geklärt werden, ist die Handlung der ersten Staffel abgeschlossen, alle Staffeln sollen eigene Charaktere und Storylines erhalten, was interessante Möglichkeiten in Kings Universum bietet. Weiterlesen

„Lady Bird“ – Saoirse Ronan will erwachsen werden

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Dieser gelungene Coming-Of-Age-Film wäre vermutlich an mir vorbeigegangen, wäre der Film aufgrund seiner rekordverdächtigen Anzahl positiver Kritiken nicht überall erwähnt worden. Die dadurch ungünstigerweise geschürte Erwartungshaltung kann „Lady Bird“ zwar nicht erfüllen, jedoch ist Regisseurin Greta Gerwig ein wirklicher toller Film übers Erwachsenwerden gelungen, der sich amüsant, emotional und intelligent sehr vielen Aspekten einer jungen Frau widmet, die aufgrund der konservativen Erziehung, der schweren Beziehung zu ihrer Mutter, den Problemen mit der ersten Liebe, der Konfrontation mit Homosexualität und entsprechender Diskriminierung und nicht zuletzt der schlechten finanziellen Situation ihrer Familie ihren eigenen Widerstand gegen die Einschränkungen ihrer Welt immer weiter auslebt und von einer illusorischen Vorstellung einer besseren Welt in der großen Stadt angetrieben wird. Hauptdarstellerin Saoirse Ronan und „Roseanne“-Star Laurie Metcalf in der Rolle ihrer Mutter waren zudem völlig berechtigt bei den Oscars für ihre Leistungen nominiert, sie bringen den Mutter-Tochter-Konflikt wirklich realistisch und abwechslungsreich auf die Leinwand. Leider ging der Film bei den Oscars leer aus, trotz weiterer Nominierungen für Regie, Drehbuch und bester Film. Weiterlesen

„Suburbicon“ – Matt Damon und die Abgründe der Vorstadt!

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Wenn ein politisch engagierter Schauspieler wie George Clooney ein altes Script der Coen-Brüder mit Stars wie Matt Damon, Oscar Isaac und Julianne Moore verfilmt, bei dem es um die rassistische und engstirnige Welt eines Vorortes Ende der 50er geht, erwartet man bitterbösen schwarzen Humor und einen ordentlichen Schwung Gesellschaftskritik. Beides ist bei „Suburbicon“ zu finden, aber trotzdem will der Film sich irgendwie nicht richtig anfühlen. Für eine schwarze Komödie ist vieles zu ernst, für einen ernsten Film ist vieles zu überdreht. Der Film ist böse, ganz klar, letztendlich gibt es hier eigentlich keinen, der es nicht faustdick hinter den Ohren hat. Allerdings ist der große Twist viel zu früh aus dem Sack, danach zählt man nur noch Leichen und der Mob nebenan, der aufs Fieseste gegen eine schwarze Familie vorgeht, verkommt völlig zum irgendwie nicht richtig mit der Haupthandlung verwobenen Nebenschausplatz. Leider gibt es hier weder für Clooney, Damon, Moore oder die Coens einen wirklichen Pluspunkt auf dem Filmkonto. Weiterlesen

„Dark“ – Erste deutsche Netflix-Produktion ist düster!

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„Babylon Berlin“ hat gerade erst gezeigt, dass auch in Deutschland Serien in internationalem Format gedreht werden können, da präsentiert auch Netflix seine erste deutsche Produktion, die ebenso ein internationaler Erfolg werden dürfte. „Dark“ mag zwar in Grundzügen an „Stranger Things“ erinnern, hat aber trotz entführter Kinder, Mystery-Grusel und seiner 80er-Komponente eigentlich gar nichts mit der US-Serie gemeinsam. Denn hier ist alles düster, alle Charaktere haben dunkle Geheimnisse, Sympathieträger sucht man fast vergebens und sowas wie auflockernder Humor wurde ersatzlos gestrichen. Stattdessen gibt es ein wirklich konfuses Puzzle über mehreren Zeitebenen, ein mysteriöses Höhlensystem, ein Atomkraftwerk und dazu sehr viele Lügen. Die Mysteryserie versteht es, einen mit seinem Mindfuck-Konstrukt bis zum Finale bei der Stange zu halten, mit einer einzigartig düsteren Optik und tollen Bildern und einem wahrhaft depressiven Sound. Die Serie erinnert in vielerlei Hinsicht an „Donnie Darko“, der Zeitreise-Aspekt hier ist zudem sehr interessant und spannend und letztendlich sogar ziemlich rund. „Dark“ mag mit seiner Düsternis zwar insgesamt schon etwas übertrieben, ist aber in jedem Fall sehenswert! Weiterlesen

