„Tolkien“ – Nicht mal für „Herr der Ringe“-Fans interessant!

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Warum gab es über J.R.R. Tolkien, den Autor von „Der Herr der Ringe“ und „Der Hobbit“, der rund um diesen Meisterwerke eine komplette Welt mit Jahrtausenden Geschichte, genauer Geografie und eigenen Sprachen entwickelte, eigentlich vorher noch nie ein Biopic? Das ist nach diesem Film absolut klar: Außer seiner schriftstellerischen Leistung war er ein absolut langweiliger Mensch, der eigentlich auch nichts Besonderes erlebte. „Tolkien“ versucht nun auf mitunter recht plumpe Art, eine Liebesgeschichte und Tolkiens Erfahrungen mit Studienfreunden und im Ersten Weltkrieg so zusammenzubasteln, dass ein Bezug zu seinem Werk deutlich wird. Letztendlich ist es aber nicht spannend, wie es das Sprachgenie auf Umwegen doch noch in die richtigen Kurse schafft, seine Freunde bieten wenig Parallelen zu seinen berühmtesten „Gefährten“ und wenn er in den Kriegsgräben in Frankreich statt Flammenwerfern plötzlich Drachen sieht, ist das leider sehr weit hergeholt. Für echte Tolkien-Fans vielleicht interessant, aber wer glaubt, nach diesem Film etwas Neues über Gandalf, Frodo und Bilbo gelernt zu haben, der wird bitter enttäuscht werden. Weiterlesen

„The Dead Don’t Die“ – Jim Jarmusch und die Zombies

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Wenn ein Regisseur wie Jim Jarmusch, der mit künstlerisch anspruchsvollen Charakterstudien wie „Night on Earth“, „Dead Man“, „Ghost Dog“ oder „Broken Flowers“ seine ganz eigene Langsamkeit für die Filmwelt entwickelt hat, plötzlich einen Zombiefilm dreht, sollte man skeptisch sein und nicht unbedingt einen massentauglichen Film erwarten. Tatsächlich ist „The Dead Don’t Die“ wohl Jarmuschs erster Film, der einer breiten Masse etwas zu bieten hat, aber natürlich überhaupt nicht das, was ein Fan von „Dawn of the Dead“ oder „28 Days Later“ erwarten würde. Verglichen mit Jarmuschs anderen Filmen ist dieser fast schon rasant, im Vergleich mit anderen Film eher ruhig, aber trotzdem mitunter überraschend brutal. Neben einer ganz besonderen Form der Zombieapokalypse in einem amerikanischen Kaff sind es vor allem Bill Murray und Adam Driver, die hier den Film immer auf einem unterhaltsamen Level halten, aber auch Tilda Swinton, Steve Buscemi, Chloë Sevigny, Selena Gomez, Danny Glover sowie die Musiker Tom Waits und Iggy Pop, die schon oft in Jarmuschs Filmen mit von der Partie waren, haben in ihren absurden Nebenrollen wirklich besondere Momente. Wer auf fiesen Horror und Splatter steht, wird hier wohl eher enttäuscht, wer sich dafür interessiert, was dabei rauskommt, wenn ein absoluter Independent-Regisseur sich das abgedroschene Zombiethema vornimmt, der wird hier auf jeden Fall ein paar tolle Momente genießen. Weiterlesen

„Godzilla: King of the Monsters“ – Lasst die Monster los!

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In den ersten Filmen „Godzilla“ und „Skull Island“ präsentierte man nur ein paar Monster in der neuen Filmreihe rund um den legendären japanischen Kultdino, bei „King of the Monsters“ greift man jetzt ganz tief in die Kiste der riesigen Wesen, die die unzählbaren alten Filme bereits hervorgebracht haben. Da ist die holprige Handlung um eine Gruppe völlig irrational handelnder Menschen um Schauspieler wie Kyle Chandler, Vera Farmiga, Sally Hawkins, Charles Dance und „Stranger Things“-Star Millie Bobby Brown auch ganz klar nur Nebensache, hier steht vorrangig „Monster Clash“ auf der Liste. Nachdem der Titelstar im ersten Film eher im Hintergrund agierte, darf er hier auf alle erdenklichen Arten gegen die anderen fiesen Monster vorgehen, die sich auf dem Weg zur Auslöschung der Menschheit befinden. Wer schon die mitunter unfreiwillig sehr komischen japanischen Klassiker mochte, dürfte hier voll auf seine Kosten kommen, wer die ersten beiden Filme der Reihe mochte, sicher auch. Wer auf überraschende, intelligente Plots, originelle Charaktere und anspruchsvolle Unterhaltung steht, ist hier aber ganz klar fehl am Platz. Weiterlesen

„The Boys“ – Fieser, frischer Wind im Superhelden-Overkill!

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Noch nie waren Superheldenfilme und Comicverfilmungen so über die Maßen in TV in Kino präsent wie aktuell. Als ich vor Jahren mal den ersten Comic von „The Boys“ in den Händen hielt, war ich wohl noch nicht bereit dafür, denn die erste Staffel der Serie von Amazon Prime hat mich wirklich unglaublich gut unterhalten. Denn diese ganz spezielle Herangehensweise an das Superheldenthema ist nicht nur deshalb so genial, weil die Helden hier eher große Arschlöcher sind, denen sich ein Trupp Versager in den Weg stellt, sondern die Gesellschaftskritik, die die Serie mit sich bringt. Die provokanten Anspielungen auf Marvel, DC und Disney kommen nicht von ungefähr, „The Boys“ zeigt bewusst eine Welt, in der ein Konzern mit Superhelden in der Lage ist, die Welt in jeder Hinsicht zu dominieren, die Helden sind hier nicht nur Vorzeigeretter, sondern auch Filmstars, Marketingobjekte und auf dem besten Weg, auch Militär und Politik maßgeblich zu beeinflussen. Da diese göttengleichen Wesen hinter ihrer Fassade allerdings echte Arschlöcher sind, braucht es unbedingt ein paar aufrechte Bürger, die der Gefahr für Freiheit und Gesellschaft ohne Rücksicht entgegen tritt. Originell ist dabei auch, dass diese nicht aus gegnerischen Superhelden bestehen, sondern aus einem Trupp echter Versager. Kombiniert mit großartigen Sprüchen, einzigartig überzogener Gewalt und zahlreichen verrückten Ideen ist Amazon Prime ein echter Geniestreich gewonnen, der jetzt schon die Vorfreude auf die nächste Staffel weckt. Weiterlesen