„Fargo“ – Staffel 3 zeigt Ewan McGregor in groteskem Doppelrollenspiel

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Nachdem die anthologisch erzählte Serienversion des Coen-Klassikers „Fargo“ in Staffel 1 Martin Freeman und Billy Bob Thornton als ungleiche Widersacher im Jahr 2006 gegeneinander hat antreten lassen, hat Staffel 2 das erste Blutbad um Fargo herum im Jahr 1979 verarbeitet. Die dritte Staffel – wieder mit komplett neuen Figuren und eigenständiger Geschichte – führt uns diesmal ins Jahr 2010 und spinnt die merkwürdige Geschichte um das ungleiche Zwillingspaar Ray und Emmit Stussy, beide von Ewan McGregor gespielt. Das Gerüst der einzelnen Staffeln ist langsam erkennbar, und doch kann die Serie auch ein drittes Mal überzeugen. Weiterlesen

„Stranger Things Staffel 2“ – Die beste Serie der Welt!

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Wie ein Relikt aus den 80ern, als hätte Stephen King „Die Goonies“ geschrieben und Steven Spielberg das Ganze verfilmt. Schon die erste Staffel war nicht nur eine großartige Hommage an das Kino der 80er, es fühlte sich tatsächlich so an! Und auch in Staffel 2 begibt man sich wieder auf Zeitreise, in eine geliebte Welt der Kindheit mit sympathischen Außenseitern, bösen Wissenschaftlern und fiesen Monstern, in eine Kleinstadt voller Klischees, die aber genau so in diese Serie gehören! Wer die erste Staffel schon geliebt hat, den haut die zweite Staffel trotzdem noch um. Die ins Herz geschlossenen Charaktere werden großartig weiterentwickelt, dieses Mal auch individuell und nicht vorrangig in der Gruppe, nach dem Aufstellen der neuen und alten Charaktere wird ab der Hälfte dann mit Horror, Action und Spannung richtig losgelegt, wie es bei einem zweiten Teil sein muss! Trotz mehr Budget und deutlich mehr in jeder Hinsicht übernimmt sich die Serie nicht und fesselt von der ersten bis zur letzten Minute! Ein einzigartiger Geniestreich! Weiterlesen

„The Mist“ – Mittelmäßige Serienversion von Stephen Kings Nebelhorror

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Nein, „Der Nebel“ hat auch hier nichts mit John Carpenters Horrorstreifen „The Fog“ zu tun, die Serie basiert auf einer Geschichte von Stephen King wie schon die Kinoversion von 2008 mit Thomas Jane. Diese setzte bei dem mysterösen Nebelhorror auf fiese Rieseninsekten und Tentakelmonster, funktionierte vor allem in der schwarz-weißen Version und hatte wohl eines der fiesesten Filmenden überhaupt. Hier gibt es statt Monstern eher Konfrontationen mit der Vergangenheit der Charaktere, der Nebel scheint entweder ein militärisches Experiment und die Rache von Mutter Natur zu sein, je nachdem, welchem Charakter man glauben mag. Das ist zwar mitunter einigermaßen spannend, trotzdem bleibt die erste Staffel nur Massenware, die weit hinter der Kinoversion zurück bleibt. Das liegt nicht zuletzt daran, dass man sich wirklich mit keinem Charakter richtig identifizieren kann. Weiterlesen